Unser Blog

Die täglichen „Mut-mach-Worte“ von Bruder Theophilos und weitere aufbauende Perlen aus dem Kloster.

Alles wartet auf dein Licht

Wer im Finstern wandelt und wem kein Licht scheint, der hoffe auf den Namen des Herrn!
Jes 50,10

Ab heute gilt in Baden Württemberg die „Corona-Alarmstufe“ mit 2 G. Viele Bürger werden vom öffentlichen Leben ausgeschlossen. Kinos, Restaurants, Theater, Museen, Volksfeste, Vereinsfeiern und viele andere Bereiche bleiben dann für Ungeimpfte tabu. Angesagte Weihnachtsmärkte wurden abgesagt. So kurz vor Weihnachten gehen flächendeckend die Lichter aus. Es wird dunkel im Land und finster in den Herzen. Statt Frieden auf Erden breitet sich Unruhe und Auflehnung aus. Die Aggressionen zwischen Menschen sind kaum noch zu bändigen. Gespräche zwischen eng Vertrauten enthalten einen messerscharfen Ton. Ist es da nicht dünnes Geschwätz, dass von irgendwo ein Lichtlein herkommt?

So wie wir auf dieser Erde leben, werden wir andauernd erleben, wie wir nie vor neuen Überraschungen sicher sind. Mit unserer Geburt sind wir eben auf einem „Problem-löse-Lern-Planet“ angekommen. Es ist normal, dass einem schwarz vor Augen wird und wir mit unserem Latein am Ende sind. Doch genau dort, wo uns das Leben scheinbar um die Ohren fliegt, liegt das Licht. „…der hoffe auf den Namen des Herrn!“ Finsternis im Außen ist Buss- und Bettag, ist Rückbesinnung. Ich erkenne mich. Der Name des Herrn lässt mich erkennen, dass in mir das Licht für die Finsternis ist. Ich bin die Antwort auf alles Drama um mich herum. Der Name des Herrn ist der Christus, der als Morgenstern in meinem Herzen aufgeht. Die Lösung liegt nie da draußen, sie liegt in mir.

Wie würden die verzweifelten Situationen um dich herum aussehen, wenn du dein Licht erkennen würdest, das alles entspannen will? Was würde aufatmen, wenn du dich als Antwort für das Problem siehst?

Welche Lichter könnten angehen, wenn du dein Leuchten erkennst?

Erlaube dir, ganz du selbst zu sein! Gott segne dich!

Dein Durchbruch will dein Ohr

Rede, Herr, denn dein Knecht hört.
1.Sam 3,9

Jeder hat so seine Wünsche, Träume und Pläne, denen er gerne nachgehen möchte. Was, wenn mitten im alltäglichen Getriebe eine Stimme sagt: Geh ins Kloster!? Was passiert, wenn in einem straff gefüllten Klosteralltag, ich von einem Ruf gepackt werde, eine hochkarätige, einjährige Ausbildung für Wegbegleitung zu machen? Eine völlige Utopie, in einem randvollen Tagesprogramm, noch knapp zwanzig Stunden pro Woche dafür abzuzwacken. Da kommt zumindest bei mir, als es mir so ergangen ist, ordentlich Stress ins System. Hier prallen in extremster Form zwei Welten aufeinander. Woher kann ich wissen, dass die Stimme, die hier mein ganzes Konzept durcheinander bringt, keine Schnapsidee von mir ist?

Da ist der junge Kerl Samuel bei seinem Priester Eli in der Lehre. Als er bei Nacht eine Stimme hörte, weckte er seinen Meister dreimal, weil er dachte, er hätte ihn gerufen. Von diesem Lehrer kam dann der Rat, sich dieser Stimme zu öffnen, weil da ein Höherer ruft. Genau an der Stelle merken wir, dass wir nicht nur Menschen dieser Erde sind. In uns ist eine Kontaktstelle, die mit einer unendlichen Welt verbunden ist. Sie erkennt den Gottesruf, bei dem in unserem Verstand alle roten Lichter angehen. Da ist ein Ruf, der keine menschlichen Grenzen kennt. Es ist der heilige Moment, an dem unser Geist dem ewigen GEIST begegnet. Höchste Inspiration, bei der mein Verstand Amok läuft. Doch Person dieser Erde zu sein heißt, ein vom Heiligen Geist Durchfluteter zu sein. Da entstehen die zum Beben bringenden Durchbrüche von „Freude schöner Götterfunken.“

Wo will dich diese Stimme packen und deine „vernünftigen“ Gründe halten dich zurück? Was wäre, wenn du nicht mehr diese Stimme infrage stellst, sondern alles, was diesen heiligen Aufbruch eindämmen will?

Wo sollte ich für meine heiligen Durchbrüche „unvernünftig“ werden?

Erlaube dir, ganz du selbst zu sein! Gott segne dich!

Integriere deine Widersacher

Die Völker, die um euch her übrig geblieben sind, sollen erfahren, dass ich der Herr bin, der da baut, was niedergerissen ist, und pflanzt, was verheert war.
Hes 36,36

Wir alle sortieren gerne aus wie Aschenputtel; die Guten ins Töpfchen, die Schlechten ins Kröpfchen. Hier sind die Geimpften, die in höchster Verantwortung sich zur Eindämmung der Pandemie stellen, da sind die Ungeimpften, die rücksichtlos das ganze System zum Einsturz bringen. Da sind arisch Weiße, dort minderbemittelte Schwarze. Wir sind die Frommen, andere die Gottlosen. Hier Männer, das starke Geschlecht, dort Frauen, die sich unterzuordnen haben. Die Erde brennt und glüht wegen unserer Bewertungen. Mein Urteil über andere, erhebt den einen und erniedrigt den anderen. Mein Bewerten fackelt die Erde ab.

Verbrannte Erde jedoch bewertet nicht. Nach unserem Großbrand konnten wir beobachten, wie neben schwarz verkohlten Fichten bald schon wieder frische grüne Blätter ausgetrieben haben. Das Leben integriert alles was ist. Es unterscheidet nicht in Gut und Böse, sondern sagt zu allem Ja, ohne Ausnahme. Alle sollen erfahren, dass ich der Herr bin, der baut. Bei Gott erleben wir die integralste Sichtweise. Kein entweder oder, sondern ein sowohl als auch. Nicht nur das auserwählte Volk der Juden, sondern auch die Griechen und die ganze Welt. Gott integriert all die schrägen Vögel, die uns nerven. Er baut das auf, was wir niederreißen. Er integriert nicht nur das Schöne, Angenehme, das politische Korrekte, sondern auch das Finstere, das wir meiden.

Was und wen hast du angefangen in deinem Leben auszusortieren? Was darf auf keinen Fall sein wie es ist? Gegen wen oder was stehst du im Widerstand? Sind es Menschen, Ereignisse, schlechte Erfahrungen?

Was käme zum Blühen, wenn ich das „Ausgestoßene“ integriere?

Erlaube dir, ganz du selbst zu sein! Gott segne dich!

Dein herrlicher Wecker

Erhebe deine Stimme wie eine Posaune und verkündige meinem Volk seine Abtrünnigkeit!
Jes 58,1

In den Anfangsjahren unserer Bruderschaft gab es noch einen morgendlichen Weckdienst. Ein Bruder hatte dabei die Aufgabe, von Zimmer zu Zimmer zu gehen, an der Türe zu klopfen und mit einem frischen „Guten Morgen“ den Schlafenden aus seinen Träumen abzuholen. In alten Klöstern gab es sogar die Tradition, den Wachzumachenden mit „Der Herr wartet auf dein Lob“ zu begrüßen. Dieses Ritual machte einen Umbruch bewusst. Ich erwache nun aus der Welt der Träume und der Illusion, in der Welt der Gegenwart.

Eine Stimme wie eine Posaune ist ein Wachmacher ala Presslufthorn. Sie will die ganze Menschheit aufwecken. Betrachten wir unsere Leben auf dieser Erde als unsere Traumphase. Für uns fühlt sich alles was wir erleben total ernst und real an. Wir schwitzen, stöhnen, lieben und lachen, verdienen unser Geld und versorgen unsere Kinder. Wir trauern um liebe Menschen, erreichen hohe Ziele und erleben wunderbare Geschichten. Der Film der vor uns abläuft fühlt sich erschreckend echt an. Wir sind die Akteure und spüren nichts davon, dass wir gerade träumen. Eine Illusion setzt uns voll unter Stress. Die Posaune schreckt aus diesem Dämmerzustand auf. Eine heilige Stimme ruft in die wahre Wirklichkeit. Ich wache auf und erkenne, ich bin ein Teil einer viel größeren Welt, die diese unbewusste Traumwelt durchdringen will. Ich bin als Kind Gottes in diese Welt hineingeboren, um Licht anzuzünden. Die Stimme, die mich ruft, will mich an die Herrlichkeit erinnern, die in mir wach werden will.

Was schläft in dir, das jetzt wachgerufen werden möchte? Wo übertönen die vielen Stimmen deines Tages, das Wunder, das in dir aufwachen will? Was will die Posaune in dir zu neuem Leben erwecken?

Erlaube dir, ganz du selbst zu sein! Gott segne dich an diesem Sonntag!

Wo du bist, ist Gott

Fürwahr, du bist ein verborgener Gott, du Gott Israels, der Heiland.
Jes 45,15

Was, wenn das, wie ich über Gott denke ganz anders ist? Was wäre, wenn meine Vorstellung, die ich mir von Gott mein ganzes Leben gemacht habe, nur eine heiße Luftblase ist, die beim Piksen platzt? Was, wenn Gott an Orten wäre, wo ich mich nicht einmal hinzudenken getraut habe? Was wenn Gott nicht nur in christlichen Kathedralen, jüdischen Synagogen, muslimischen Moscheen, indischen Ashrams und buddhistischen Tempeln wohnt, sondern überall? Was, wenn ich von Gott nichts weiß und ich mich nie in den Raum hineindenken kann, in dem er sich ereignet? Woher weiß ich, dass ausgerechnet meine Vorstellung richtig ist? Ist Gott überhaupt in einer Religion oder in menschlichen Konzepten zu finden?

Ein verborgener Gott erfordert von uns die Demut, uns hinter unser Bescheid wissen wollen zurückzuziehen. Hier gibt es nichts zu kapieren. Hier kann unser menschliches Denken nur kapitulieren. Die erste Erkenntnis, die ich von einem verborgenen Gott haben kann ist: Ich weiß nichts. Erst wenn ich all meine erdachten und erlernten Vorstellungen von Gott loslasse, meine Gedanken von richtig und falsch ablege, mein Rechthaben wollen zurücknehme, trete ich in den heiligen Raum, in dem mir der verborgene Gott begegnet. Wenn mir meine eigenen Konzepte nicht mehr im Weg stehen, wird der Boden auf dem ich gehe zum heiligen Land. Jeder Augenblick im Guten und Schweren, wird mir dann zur Gottesbegegnung. Im Ja zum Moment, erfahre ich alle erlösenden Kräfte.

Da wo du jetzt bist, so wie deine Lebensumstände sind, da ist Gott. Du brauchst nirgend anders suchen, du brauchst nicht verstehen, sondern nur sein Wirken an dir erkennen. Diese Begegnung macht dich heil.
Wo ruft dich dein Bescheid wissen wollen, in das Erkennen in dir?

Erlaube dir, ganz du selbst zu sein! Gott segne dich!

Entspanne dein Ego

Ein Tag des Herrn der Heerscharen kommt über alles Stolze und Hohe und über alles, was sich erhebt, und es wird niedrig sein.
Jes 2,12

Wer kennt nicht die Menschen, die mit geschwollener Brust und übertriebener Selbstgefälligkeit, sich über alles andere erheben? So ein Narzisst kann deinen Geist, dein Herz, deine Seele und dein Leben vergiften. Narzissten überschreiten die Grenzen, indem sie sich der Würde und den Menschenrechten eines anderen Menschen widersetzen. Was in der Medizin als Störung des Selbstwertgefühles gilt, ist ansatzweise in einem jeden von uns. In uns kämpft ein starkes Ego ums Überleben. Es hat nur Gutes im Sinn, weil es uns vor Gefahren schützt und uns Sicherheit bieten will. Doch Ego versteht jedoch unsere Seele nicht. Was nicht rational erfassbar ist, ist außerhalb seiner Sicherheitszone und wird wie ein eindringender Virus bekämpft.

Wo wir uns als ein heiliges Gefäß einer viel größeren Welt erkennen, überschreiten wir die Grenzen unseres Egos. Dieser kleine Herrscher in uns, darf sich auf einen Führungswechsel einstellen. Der Tag des Herrn ist der Moment, an dem ich mir bewusst werde, ich bin nicht nur ein Mensch, sondern lebendige Gegenwart Gottes auf Erden. Das ist der Umschalter von nur Wahrnehmen und dem Erkennen meiner wahren Wirklichkeit. Jetzt bin ich im absoluten Vertrauen in das Leben und nicht mehr im Kampf ums Überleben. Nun darf sich mein Ego in Demut üben und auf die Gnade des Lebens einlassen. Es braucht nicht mehr alles wissen und verstehen, weil es nicht verstehen kann und das Wissen des Geistes alles überragt. Es braucht nicht mehr recht haben, sondern kann sich in ein Nichtwissen fallen lassen. In dem es sich entspannt, dient es dem Größeren.

Wo darf sich mein Ego entspannen, in dem, was ich wirklich bin?

Erlaube dir, ganz du selbst zu sein! Gott segne dich!

Beiße dich nicht am Apfel fest

Die Frau sah, dass von dem Baum gut zu essen wäre und dass er eine Lust für die Augen wäre und verlockend, weil er klug machte.
1.Mose 3,6

Adam, Eva und der Apfel, welch herrliches Bild, das keinen schöneren Blick auf unser „Doppelleben“ werfen könnte. Unendliche Seelen besuchen die Erde und werden in einen irdischen Leib hineingeatmet. Als Geschöpfe eines malerischen Paradieses fangen sie an, sich in die reizende Erde zu verlieben. Als atmende Liebe verschwenden sie sich in hingebungsvollen Leidenschaft an die Materie. Sie gehen auf in der Welt der sichtbaren Formen und betrachten diese Welt, die sie nur übergangsweise besuchen als das Ganze. Dieser kleine leuchtend rote Apfel, der da vor meiner Nase baumelt ist mein Leben. Vor lauter Faszination über das Fassbare und Sichtbare vergessen sie ihre eigentlich formlose, unendliche Schönheit.

Unser tägliches Leben ist die köstliche Ablenkung, von dem, wer wir wirklich sind. Mein Ich, das alles verstehen will, hat ein Problem damit, etwas zu begreifen, was der Verstand einfach nicht fassen kann. Das ist unser Dilemma, dass unser Denken für diese Erde gemacht ist, und bei dem Gedanken an Ewigkeit ins Rotieren kommt. Es fokussiert dadurch nur das, was es sehen und verstehen kann. Um diese Welt kämpft mein Ich, damit es sich sicher fühlt. Doch mit jedem Atemzug rührt sich mein ewiges Sein und die tiefe Leidenschaft unendlicher Liebe, die mir bewusst macht, ich bin ein vom Geist Bewegter. Mein Ich zieht alle Tricks aus seinem Zauberhut, um mich von dieser Schnapsidee abzuhalten.

Du kannst deinen eigenen Kampf beobachten. Deine Seele sehnt sich nach tiefem Frieden und sich verschenkender Liebe und will all diesen Kampf loslassen. Was hälst du krampfhaft fest? Was fällt dir schwer loszulassen? Wo willst du partout verstehen, statt dich ins Nichtwissen fallenzulassen?

Welcher köstliche Apfel trennt dich in Wahrheit von deinem Paradies?

Erlaube dir, ganz du selbst zu sein! Gott segne dich!

Erinnere dich an deine Kostbarkeit

Weicht denn von den felsigen Hängen der Schnee des Libanon? Oder versiegen die laufenden Wasser aus den sprudelnden Quellen? Mein Volk jedoch hat mich vergessen.
Jer 18,14-15

Was uns an einem Neugeborenen fasziniert ist seine Unschuld. Wir schauen gebannt in die leuchtenden Augen, die durch keine schwere Erfahrungen getrübt sind. Uns strahlt eine grenzenlose Weite an, die etwas von dem Ort ausdrückt, von dem sie kommt. Gebannt schauen wir in jeden Kinderwagen, als ob wir in den Spiegel schauen. Wir sehen nicht nur ein süßes kleines Baby, sondern werden unbewusst daran erinnert, wer wir selbst sind. Dieses kleine Etwas spiegelt wider, wie Leben pures Glück im schlichten Sein ist. Da liegt ein offenes Menschenkind, das sich an nichts erinnert, keine Pläne schmiedet, gegen nichts kämpft und einfach da ist.

Als ich in die Schule kam, wurde mir vermittelt, dass die Spielphase vorbei ist und nun der Ernst des Lebens beginnt. Jetzt geht es ums Kämpfen lernen und Bescheid wissen. Löse dich von dem Gedanken, in deiner ursprünglichen Unschuld weiterzuspielen. Nun geht es um Recht und Ordnung und um ein starkes Ich, dass sich in einer stürmischen Welt behaupten kann. Wir sind zu kämpfenden Personen geworden, die unter einem flächendeckenden Virus leiden und unter dem Druck der Aufgaben ausbrennen. „Mein Volk hat mich vergessen.“ Da ist ein Lebensstrom mit nie versiegenden Quellen und unumstößliche Gesetze, die auf viel größere Zusammenhänge weisen, und keiner sieht sie. Wo sind die Leute, die aus ihrem verbissenen Kampf aussteigen und noch fragen: Wer bin ich?

In dir wohnt die tiefe Sehnsucht nach deiner Quelle. Wo schaust du in deinen eigenen Kinderwagen, um dich daran zu erinnern, da liegt ein Kind Gottes, das grenzenlose Glückseligkeit auf die Welt bringen will?

Was lenkt mich gerade ab, mich meiner eigenen Kostbarkeit hinzugeben?

Erlaube dir, ganz du selbst zu sein! Gott segne dich!

Das nächste Wagnis will dich locken

Ein geängstetes, zerschlagenes Herz wirst du, Gott, nicht verachten.
Ps 51,19

Gestern schüttete eine Mitarbeiterin unseres Altenheimes mir gegenüber ihr Herz aus. „Bitte helfen sie mir, einen neuen Platz zu finden, ich kann kaum mehr schlafen, seit ich weiß, dass das Haus geschlossen wird.“ Ja, es ist bitter, mitten drin zu stehen, wenn das Leben einem den Boden unter den Füßen wegzieht. Doch während unser Herz ängstlich um die Zukunft bangt, schreibt das Leben seine Geschichte weiter. Plötzlich treten, wie der Blitz aus heiterem Himmel, Menschen an unsere Seite, die anbieten, alle Mitarbeiter zu übernehmen, oder in die Weiterführung des Hauses zu investieren. In einer Extremsituation läuft ein spannender Film ab. Vor uns ploppt das größte Geheimnis des Lebens auf. Wir erkennen, wer wir wirklich sind. Auf jeden Fall nie diejenigen, die auf der Strecke bleiben.

Die Angst ist wie ein heimlicher Begleiter, die um unsere Sicherheit bemüht ist und uns vor Ohnmacht bewahren will. Sie lotet unsere Grenzen aus und hält uns ab, einen Schritt zu weit zu gehen. Für unser Ich macht sie einen wertvollen Dienst, um sich in einem überschaubaren Rahmen zu bewegen. Doch das Leben liebt es, unser Sicherheitsbedürfnis zu zerschlagen und eine Welt hinter unserer wahrnehmbaren Grenze zu erschließen. Mein geängstetes Herz darf erkennen, ich bin Teil eines viel größeren Spiels. Die Angst ist das liebevolle Zeichen, mich selbst loszulassen, um in Gottes Arme zu fallen. Wo ich vor meiner Ohnmacht zittere, will mich der nächste Atemzug befreien.

Was wäre, wenn die Angst dein Weckruf ist, der dich daran erinnern will, dass in dir ein heiliger Ruf zum Leben liegt? Könnte dein ängstliches Herz nicht die Einladung sein, viel mehr Gottvertrauen zu wagen?

Welche Enge, will dich zum nächsten, mutigen Wagnis herauslocken?

Erlaube dir, ganz du selbst zu sein! Gott segne dich!

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Wie reich würde entleeren machen?

Gott, wenn ich mich zu Bette lege, so denke ich an dich, wenn ich wach liege, sinne ich über dich nach.
Ps 63,7

Was geschieht, wenn es um uns herum ganz still wird? Wird es dann in uns richtig tief ruhig und all das, was uns bis gerade umgetrieben hat fällt ab, oder beginnt die große Unruhe? „Was war heute zum verrückt werden und was kommt morgen für ein Schwall an Sorgen auf mich zu?“ Welche unserer beiden Wirklichkeiten stehen in uns auf? Ist es die Wahrnehmung unserer Sinne, mit dem stürmischen Auf und Ab, mit den Gedanken, was alles besser werden muss, dass es mir gut geht, oder kommen wir in dem Reich jenseits der Sinne an? Darf unser aufgeregter Geist in dem großen GEIST, in dem unsere Seele ruht, zur Ruhe kommen?

Wie würde sich das anfühlen, wenn das, was uns von morgens bis abends antreibt und heiß macht, sich schlagartig in Luft auflösen würde? Wo kämen wir an, wenn die fetten Steine, die uns niederdrücken nicht mehr da wären? Wie würde der Ort aussehen, der außerhalb unserer sorgenvollen Wahrnehmung ist? Wie fühlt sich das an, wenn es das Problem, das du gerade hast gar nicht gibt? Was würde mit dir geschehen, wenn du total entspannen könntest, weil du keine Geldsorgen mehr hast? Was würde mit deiner Angst passieren, die darum ringt gesehen, wahrgenommen und geliebt zu werden, wenn du ganz bei dir ankommst und höchste Anerkennung erfährst? Was, wenn dir Gott in jedem Augenblick diese Erkenntnis schenken wollte? Was, wenn du von dem Eins-Sein mit deiner unendlichen Heimat nur einen winzigen Schritt entfernt bist? Was, wenn dein tägliches Ringen um Erfüllung, im Nachsinnen zwischen deiner Sinneswahrnehmung und Gotteserkenntnis, andauernd in dein schönstes Zuhause führen will?

Wie könnte mein Nachsinnen, zum Entleeren meiner Sorgen werden?

Erlaube dir, ganz du selbst zu sein! Gott segne dich!

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Purzel ins Vertrauen hinein

Meine Worte, die ich in deinen Mund gelegt habe, sollen von deinem Mund nicht weichen noch von dem Mund deiner Kinder und Kindeskinder.
Jes 59,21

Wenn man erforscht, wovor Menschen am meisten Angst haben, ist es nicht der Tod, sondern das öffentlich Reden. Fast die Hälfte aller Befragten scheuen sich, vor andere hinzustehen. Obwohl wir den ganzen Tag miteinander sprechen, beginnt das Fracksaußen, wenn man ein Mikrofon unter die Nase gehalten bekommt. Da scheinen schlagartig die Worte zu verstummen. Eine Stimme in uns sagt uns, das kannst du nicht. Irgend eine Erinnerung will uns weiß machen, dass uns die Worte fehlen, dass wir uns blamieren könnten, dass es nicht interessant ist, was wir zu sagen haben.

In Wirklichkeit gibt es ein Phänomen, dass es Worte gibt, die durch uns reden, die in der Spontanität aus heiterem Himmel fallen. Ich hatte voll Schiss, als ich zwei Stunden vor einer Livesendung zum Interview eingeladen wurde. Keine Einstimmung, keine Abklärung welche Fragen kommen, sondern ich durfte mich einfach dem Moment hingeben. Ich erlebte, wie Worte durch mich redeten. https://youtu.be/078yPozs2Tw. Wo wir die Angst spüren, uns jedoch dem Moment öffnen, treten wir mit einer höheren Weisheit in Verbindung. Wir erleben, wie wir uns loslassen und in dem scheinbaren Mangel uns Worte zufließen. Die Hingabe an den Augenblick, ohne menschliche Berechnung und Erinnerung ist der Schlüssel für den Heiligen Geist. Wo ich nicht auf meine Worte zurückgreifen kann, fangen Gottes Worte an zu fließen.

Was könnte sich aus dir offenbaren, wenn du in der Angst, deine Schotten nicht dicht machst, sondern öffnest? Wollen da nicht viel mehr großartige Worte die Welt durchdringen, die nur bereite Herzen suchen?

Was hindert dich in das größte Vertrauen hineinzupurzeln?

Erlaube dir, ganz du selbst zu sein! Gott segne dich mit heilenden Worten.

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Die Gnade stärkt dein Selbst

Wenn ich sprach: Mein Fuß ist gestrauchelt, so hielt mich, Herr, deine Gnade.
Ps 94,18

Eine Mitarbeiterin war eines morgens total am Boden zerstört. Wegen eines Missverständnisses im Betriebsablauf hagelte es von Führungsseite heftige Vorwürfe. Sie war jedoch von diesem Vollzug nicht betroffen und hatte dennoch das Gewitter sich sehr zu Herzen genommen. Ein Cocktail von Wut, Ärger und Verzweiflung schlugen auf ihr Gemüt. „Wie kann mich jemand so scharf attackieren, wo ich mich unermüdlich für das Wohl des Unternehmens einsetzte?“ Hier versuchten wir ihr Bewusstsein zu schärfen. Wir erinnerten sie an ihren Wert, der sie selbst ist, und den sie in die Firma einbringt. „Sie sind das Rückgrat des Betriebes; wo sie zu sich selbst stehen, kann sie kein schräges Wort erniedrigen.“

Täglich attackiert uns das Leben schräg von der Seite. Die Hämmer kommen entweder von außen, oder ein Riesenrad von Selbstzweifel läuft in uns an. Da ist der piesackende Kritiker in uns oder der heimliche Antreiber, die uns in Schach halten. Stimmen, die uns den letzten Nerv rauben und den Saft abziehen. All die Stimmen, die bei uns ankommen, treffen auf mich. All die ängstlichen und anklagenden Stimmen suchen mich als starkes Gegenüber. Sie suchen mein Gehör. Sie wollen mich nicht fertig machen, sondern an die Gnade erinnern, die in mir lebt. In diesem Stimmengewirr, darf ich erkennen wer ich bin. Der Herr, schenkt mir den Glauben an mich selbst, als Antwort auf alle Fragen. Der Halt meines Lebens liegt in meinem tiefen Gott- und dadurch Selbstvertrauen.

Wenn du dir bewusst machst, welche Gnade in dir lebt, wirst du eine Ermutigerin. In dir liegen alle Antworten für die Stimmen, die dich herausfordern. Es ist dein schönstes Gebet, wenn du andere an diesen Glauben erinnerst.

Welche quälende Stimme will mich gerade zu meiner Gnade einladen?

Erlaube dir, ganz du selbst zu sein! Gott segne dich!

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Tausche Urteil gegen Vertrauen

Weh denen, die Böses gut und Gutes böse nennen, die aus Finsternis Licht und aus Licht Finsternis machen!
Jes 5,20

In den vergangenen Tagen wurde es amtlich, unser Feierabendzentrum „Haus Geborgenheit“ muss bis Mitte nächsten Jahres geschlossen werden. Die Auflagen der Landesheimbauverordnung können die Blumenmönche nicht mehr erfüllen, geschweigenden nach dem Umbau das Haus weiterhin wirtschaftlich betreiben. Somit muss eine Einrichtung, die einen guten Ruf hatte, ihre Bewohner in andere Häuser verlegen und die Mitarbeiter entlassen. Ein herber Einschnitt nach über 35 Jahren Altenarbeit. Die Gemüter schlagen hoch und Empörung liegt in der Luft. Ganz schnell liegt es auf der Hand, den oder die Bösen zu suchen. Manches was uns das Leben serviert, passt eben nicht in unsere Vorstellung von Gut und Böse.

Wer sagt, dass eine Kündigung schlecht sein muss? Warum sollten bei der Schließung eines Hauses die Lichter ausgehen? Warum entziehe ich dem Leben das Vertrauen, wenn es hart zur Sache geht? Kann unser Denken denn immer genau die Führung des Lebens verstehen? Was wenn mitten in der dunkelsten Situation das hellstes Licht angehen will? Jesaja führt uns direkt an den Punkt, an dem wir mit menschlicher Einschätzung in der Sackgasse landen. Gott ist vollkommen. Damit liegt auf allem Leben ein Selbsterfüllungsprogramm. Alles im Leben ist sehr gut. Selbst in dem, was ich als die Last meines Lebens sehe, will sich Herrlichkeit offenbaren. Jesus hat in der Hingabe an seinen Kreuzweg, eine ganz neue Welt erschlossen.

Was wäre, wenn sich in deinem Kreuzweg, die ganze Energie deines Lebens entfalten will? Was, wenn das, was du als schlimmes Übel betrachtest, dein schönstes Licht zum Scheinen bringen will?

Wo könnte ich mein Urteil, gegen neues Vertrauen ins Leben austauschen?

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Die neue Mode steht dir gut

Meine Seele ist fröhlich in meinem Gott; denn er hat mir die Kleider des Heils angezogen und mich mit dem Mantel der Gerechtigkeit gekleidet.
Jes 61,10

Kann es sein, dass wir uns oft mit Themen aus unserer Vergangenheit quälen? Wenn mich meine Eltern mehr geliebt hätten, könnte ich heute glücklicher sein. Wenn ich nicht diesen Missbrauch erlebt hätte, dann wäre ich ein befreiter Mensch. Wenn mir dieses Unglück in meiner Kindheit hätte nicht durchmachen müssen, dann hätte ich keine traumatischen Störungen. Da ist irgendein Ereignis, das Jahrzehnte zurückliegt, das wir heute für unser unglücklich sein verantwortlich machen. Würden wir jedoch einmal stille werden und inne halten, müssten wir uns zugestehen, das Ereignis gibt es nur als Erinnerung in meinem Gedächtnis. Es ist nicht da, sondern quält mich, weil ich das Vergangene immer wieder auftische.

Was wäre, wenn wir keinen Grund zum unglücklich sein haben? Wenn du hier bist und diese Zeilen liest, ist in dir etwas lebendig geblieben, was allen Mist überdauert hat. Dein Unglück hat dich nicht umgebracht. Deine Seele ist unverletzbar und Trauma unabhängig. Wo diese Seele sich nicht an ihre Tragik erinnert, sondern an die untrennbare Verbindung, die sie mit ihrem Gott hat, steigt sie in eine Umkleidekabine. Sie kommt voll und ganz im gegenwärtigen Moment an, in dem es nur das Jetzt gibt. Im Jetzt kann ich frei entscheiden, wie ich meine Erinnerungen interpretiere. Ich kann wählen, mich zu quälen, oder die Erfahrung integrieren, die mich zu dem gemacht hat, der ich heute bin. In der Gegenwart kann ich meiner Erfahrung eine völlig neue Bedeutung geben. In dieser Gegenwart gibt es keine Schuld mehr, die belasten könnte. Die Gegenwart ist die Umkleide, in der mir Heil und Gerechtigkeit angezogen wird.

Welches schlimme Ereignis will in die Umkleide, damit ich fröhlich werde?

Erlaube dir, ganz du selbst zu sein! Gott segne dich mit neuen Kleidern!

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Du bist ein Heiligtum

Wisst ihr nicht, dass ihr Gottes Tempel seid und der Geist Gottes in euch wohnt?
1.Kor 3,16

Johannes Tauler beschreibt bereits im 14. Jahrhundert eine Welt, die uns bis heute schwer fällt nachzuvollziehen. „Der Mensch lasse die Bilder der Dinge ganz und gar fahren und mach und halte seinen Tempel leer. Denn wäre der Tempel entleert, und wären die Fantasien, die den Tempel besetzt halten, draußen, so könntest du ein Gotteshaus werden, und nicht eher, was du auch tust. Und so hättest du den Frieden deines Herzens und Freude, und dich störte nichts mehr von dem, was dich ständig stört, dich bedrückt und dich leiden lässt.“ Worte, die es wert sind, sie in aller Stille, lange auf sich wirken zu lassen.

Sind wir ein Messie? Jene Sammler und Jäger, die sich von nichts trennen können und in ihrer Wohnung und in ihrem Leben im Unrat ersticken. Siehst du manchmal nicht darüber hinaus, wo vorne und hinten ist? Verfolgt dich die Unruhe, was alles noch erledigt werden muss in der wenigen Zeit, die du hast? Wer setzt dir dein „Muss“? Paulus stellt in unser rastloses Treiben eine Reflektionsfrage: Weißt du noch, wer du bist? Bist du dir bewusst, dass in dir der Himmel auf Erden wohnt? Erinnerst du dich daran, ein Tempel Gottes zu sein? Ist dir klar, von welchem Geist du beseelt bist? Hast du vergessen, die Außenstation der ewigen Welt zu sein? Mit dir hat Gott den blauen Planeten betreten. Malst du dir noch vor Augen, die gigantische Kathedrale des edelsten Baumeisters zu sein?

Wie siehst du dich? Wer bist du wirklich? Bist du nur ein Mensch, der so gut wie möglich sein Dasein über die Runden kriegt? Oder ist da tief drin noch ein Ahnen, dass in allen Kummer sich etwas Herrliches an dir ereignen will? Bist du dir bewusst, dass durch dich Gott hier handelt?

Was müsste ich entrümpeln, um ein majestätischer Tempel zu sein?

Erlaube dir, ganz du selbst zu sein! Gott segne dich!

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Du bist ein heiliger Krieger

Br. Theophilos 31.10.21 – Jes 44, 21-23

Wir sind hier, weil wir einen inneren Ruf verspüren, dem wir folgen wollen. Wir sind für höchste Ideale aufgebrochen und wollten uns auf das verrückteste Wagnis unseres Lebens einlassen. Wir haben den tiefsten Wunsch, unser Leben nicht zu vergeuden, sondern mit Haut und Haaren Gott und den Menschen zu dienen. Wir ahnen, da hat einer viel mehr mit uns vor, als wir uns je denken können. In kindlichem Glauben sind wir aufgebrochen, bis wir im menschlichen Miteinander merkten, hier wird auch nur mit Wasser gekocht. Die Geschichte hat ihre Brandspuren hinterlassen und Glasscherben säumten unseren Weg. Inzwischen lernten wir, wie viele Erfahrungen mehr nach Erde riechen, als wir geglaubt und gehofft haben. Hohe Ideale sind der alltäglichen Machbarkeit gewichen. Der äußere Druck und unsere Zwänge haben uns verstehen gelehrt, wo die Grenzen aller schöngeistigen Gedanken liegen.

Doch was wäre, wenn unser leidenschaftlicher Ruf, in allen Grenzen lebendig sein will?

 

1. Vom lähmenden Kampf

 Gedenke daran, Jakob, und du, Israel, denn du bist mein Knecht. Ich habe dich bereitet, dass du mein Knecht seist. Kehre dich zu mir, denn ich erlöse dich!

Wo es schwer geworden ist, wo die Verhältnisse uns an den Rand unserer Kräfte bringen, wo die Perspektive in die Zukunft mehr als düster aussieht, werden wir eingeladen, das Album aus unserer Kinderzeit anzuschauen. Wenn’s dick kommt, ist Erinnern angesagt. Wir werden ermutigt, auf unsere Gedächtnislücken zu schauen.

Jakob und Israel sind Gottes Herzblatt. Es sind die vom Leben Auserwählten. Hier dürfen wir uns höchst persönlich angesprochen fühlen. Wir sind diese Auserwählten, die aufgrund der Erschütterungen nicht mehr wissen wer die sind. Unsere menschliche Wahrnehmung, hat das Göttliche, das sich an uns ereignen will, zugedeckt. Die christliche Kirche läuft wie ein Altenheimbewohner durch die Flure und sucht hier im schwäbischen Dettingen, den Weg in die hessische Heimatstadt. Aufgrund der christlichen Erziehung und der täglichen Erfahrung hat sich ein Glaube entwickelt, der sich vorbetet:

  • Ich bin nicht gut genug, um das zu leben, was Gott wollte
  • so wichtig bin ich gar nicht, und bleibe lieber bescheiden
  • Es wird nicht so heiß gegessen, wie es gekocht wird.

Der Alltag hat uns auf ein menschliches Mittelmaß heruntergedimmt. Erinnere dich daran, wer du wirklich bist.

Du bist mein Knecht, dazu habe ich dich gemacht. Im Englischen steht das Wort Knecht = knight für einen Ritter. Jesaja sieht in dem „leidenden Gottesknecht“ den Christus. Gott wählt uns zu „Christus-Rittern“. Darauf will er uns besinnen. Gott will uns aus dem traurigen Menschenbild, mit dem wir uns abgefunden haben, herauslösen. Die Umkehr will uns loslösen von dem, uns nur in unserer Menschlichkeit zu begreifen. Kehre dich zu mir, will uns in den Adelsstand erheben, zu dem wir gemacht sind.

Es stellt uns vom lähmenden Kampf, uns rein menschlichen zu betrachten, der unfähig ist, Reich Gottes zu bauen…

 

2. …in eine neue Selbstwahrnehmung

Israel, ich vergesse dich nicht! Ich tilge deine Missetat wie eine Wolke und deine Sünden wie den Nebel. Jauchzet, ihr Himmel, denn der HERR hat’s getan! Jubelt, ihr Tiefen der Erde! Ihr Berge, frohlocket mit Jauchzen, der Wald und alle Bäume darin!

Gott ist aus unserer Sicht utopisch. Er glaubt gegen jedes bessere Wissen, gegen menschliche Abgründe an Herrlichkeit. Er bezieht den Menschen radikal in sein Handeln ein und ist doch nicht von Menschlichkeit abhängig. Für ihn ist der Mensch in ihm gegenwärtig. Ich vergesse dich nicht, ist die immerwährende Gottespräsenz.

Gott trennt nicht, was wir gerne auseinanderdividieren. Er sieht sich untrennbar von uns. Wo wir sagen, da ist Gott und hier bin ich, sagt er, – du bist in mir bewahrt und ich bin in dir gegenwärtig. Gott gebraucht meine Existenz für seine unendlichen Zwecke. Er kommt durch mich zur Welt.

Wo ich mich als reiner Mensch begreife, löse ich mich von dem Gott, der in mir wohnt. Ich distanziere mich von dem Geist, der sich in mir ihre Wohnung bereitet hat. Wir betreten hier die Pfade alter Mystiker.  Die englische Mystikerin Juliana von Norwich kam im 14. Jahrhundert zu der für uns unfassbaren Erkenntnis: „Seht! Ich bin Gott; seht! Ich bin in allen Dingen; seht! Ich wirke in allen Dingen!“

Mir wird dabei schwindelig, wie nah Gott ist, wie ich als Gefäß den handelnden Gott an mir zulasse und sogar zum handelnden Gott werde. Ich bin eins mit Christus und andauernde Lebensäußerung Gottes. Wenn Gott dieses zweigeteilt auflöst, tilgt er dieses Missverständnis von – hier er, dort ich. Er zieht den Nebel weg, von der Vorstellung,- ich bin von Gott getrennt, ich bin ein sündiger Mensch. Jesus ist das sichtbare Zeichen, wie Gott und Mensch eins, und dadurch Licht der Welt ist. Damit hat er die Sünde aufgelöst und dem Menschen sein Vermächtnis zurückgegeben.

Jauchzet, ihr Himmel, denn der HERR hat’s getan! Jubelt, ihr Tiefen der Erde! Leben ist in allem Gottesoffenbarung. Gott ist in allen Höhen, in allen Tiefen, in allen Menschen. Er ist in allem und wirkt in allem. Zu dem dürfen wir zurückkehren und uns in menschlichen Tiefen als Jubel Gottes in Person erkennen. Gott feiert sich selbst durch uns.

Wo wir uns in dieser Selbstwahrnehmung erkennen…

3. …werden wir zu befreienden Adeligen

Denn der HERR hat Jakob erlöst, an Israel verherrlicht er sich.

Gott erlöst uns davon, nur Menschen dieser Erde zu sein und sagt uns: du bist ich. Ich verherrliche mich durch die Knechte und Ritter, die ich geschaffen habe, um mich zu zeigen. Damit bin ich der Christus-Ritter, den er auf den Thron setzt, um über die Erde zu herrschen. Dort wo ich meinen königlichen Stuhl einnehme, bin ich autorisiert dem Frieden zu dienen. Meine Worte haben Macht, gegen das Unrecht dieser Welt anzugehen. Meine Autorität liegt nicht in mir, sondern in dem, der sich an mir verherrlicht.

Wo ich diese Gnade nicht annehme, wird aus Herrlichkeit Gottes, der Nebel des von Gott-getrennt-Seins. Belastete werden nicht frei sind und bleiben in menschlichen Belangen gefangen.

Ein heiliger Schauer durchzuckt mich, wenn ich meine ein Diener der ganzen Schöpfung zu werden und dabei feststelle, dass mir das ganze Leben dient. In dem Moment, wo mir diese Heiligkeit bewusst wird, erkenne ich, wie alles was im Leben geschieht, vor mir auf die Knie geht und mir dient. Mich erfasst ein wildes Beben, dass alle Krankheiten, Schicksalsschläge, und Schmerzen, die mir zu Füßen liegen, durch mich zum Jubel verwandelt werden wollen. Meine Kreuzwege, wollen meinem Heil dienen und willkommene Wegbegleiter sein, die einen neuen Himmel und eine neue Erde in dieser Welt sichtbar werden lassen. Wir sind Menschen dieser Erde, die sich Gott zu heiligen Kriegen in dieser Welt gemacht hat.

An diese tiefe Wahrheit will uns dieses Wort erinnern.  Wir dürfen uns gegenseitig daran erinnern, dass wir zum heilenden Christus für eine wunde Erde gerufen sind. Gott hat dich und mich erwählt, eine Pipeline zu sein, Wohnung Gottes zu sein, durch die er die Welt erlöst.

 Ich verneige mich vor deiner Heiligkeit, die von dir zu mir kommt und den Jubel Gottes vermehrt.

Du bist ewiges Leuchten

Deine Sonne wird nicht mehr untergehen und dein Mond nicht den Schein verlieren; denn der Herr wird dein ewiges Licht sein.
Jes 60,20

Gestern sah ich eine Videobotschaft, die Schwester Damiana, von den Marienschwestern in Darmstadt, vor gut 2 Wochen mit letzter Kraft aufgenommen hat. Sie brachte als Krebskranke im Endstadium, noch einmal ihr Herzensanliegen zum Ausdruck. https://youtu.be/3NeYzlMQPlY Mit einem Hut, statt Schwesternschleier auf dem Kopf, bedeckte sie das aufgebrochene Geschwür an der Schädeldecke. Im Angesicht des Todes spricht sie von Herrlichkeit. Faszinierendes Strahlen, in einem zerfallenden Körper wird sichtbar. Wo ich tiefes Mitleid empfinde, mir die Schmerzen in diesem geschundenen Leib vorstelle, wurde ich von Licht überwältigt.

Die Sonne, die in von Metastasen durchsetzten Knochen nicht untergeht, und der Mond, der seinen Schein in einer verkrebsten Lunge nicht verliert, kann kein kosmischer Planet von außen sein. Dieses Licht kommt von einer inneren Quelle, die von nichts aufgefressen und verdunkelt werden kann. Der Herr wird dein ewiges Licht sein, ist das Leuchten, das alle Tode überdauert. Ein Licht, das alle Dunkelheiten in den Schatten stellt. Jesus sagt, ich bin das Licht der Welt und du bist das Licht der Welt. In uns lebt ein alle Katastrophen überwindender Glanz. Du bist ewiges Strahlen in einer sich auflösenden Hülle. In dir ist etwas lebendig, was keine Finsternis abwürgen kann. Da ist so viel Licht, um alle Nacht der Welt auszuleuchten. An dir zeigt sich, dass Herrlichkeit sich in Sterblichkeit ereignet.

Was würde mit dir und der ganzen Welt geschehen, wenn bei jedem dieses Licht sichtbar wäre? Wie hell wäre unser Miteinander, wenn wir uns bewusst machten, was in uns Leuchten will?

Wo will heute dein Licht strahlen, wo andere Lichter ausgegangen sind?

Erlaube dir, ganz du selbst zu sein! Gott segne dein Leuchten!

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Im Schatten liegt tiefste Freude

Vor dir freut man sich, wie man sich freut in der Ernte.
Jes 9,2

Wir haben gelernt, uns über das Schöne, über liebe Menschen zu freuen und unter dem Schlechten zu leiden. Wir sortieren in Gut und Böse in freudig und traurig. Wir sind darauf getrimmt, das Erfreuliche anzustreben und das Unerfreuliche zu meiden. Ich freue mich über einen goldgelb leuchtenden Spätherbstnachmittag und klage über einen regnerisch trüben Novembermorgen. Es ist eben nicht alle Tage Sonnenschein, an denen die Augenpaare strahlen und das Gemüt vor Glück strotzt. Wenn mir das Leben quer von der Seite kommt, mich an Mark und Bein durchschüttelt, dann gibt es eben nichts zum Freuen. Der Ernst des Lebens hat mich gelehrt, Freude kommt auf einem mühsamen Pflaster daher.

Was wäre, wenn es nichts gibt, was wahren Freude entgegensteht? Wie würde sich das anfühlen, wenn mir das Leben, in allem was mir geschieht, wohlwollend begegnet? Gibt es in meinem Leben wirklich Gegner, die es zu besiegen gilt? Der Mut-mach-Prophet Jesaja, wirft einen hoch interessanten Aspekt ins Leben. „Vor dir freut man sich, wie an Erntedank.“ Freude ist die Fülle des Lebens ernten. Ich freue mich an den Früchten, die mir das Leben serviert. Wo ich diesen Service als Handreichung des Allmächtigen betrachte, wird mir selbst die schwerste Krise zum Lebensmittel. Vor Gott erkenne ich, dass selbst mein diagnostizierter Leberkrebs mir nicht als Gegner gegenübertritt, sondern von mir angenommen werden möchte. Vor dir erkenne ich, dass mir das Leben zwar mit all seinen Schatten begegnet, jedoch zur Ernte meines Lebens gehören. Sie wollen nicht vernichtet, sondern geerntet werden.

Wo in deinem Leben stellst du dich gegen das Unangenehme? Wo entgeht dir die Freude, die in der Ernte deiner Schatten liegt?

Welchen Schatten könnte ich bejahen, um in tiefste Freude zu kommen?

Erlaube dir, ganz du selbst zu sein! Gott segne und erfreue dich!

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Deine Reformation

Ich bin der Herr. Was ich rede, das soll geschehen und sich nicht lange hinausziehen.
Hes 12,25

Vor 504 Jahren nahm ein Augustiner Mönch Hammer und Nägel in die Hand und donnerte 95 Thesen an die Wittenberger Kirchentüre. Martin Luther war von einem Geist getrieben, der nicht mehr mit ansehen konnte, wie Glaube zu einem frommen Leistungsdruck verkommt, der Generationen mit drohendem Fegefeuer einschüchterte. In ihm loderte ein Feuer, das eine Schneise der Befreiung in die gebeutelte Gesellschaft brannte. Ein brennender Geist bot den Mächtigen die Stirn und veränderte die Welt. Reformation demonstrierte das pulsierendes Leben, das aus der höchsten Quelle schöpft, nicht aus Worten besteht, sondern aus unbändiger Kraft, die Menschen in bebende Leidenschaft versetzt.

Luther pochte auf Umdenken von eingefahrenen Systemen. Sein markanter Satz, „unser Leben sei eine tägliche Buße“, war die Revolution allen menschlichen Denkens. Es ist die Rückbesinnung auf die unfassbare Tatsache, dass in einem irdischen Wesen, ein himmlisches Ereignis stattfindet. In einer sterblichen Hülle, wohnt ein unsterblicher Geist. Die Leidenschaft der Schöpfung macht Körperübungen. Das ist Embodyment der ewigen Welt, die eine Form auf dieser Erde sucht, um auszudrücken, wie Leben ein beseelt sein, von etwas viel Größerem ist. Glaube und Leben ist keine Lehre, die es zu befolgen gilt, es ist der lebendige Gott in Ekstase. Er macht nicht viele Worte, er fackelt nicht lange, sondern bringt andauernd einen frischen, atemberaubenden Geist in bestehende Formen.

Erlebst du deine tägliche Reformation? Lebst du beschaulich in deinen eingespielten Formen, oder darf dich ein lebendiger Geist noch aus deinem bestehenden Denken werfen? Wieviel revolutionäre Frische lässt du zu?

Wo könnte ein Umdenken, deine Tage aus den Angeln heben?

Erlaube dir, ganz du selbst zu sein! Gott segne dich an diesem Reformationstag.

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Entdecke die Wundermedizin

Ich bin der Herr, dein Arzt.
2.Mose 15,26

Niemandes Leben ist gänzlich frei von Schmerz und Kummer. Geht es nicht darum zu lernen, mit ihnen zu leben, anstatt zu versuchen, sie zu vermeiden? Der größte Teil des menschlichen Schmerzes ist unnötig. Solange der unbeobachtete Verstand dein Leben regiert, erschaffst du den Schmerz selbst. Der Schmerz, den du jetzt erschaffst, entspringt aus deiner Ablehnung dessen, was ist, aus deinem unbewussten Widerstand. Auf der Ebene des Verstandes entspricht Widerstand einer Form von Beurteilung, auf der emotionalen Ebene einer Form von Negativität. Schmerz beginnt mit der Ablehnung des gegenwärtigen Moments. Der Verstand sucht immer danach, das Jetzt zu vermeiden und ihm zu entkommen. Je mehr du fähig bist, das Jetzt anzuerkennen und zu akzeptieren, desto freier bist du von Schmerz und Leiden – frei vom Ego-Verstand, beschreibt Eckart Tolle.

In dem Moment, in dem wir akzeptieren was ist, beginnt etwas zu heilen. Egal ob mir das Haus abbrennt, oder ob ich eine Kündigung erhalte, wo ich mein Unglück bejammere, fange ich an zu leiden. Ich beklage, wie ungerecht ich behandelt werde und höre auf, in dem, was mir gerade passiert, dem Leben zu vertrauen. Ich entziehe mich lebensschaffender Kraft, die mich gerade zu dem macht, der ich bin. Wenn Gott sagt, ich bin dein Arzt, dann lädt er zum radikalen Vertrauen ein. Wenn mir mit 56 überraschend der Mann wegstirbt und sich der Sohn bereits zehn Jahre zuvor das Leben genommen hat, will hier an mir etwas Schöpferisches geschehen. Es ist nicht das Ende oder der Zusammenbruch, sondern im Vertrauen, das Hineinwachsen in eine ungeahnte Größe. Doch weil es weh tut, wenn ein geliebter Mensch schlagartig die Augen schließt, wehren wir uns gegen den Arzt, die im schmerzhaften Ereignis uns zur Seite tritt.

Was könnte heilen, wenn ich den Schmerz als Wundermedizin betrachte?

Erlaube dir, ganz du selbst zu sein! Gott segne dich!

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