Unser Blog

Die täglichen „Mut-mach-Worte“ von Bruder Theophilos und weitere aufbauende Perlen aus dem Kloster.

Sei ruhig unvernünftig

„Die Texte werden in mir lebendig und die Fotos sind der absolute Wahnsinn“
„Danke für Ihre mutige, frische, zeitgemäße, bodenständige und himmelwärts gerichtete Sichtweise!“

…und folge dem göttlichen Funken!

Du möchtest der sein, in dem das himmlische Geheimnis lebt und nicht zweifeln, wenn du vor dem Unmöglichen stehst.
Dann öffne dich Worten, die schöpferisch alles in dir aktivieren.

Dieses Buch, mit täglichen Häppchen und gefühlvollen Fotografien entführt dich in dein gottbegnadetes Geheimnis.
Eine erlesene Auswahl der täglichen Mut.Mach.Worte von Bruder Theophilos.

Bruder Theophilos – Blumenmönch seit 40 Jahren
blättere dich einfach einmal kurz durch das Buch und lass dich inspirieren

Leseprobe
vom 6. April 2020

Lass mal den Geist machen

Wenn ich auch noch so viele meiner Gebote aufschreibe, so werden sie doch geachtet wie eine fremde Lehre. Hos. 8, 12

Menschen sind Macher. Ich war gestern ganz allein unterwegs, nichts Lautes um mich herum und doch ging in meinem Kopf der Punk ab. Meine Gedanken machten parallel einen Spaziergang ins Gestern und Vorgestern. Sie machten Programme für morgen, machten sich Sorgen für übermorgen. Vor lauter „machen“ und wo anders sein, merkte ich kaum, dass die Blattknospen der Buchen prall in der Sonne glänzten und im Unterholz die Blätter schon ausgetrieben hatten. Beinahe hätte ich vor lauter machen diesen energiegeladenen Moment verpasst.

Auch die alten Israeliten waren ein umtriebiges Volk. Sie bauten Tempel und Paläste. Sie machten einen Altar nach dem andern, für immer neue Gottheiten. Heute schmieden wir Programme, wie wir in den Gemeinden trotz „Hausarrest“ irgendetwas auf die Beine stellen können. Wir wollen etwas machen. In der Krise sind ja kreative Lösungen gefragt. Doch Gott sagte damals dem hyperaktiven Volk: soll ich euch wieder in die Gefangenschaft nach Ägypten schicken, dass ihr zur Besinnung kommt? Oder heute: Meint ihr, wenn ihr jetzt zuhause sitzt, niemand besuchen könnt und dafür im Internet surft, bis das Netz zusammenbricht, dass ihr dann eure Erfüllung findet? Soll ich noch mehr Gebote aufschreiben, noch mehr Viren schicken, dass ihr in meiner Gegenwart ankommt?

Da ist doch bei einem Frühlingsspaziergang durch den Wald eine virenfreie Zone. Kirschblüten auf den Wiesen platzen auf. Mein Atem bewegt meinen Brust- und Bauchraum und macht mir bewusst, wie lebendig ich gerade bin. In dieser Stille, in dieser Präsenz ist der Himmel offen. Wo wir das erfassen und nicht als etwas Fremdes betrachten, machen wir nichts mehr, sondern der Heilige Geist hebt unseren Geist empor.

Wo fällt es uns schwer, still zu werden und den Geist machen zu lassen?

Leserstimmen

In diesen so herausfordernden Zeiten ist Ihr Buch Balsam für die Seele eines JEDEN der es liest. BRAVO🤗🤗🤗!
Es gibt einem neue Kraft und Energie…mit Gottes Worten aus der Bibel für die Zukunft schöpfen zu können.
Katharina B.

Nachdem wir jetzt dein Buch live und in echt in den Händen halten, will ich dir sagen, wie schön und edel das wirklich ist. Richtig gute Aufmachung, voll klasse auch die verschiedenen Inhaltsverzeichnisse.
Was den Inhalt betrifft, bin ich einfach -wie jeden Tag- so dankbar, auch wenn mich das „überlaufende Fass des Segens“ manchmal noch etwas überfordert. Aber mich nervt dieses unendliche Ball flach halten von manchen Christen  die mir begegnen bzw. mit denen ich zu tun habe so, das kann nicht der wahre Glaube sein. Das hat immer so einen blöden Zug nach unten und ich stelle meine neu gewonnene Lebendigkeit im Glauben oft gleich wieder in Frage. Deshalb bin ich so froh über diesen „Gegenzug“ nach oben. 😊Und ich darf auch spüren, dass der Wirkung hat. Deshalb echte Dankbarkeit.
Freu mich schon sehr drauf, das Buch zu verschenken 😃
Anja M.

Es ist da!!! 😁
Dankbar und mit Ehrfurcht blättere ich andächtig in diesem ganz besonderen ‚Blumen-Buch‘ und halte es wie einen kostbaren Schatz in meinen Händen ❣️ Mein Staunen und meine Freude finden kaum Worte… Die Texte werden wieder lebendig in mir 😇 und die Fotos sind der absolute Wahnsinn 🌹…  Einfach *Wunder* schön!!!  Ich bin zutiefst berührt, DANKE ❣️
Wie viel Arbeit, Organisation, Absprachen, Koordination, Überlegungen etc. dahinter stecken, großartig!
Mechthilid B.

Vielen lieben Dank für das wunderschöne „extra Exemplar“ für mich persönlich. Es ist ein großartiges Werk geworden, ich bin überwältigt. Ich freu mich wie ein kleines Kind . 🙃
So eine tolle Qualität und so geschmackvoll mit deinen wunderbaren Fotos .
Ina P.

Lieber Bruder Theophilos, gestern kam das Buchpaket hier an und wir sind begeistert 🎉 😊 aus jahrelangem treuem morgendlichen Sich „Gottes Güte und seinem Wort hinhalten und als Gefäß füllen und formen zu lassen“ ist ein Kunstwerk entstanden, das den Menschen denen es geschenkt ist sagt „ Gott ist gut und ER hat Gutes für dich…“ Vielen Dank für dieses tägliche Weitergeben dessen was der heilige Geist gibt. Ich werde dieses wunderschöne Buch fröhlich verschenken und vertrauen, dass Gott segensreich und heilsam verändernd in Menschenleben spricht. Und ich bete dass Dir weiterhin dieses Wohnen und Sein in der Liebe Gottes das Leben in allen Lagen zum Fest werden lässt. Ich denke das Buch ist in diesen eher dämpfenden Coronazeit ermutigende Herausforderung und ich hoffe dass es mutig verteilt und weitergegeben wird und Gottes Reich, vermutlich oft nicht zuerst nach außen sichtbar, gebaut wird. Ich bin sicher du hast und wirst weiter Schätze im Himmel sammeln und eines Tages staunend sehen was Gott daraus gemacht hat. Einfach durch schlichtes Vertrauen und daraus folgendem schlichtem Gehorsam und Tun 🙏💪😇 Gottes reichen Segen und jetzt ist einfach volle Kanne *Freuen* dran 😁👑 Bea und Martin

Oh lieber Theophilos, was für ein wunderschönes Buch, das ich in den Händen halte 🥰.Vielen lieben Dank. Es ist so toll und übertrifft alle meine Vorstellungen 😄🥰
Carmen

Gestern habe ich mein bestes Weihnachtsgeschenk von dir bekommen😇🤗😮😁👍! Das Buch ist sehr angenehm schön einfach in den Händen zu halten. Sehr schöne und innovative Gestaltung des Buches😮👍💫🌤️💪🙆‍♀️🌈. Ihr seid Spitze! Die Texte laden ein, die durchzulesen, die schönen Bilder bekräftigen alles. Du hast dich selbst mit deiner Aufgabe  übertroffen😀😁🙏💐🥳!
Olesya

Seit Weihnachten hat das Buch meinen Mann und mich jeden Tag begleitet und wir wollten es gern 4 Expl. nachbestellen, um es gleich im Januar an Freunde zum Geburtstag weiterzuverschenken.
Da ich gerade mit viel Freude in Dresden eine dreijährige Weiterbildung Systemische Beratung mache und dort aber die einzige Pfarrerin bin, fehlt mir manchmal das Spagat von all den vielen Sozialarbeiterinnen in der Ausbildung hin zu meiner Arbeit.
Dafür ist Ihr Buch wie ein sehr gelungenes Lehrbuch – der bibl. Impuls, die kurzen Gedanken dazu und die abschließende Frage. Die Fragen sind wirklich oft das, was uns weiterbringt.
Und die Weite Ihrer Auslegung knüpft so wunderbar an die neuen Erkenntnisse von Neurobiologie und transgenerationalem Arbeiten an, hat so eine Weite und Liebe zum Leben, dass es uns inspiriert und erfreut! Vom äußerst erfrischenden, gelungen Design und den wunderschönen Fotos mal ganz abgesehen, die sprechen ja auch noch mal ganz stark für sich und laden wirklich ein, das Buch aufgeschlagen liegen zu lassen!

Wir brauchen in unserer oft so verrückten, überladenen, verqueren Zeit so dringend „Schwarzbrot“ für die Seele….
Z.B. S.19, aber auch viele andere Tagesimpulse sind so tief und prägnant….

Danke für Ihre mutige, frische, zeitgemäße, bodenständige und himmelwärts gerichtete Sichtweise!

Danke an Sie, dass Sie uns teilhaben lassen an Ihrem Glaubensweg!
Dorothee F.

Folge dem göttlichen Funken

Südwestpresse 07.01.2021 – Seite 10
Bruder Theophilos hat Erfolg mit der Aufforderung in seinem Buch „Sei ruhig unvernünftig“

Interview von Doreen Falkenthal mit Bruder Theophilos

Folge dem göttlichen Funken

Das Verlegerehepaar Burkert Yvonne und Stefan (links) und Susanne Neudeck (r.) haben Bruder Theophilos zu dem Buch motiviert und ihn bei dem Projekt unterstützt.
Foto: Mara Sander

Es mag zunächst etwas gegensätzlich klingen, wenn der Dettinger Blumenmönch Bruder Theophilos dazu auffordert „sei ruhig unvernünftig“. Diesen Titel hat er für sein erstes Buch gewählt, das tägliche Mut-Mach-Worte neben seinen Fotos von besonderen Blumen beinhaltet.

 
Gleichzeitig ruhig und unvernünftig zu sein ist in diesem Fall gleichzusetzen mit Ruhe bewahren trotz Krisen und Gefühlschaos, statt hektisch oder verzweifelt zu reagieren, „sich auf das Urvertrauen im Leben zu besinnen“, erklärt der Autor dazu.
 

Wo du vernünftig bleibst, verzichtest du auf die Unverschämtheit,  die eine Arche in der Wüste bauen könnte.“

 
Entschleunigung tut gut
Die Coronakrise sei nur ein Beispiel dafür, dass die damit verbundene Entschleunigung im Alltag auch gut tun kann. Plötzlich merke man, Dinge Wert zu schätzen oder zu vermissen, die bisher als selbstverständlich angesehen wurden – vom Einkauf bis zu Veranstaltungen. Ruhe statt Stress könne Kreativität freisetzen und dadurch „Sinn zu finden für etwas, für das wir da sind.“ Darum lautet auch der vollständige Titel mit Untertitel „Sei ruhig unvernünftig und folge dem göttlichen Funken!“
 
Vom Schreiner zum Mönch
Das hat Bruder Theophilos übrigens schon selbst einmal gemacht, indem er als gelernter Schreiner sein Leben auf den Kopf stellte und Mönch wurde, weil es ihn dazu drängte. „Diesen Schritt habe ich nie bereut, es ist meine Berufung.“ Dass einige Menschen in seiner Umgebung das unvernünftig fanden, irritierte ihn dabei nicht.
 
„Wo du vernünftig bleibst, hält dich die Vernunft gefangen. Du verzichtest auf die Unverschämtheit, die eine Arche in der Wüste bauen könnte“, so der Blumenmönch, der gern mal „frech und unvernünftig“ denkt und handelt, wenn er im Gottvertrauen Wege geht. Die sind manchmal unwegsam, aber immer zielführend.
 
Die Idee zum Buch gab es zwar schon länger, weil immer wieder Leser der Mut machenden täglichen Impulse auf der Webseite der Blumenmönche fragten, ob es die auch als Buch gebe. Doch erst Corona mit dem Lockdown ließ den Blumenmönch aus der Ruhe heraus „unvernünftig“ werden und sein erstes Buch verfassen.
 
Das Risiko der Finanzierung konnte er durch Vorbestellungen reduzieren, und das Verlegerehepaar Stefan und Yvonne Burkert aus Gomaringen war sofort vom Projekt begeistert und schlug die Illustration mit den Blumenfotos des Hobbyfotografen und Autors vor. Die Fotos erfreuen und berühren die Seele, bergen manche Geheimnisse wie schon allein das Umschlagfoto. In der Spirale der Passionsblume vor dem Hintergrund einer Mohnblüte erkennt kaum jemand auf Anhieb aus diesem neuen Blickwinkel, um welche Blumen es sich handelt. Das ist symbolisch dafür, dass ein Perspektivwechsel neue Einsichten geben kann. Das Buch ermutigt dazu, auch in Krisenzeiten nicht zu verzagen, sondern etwas Positives zu entdecken.
 
„Ein tolles Erlebnis. Ich habe nicht geglaubt, dass das Buch ein solcher Erfolg wird“, so Bruder Theophilos zum Abverkauf von fast der Hälfte der Auflage von 1500 Exemplaren innerhalb der ersten fünf Wochen trotz des Lockdowns.
 

Sei dir bewusst, wie fest du bist

Wo ist ein Fels außer unserem Gott?

PS 18,32

Menschen wollen stark sein, wollen mit Krisen gut umgehen und wollen sich nicht von jeder Kleinigkeit umhauen lassen. Unser früherer Nachbar Graf Eberhard im Barte, baute die Burg Hohen Urach. Eine Festung, fast uneinnehmbar für Angreifer. Viele Fürsten seiner Zeit sahen ihre Sicherheit in einem erhabenen Gebäude, das massiv auf die Felsen eines Berggipfels gesetzt wurde. Der volle Überblick über jedwede Bedrohung von irgendeiner Seite. Wir alle wollen sicher und stark sein, gerade in Zeiten, in denen nichts sicher ist und Halt gibt.

Ein Boot, das auf Wellen so dahintreibt, kann sich nicht an Wellen oder Wasser festmachen. Es braucht entweder einen Anker, der bis zum Grund reicht oder einen Pfahl, an dem es sich festmachen kann. Gott ist der Unverrückbare. Da ist eine Lebensinstanz, die uneinnehmbar ist. Ein Leben, das unauslöschlich ist. Paulus sagt: Es gibt keinen festeren Grund als Jesus Christus. Dem angefochtenen, zerrinnenden, sich auflösenden Leben steht unvergängliches Leben gegenüber. Wir leben ständig in zwei Welten in zwei Realitäten und können entscheiden, ob wir geschüttelt werden oder fest stehen. Der Grund auf den wir uns besinnen können liegt in uns. Es ist das Eins sein mit dem nie vergehenden Leben aus dem wir kommen. Das in Christus sein, ist das durchdrungen sein mit dem Heiligen Geist, der diese Online-Verbindung zum Ewigen hält.

Wo du dir bewusst wirst, wo du wach wirst, dass dein wirkliches Sein in Gott ruht, wo du auf dieses Leben schaust, das immer war und immer sein wird, entdeckst du, dass nur dein Körper Angst vor den Stürmen hat. In Wahrheit bist du nie aus deinem unendlichen Bestehen herauszulösen.

Wie könnte ich mir diesen Halt noch viel bewusster machen?

Gott segne dich.

Tägliches Vollwertfrühstück – ermutigend – frech – kraftvoll
per WhatsApp +49 174 3387611
telegram: https://t.me/brudertheophilos
https://www.instagram.com/bruder_theophilos/
www.Blumenmönche.shop

glaubensimpulse, #dagehtnochmehr, #dubistberufen, #seigesegnet, #seminare

Das Wort ganz nah bei dir

-Br. Markus- 5. Mose 30, 11-14

Der freundlich lächelnde Kellner erklärte uns, wie es wirklich ist. Der Koran sei nämlich in Arabisch geschrieben, und da man in der Türkei türkisch spreche, könne man es leider nicht verstehen, was da geschrieben steht in diesem dicken Buch, das dem guten Mohammedaner dazu helfen soll, Richtung zu finden für sein Leben. Natürlich verehre man Allah, dass man aber deswegen kein Bier trinken solle, kann man zumindest an der türkischen Westküste nicht wirklich verstehen. Mekka ist weit weg, und auf die große Entfernung bei der staubigen Straße kann es schon passieren, daß das eine oder andere Prophetenwort verloren geht oder landestypisch interpretiert wird.

Als gut erzogene Deutsche hatten wir dummerweise auf unser Bier verzichtet, um vor Ort nicht unangenehm aufzufallen. So kann`s einem gehen. Es ist ein Verdienst Martin Luthers, dass die Bibel nicht in arabisch, sondern auf Deutsch vorliegt, und jeder nachlesen kann, wie das genau gemeint ist mit unserem Glauben, dem Wort und dem Ganzen. Es geht um den tiefen Sinn und Zweck, den das Wort Gottes unter uns hat, das Ziel, ausgedrückt in zwei ganz einfachen Worten: Hören und Tun.

1.          So weit, weit weg von mir

Nicht zu hoch und nicht zu fern – nicht im Himmel und nicht jenseits des Meeres

Es geht um das, was wir als Gottes Wort zu kennen meinen. Da fühlt sich vieles an wie religiöse Maskenpflicht – unangenehm zu tragen, nicht wirklich hilfreich, so weit, weit weg vom wirklichen Leben, das doch in Farbe ist. Was wir als Gottes Wort zu kennen glauben, liest sich doch streckenweise wie ein Auszug aus der Verkehrssünderkartei, eingestaubt in überflüssige Unterlassungsanleitungen und überflüssige Freiheitsberaubungen.

Du sollst nicht …So scheint die Botschaft der Bibel im Großen und Ganzen zu klingen und somit die größtes Spaßbremse aller Zeiten zu sein. Das ist aber nur ein ganz kleiner Teil der großen Wahrheit. Unser Abstand, die Entfernung zwischen Mensch und Gott beruht nicht auf falsch verstandenen zwangsmoralischen Einschränkungen. Es wäre unaufrichtig, das zu behaupten. Wirkliche Entfremdung von Gott beruht auf unserem Freiheitsdrang, auf dem unbändigen Menschenwille, sich von niemandem was sagen zu lassen.

Sollte Gott gesagt haben…“ jeder spürt in sich den Drang, es auf eigene Faust zu versuchen, es selber anders zu machen, es besser hinzukriegen. Die Angst, bevormundet zu werden, ist die wirkliche Entfremdung von Gott, die Distanz, in die wir uns begeben, die fatalerweise auf einem großen, bösen Denkfehler beruht.

Gott will gar nicht für uns entscheiden. Gott will sie uns nicht wegnehmen, unsere Freiheit, die eng mit wirklicher Entscheidungsfreiheit verbunden ist. Hätte er das gewollt, hätte er den Menschen anders erschaffen, entscheidungsunfähig. Gott ist der Schöpfer unserer Entscheidungsfreiheit. Er will, dass wir unser Leben selber leben, frei genug, um ja zu sagen oder nein. Er will lediglich der Orientierungspunkt sein für unser Ja oder Nein. Gott will erkannt sein, nicht stur befolgt.

Wer sich befreien kann von der Angst, bevormundet zu werden, entdeckt einen klugen Gott, einen Rat gebenden Gott, einen helfenden Gott, einen Partner, der hilft, teure, folgenschwere Fehler zu vermeiden. Das ist der Plan. Darin liegt die ungeheure Kraft, gerade dann, wenn ich selber gar nicht mehr weiter weiß. Gott ist kein Gott für Besserwisser. Das wollte er nie sein. Er steht denen zur Seite, die sich eingestehen können, nicht mehr weiter zu wissen. Ob mir Gott fern ist oder nicht, liegt gezwungenermaßen an mir selber, an der Frage, ob ich es besser weiß oder eben nicht.

Gott ist immer ganz nah, immer da, wo ich ihn an mich heranlasse. Er ist

2.          Unentrinnbar nah

Es ist das Wort ganz nah bei dir.

Gott ist gegenwärtig – in jedem Augenblick unsres Lebens, nicht nur zwischen den Buchdeckeln der guten alten Bibel. Gott ist immer nah bei mir, immer, wenn die Frage aufsteht: Soll ich – oder soll ich nicht?

Keiner von uns weiß, vor welche Fragen ihn das Leben stellt. Was für mich richtig ist, muss nicht für alle richtig sein. Gott ist ein großer Feind von großen Entscheidungen, die für alle gleichermaßen falsch oder richtig sind. Die allgemeingültigen Entscheidungshilfen stehen ja alle in der Bibel. Es geht auch nicht um fromme Diskussion.

Der Theologe Stählin sagt: „Wer Gottes Wort zum Gegenstand interessanter Diskussionen macht, verbaut sich und anderen den Weg zum schlichten Gehorsam.“

Es geht um unsere freie Entscheidung in Gottes Nähe – was ja nicht  heißt, dass es verboten ist, mit anderen über schwierige Probleme zu reden, im Gegenteil. Es geht darum, das Leben zu wählen, das Leben zu ergreifen, das in der Nähe Gottes ist. Es muss eine freie Entscheidung sein. Gott ist keine Arznei, die man einnehmen muss.

Gott will überzeugend sein. Er will uns aus freien Stücken, deshalb will er, dass auch wir ihn nur aus freien Stücken wollen. Er ist immer da und meldet sich, auch in der leisen Stimme unseres Gewissens, das uns anspricht oder eben auch nicht. Es geht nicht um Gefühle, es geht um Rechenschaft, die ich mir selber gebe – oder eben auch nicht.

Die Bibel und die großen Worte sind das eine. Wie sie anzuwenden sind, steht aber manchmal leider nicht im Buche, und da wird es zur Auseinandersetzung mit dem Leben, mit mir selber und mit den anderen, die auch betroffen sind.

Gott ist mir nah. Er ist aber auch nahe bei den anderen. Gott ist auch nah bei dem, der anderer Meinung ist als ich. Überall, wo ich das bei mir oder bei den anderen vergesse, bin ich dann doch eher weit, weit weg, selbst wenn ich mich ganz nah dran fühle. Es ist nie eine eigene Gefühlsfrage, ob ich Gott nahe bin. Es ist eine Tatsache, daß mir Gott immer nahe ist, egal ob ich ihn ranlasse oder nicht. Ich habe nicht die Macht, Gott von mir zu entfernen. Ich kann mich bestenfalls selber entfremden. Es gibt keinen Meßwert für Gottes Nähe – wie beim Akku, wenn man sagen könnte 10, 20 oder 30 Prozent. Es ist eine Frage der Offenheit in dem Augenblick in dem ich mich ansprechen lasse. Es ist der Augenblick der Zustimmung, in dem ich geschehen lasse, der Augenblick in dem das Wort

3.          Tatwort wird

Es ist das Wort ganz nah bei dir, in deinem Mund und deinem Herzen, daß du es tust.

Gottes Wort hat ein klares Ziel. Es geht nicht so sehr darum, eine eigene Meinung zu äußern oder etwas bekannt zu machen, als vielmehr darum, etwas in Bewegung zu bringen.

Hören und Tun – „hören, dass Du es tust“ heißt es mehrfach im Text.

Gottes Wort hat das Ziel, die Welt zu verwandeln, sie zu formen und zu gestalten – in diesem Augenblick, in dem Moment, in dem er es spricht.

Gottes Wort will immer Tatwort sein, Tatwort an unserer Seite, Tatwort, das uns zur Verfügung steht, Tatwort, das uns verändert und die anderen um uns herum, Tatwort, das uns zu denen werden läßt, die wir sein sollen, zu Gerechten vor Gottes Angesicht,

Menschen, in denen der Zwiespalt endet zwischen Wort und Tat. Menschen, die sich in Bewegung bringen lassen, den Augenblick zum Augenblick Gottes werden zu lassen, zum Moment, in dem das Tatwort schafft, was es sagt.

In Christus allein ist Gottes Wort zu Vollendung der Schöpfung geworden, zum Augenblick der Barmherzigkeit, in dem Gott vergessen kann, daß wir seine Nähe eigentlich nicht verdient haben. In Christus ist sein Wort so nah, dass man ihm eigentlich gar nicht mehr ausweichen kann. Darin erfüllt er das Gesetz – und in ihm das wichtigste Gebot, das im heutigen Mosetext grundsätzlich und allgemein gültig aufgeschrieben ist. Das wichtigeste Gebot der gesamten Christenheit hat hier sein Fundament: Gott und den Nächsten zu lieben ist unsere Lebensaufgabe, das Schöpfungsprogramm. Darin liegt unsere Bestimmung und unser Gewinn. Christus ist Gottes Wort – ganz nah bei Dir und mir, bei allen, die gerne zuhören, was er zu sagen hat. In Christus spricht uns Gott in der Sprache an, die jeder verstehen kann, die kein Kauderwelsch ist oder Jägerlatein. Es ist die Sprache, die Gott spricht, wenn es gilt, die Welt zu verändern, so daß sie wieder gefallen kann in den Augen dessen, der sie geschaffen hat.

In Christus ist Gottes Ja-Wort und auch die Antwort auf all die ganz leisen Fragen, die unser Gewissen uns stellt, die außer uns nie jemand gehört hat. In Christus spricht Gott das Tatwort, das uns aufrüttelt und wach macht, bewegt und beruhigt. Es ist eine völlig neue Sprache, in der Gott uns zum Leben ruft und zur Entscheidung, das Leben zu wählen, das es allein in seiner Nähe geben kann – im Wort, ganz nah bei dir. Amen.

Weniger ist alles

Markus 8, 1-9

Kahlschlag beim Kranich, hieß es vergangene Woche in den Wirtschaftsnachrichten. 
Der von der Corona-Krise schwer getroffene Lufthansa-Konzern will noch mehr Stellen als bislang geplant streichen. Außerdem werde eine größere Zahl an Flugzeugen stillgelegt als ursprünglich vorgesehen. Zu wenig Reisende, zu wenig Interesse an Flugverbindung, lassen dem milliardenschweren Unternehmen die Luft ausgehen.
Das nicht genug haben, um leben zu können kennen wir. Er reicht nicht, um die Mitarbeitergehälter zu bezahlen. Zu wenig, um genügend Schulden zu tilgen.

Zu wenig, um 4.000 hungrige Seelen satt zu machen, diese Problem haben die Jünger am heutigen Gott-Vater-Dank-Fest.

1. Zu wenig

2 Mich jammert das Volk, denn sie harren nun schon drei Tage bei mir aus und haben nichts zu essen. 4 Seine Jünger antworteten ihm: Woher nehmen wir Brot hier in der Einöde, dass wir sie sättigen?

Gott jammert den Mangel seines Volkes und die Menschen haben ein Problem damit. Er will sich gönnerhaft und großzügig zeigen und die Jünger drehen am Rad: -Womit denn? Jesus will sich über eine hungernde Menge erbarmen, weil er sich sagte: Kurze Andacht lange Wurst. Und die Seinen sagen: Woher nehmen und nicht stehlen? Von nichts kommt nichts.

Zwei krasse Gegensätze:

– Jesus, der nicht nur liebe Worte sagt, sondern dessen Liebe durch den Magen gehen will und Menschen, die nur Steppe, Engpässe und Mangel vor sich sehen.

Da sind Jünger, die in der Gegenwart von Jesus schwarz sehen und voll die Panik schieben. Katastrophenstimmung beim Wundertäter. Drei Tage Intensivseminar beim Meister. Reich Gottes-Jahres-Konferenz vom Feinsten. Feierlicher Gottesdienst mit Jubelchören und an der Basis ist nichts angekommen. Wir predigen und nichts kommt an. Wir feiern ohne Ende mit Christus, erheben uns in heiligen Momenten, doch wenn´s zur Sache geht, ist von dem wunderbaren Glauben nicht mehr viel übrig. Wir nennen uns Nachfolger, sehen uns von Gott berufen und bleiben doch im Verstand hängen. Was wir nicht kennen, was wir uns nicht vorstellen können, geht nicht.

„Lieber Gott bleib´ doch vernünftig und sieh wie die Realität wirklich aussieht.“ 4000 Mann und kein Metro in der Nähe, das geht beim besten Willen nicht, – das ist zu wenig.

2.   Eine unnatürliche Formel

Und er fragte sie: Wie viele Brote habt ihr? Sie sprachen: Sieben. Und er gebot dem Volk, sich auf die Erde zu lagern. Und er nahm die sieben Brote, dankte, brach sie und gab sie seinen Jüngern, dass sie sie austeilten.

Jesus klärt die Fakten. Was ist überhaupt da, was haben wir? Okay, 4000 Mann und 7 Brote, das ist für jeden knapp 0, 002 Brote, also nichts. Gut, das ist optimal, das reicht. Also dann mal alle Platz nehmen. Was jetzt passiert, offenbart, dass unser Einmaleins nicht in Gottes Formelsammlung steht.

Wilhelm Busch sagte: „Wer in Glaubenssachen den Verstand befragt, bekommt unchristliche Antworten.“

Nichts ist der Stoff aus dem alles gemacht ist. Am Anfang war Gott und Nichts, das war alles. Am Anfang war dieses eine Wort: Es werde. Aus einer Silbe von Gott, wurde aus dem Nichts Materie. Die Formel: Wort plus Nichts gleich Schöpfung.

Meister Eckehard sagt: „Sobald Gott war, sobald hat er auch die Welt erschaffen. Schöpfung ist hier und jetzt. Sie ist damit ein Vorgang ohne Anfang und Ende.“

Das Wort ist Erschaffungsgewalt, ist heiliger Geist, die von der Christus-Realität durchdrungen ist. Seit dem ersten Atemzug der Welt, ist diese Gewalt für alle Zeiten eine Wirklichkeit, die in jeder Sekunde ein ganzes Universum erschaffen kann. Alle Dinge – sind nichts als unterschiedlich angerührte Gedanken des Geistes. Du, ich, diese Kirche, der Baum hinter dem Haus, die Äcker, die Felder, die ganze Welt haben ihren Ursprung in diesem alles belebenden Geist. Da ist kein Tod, da ist nur Leben. Tod wo ist dein Stachel, Hölle wo ist dein Sieg? Auch der Tod ist das Leben Gottes. Dass etwas sterben könnte, ist für den Mystiker eine Ungeheuerlichkeit (Eckehard). Dieser Geist Gottes ist alles was ist. Alles was ist, ist mit Gott eins, ist andauernde Schöpfung. Nichts von dem was ist, können wir außerhalb von der Wirkung des Geistes betrachten. Wo Nichts ist, ist die ganze Schöpfung.

Jesus nimmt das Nichts was er hat, dankte, bricht das Brot und lässt es austeilen. – Eucharistie. Für ihn ist es völlig normal, dass sich unter danken und teilen Schöpfung manifestiert. Er rechnet in seinem Tun die Wirkungen des Geistes ganz selbstverständlich mit ein. Es ist kein Unterschied ob Gott die ganze Welt erschafft, oder ob er mal 4000 knurrende Mägen satt macht.

3.   Zu viel

Und sie aßen und wurden satt. Und sie sammelten die übrigen Brocken auf, sieben Körbe voll.

Von sieben Broten bleiben sieben Körbe übrig. Also das zigfache vom Einstand. Dieses satt werden hat Jesus nicht nur gepredigt, sondern für alle erfahrbar gemacht. Der Geist erschafft Materie, das ist die höhere Mathematik von Reich Gottes; das ist das natürlichste des Lebens mit Gott. Das ist die Mathematik des Glaubens, die aus dem Nichts alles erschafft. In dieser Schöpfungsformel lebt der Mensch, der im Geist Christi seine Gaben austeilt. Um Welt Gottes, um alles im Leben zu erschaffen, brauchen wir nicht mehr als das, was da ist.

„Dieser Geist fliegt uns nicht von außen irgendwie zu, oder wird uns lehrhaft indoktriniert, sondern wird von innen her erfahren,“ wie Karl Rahner sagt. „In seinem tiefsten Innersten hat der Mensch die Ahnung nicht verloren, dass Reich Gottes in ihm ist. Wer in der Tiefenerfahrung steht, der hat nicht einen Gott: Er ist Kind Gottes, ist aus Gott geboren.“

Wo wir glauben sind wir Schöpfer. Wir glauben an die Wirksamkeit des Geistes, der Christus zum Schöpfer machte und dadurch jede unserer Handlung zu einer Handlung des Schöpfergeistes macht. Zu diesem Erschaffen sind wir am Leben, sind wir berufen. Wir sind dazu berufen, dass unter Danksagung, die Welt satt wird. Mit dem wenigen das wir haben, werden wir im dankbaren Teilen Überfluss schaffen. Wo wir im Wenigen stecken bleiben, wo wir Steppe und Mangel sehen, gilt heute die Einladung unser Rechenart zu überprüfen.

Gott-Vater-Dank will unseren Geist auf Überfluss und Vertrauen ausrichten. Was könnte erschaffen werden, wenn wir das, was hinten und vorne nicht reicht, hingeben würden und den Geist machen lassen?

Sei ein Segnender.

Viel hilft viel

-Br. Markus – 1.Mose  2, 4b-9,15

Gottes Idee für die Welt ist ganz klar: Aus der Fülle in die Fülle leben, geprägt von schöpferischem Reichtum. Dem entgegen steht das Glaubensbekenntnis unserer Politiker, das lautet: „Wir müssen den Gürtel enger schnallen.“ Es ist ja eine alte Erfahrung, daß nicht jeder, der als Asket geboren ist, seine Askese ausgerechnet bei der Sahnetorte praktizieren muß. So ist es ein Stück Lebenskunst, das richtige Maß zu finden. Es geht heute Morgen nicht nur um die richtige Dosis, sondern um Gottes Idee für die Welt, um uns, die wir in Gott und in dieser Welt zuhause sind.

1.          Ich bin Erde

Da nahm Gott Erde, formte daraus den Menschen und blies ihm den Lebensatem in die Nase. So wurde der Mensch lebendig.

Auch wenn es ein bißchen nach VHS-Töfperkurs klingt mit einem Schuß Harry Potter vielleicht, geht es dabei um wesentlich mehr. Der Mensch, aus Staub gemacht – Asche zu Asche, Staub zu Staub. Es geht nicht darum, sich als Dreckklumpen zu verstehen, sondern als geschaffenes Wesen im Bild von Ton in der Hand eines Töpfers. Ich bin nicht von einem blinden Zufall auf einen kalten Stern geworfen, um bis ans Ende meiner Tage zu rödeln wie ein Blöder. Ich bin von Gott gewollt. Ich bin Erde, aus Erde, Teil von ihr. Will heißen: Schöpfung aus einer schaffenden Hand, der Hand Gottes, die mich geschaffen hat. Ich bin nicht die zufällige Degeneration eines Affen in dritter Instanz, geformt von den planlosen Winden des Schicksals, sondern so, wie ich bin, richtig, wichtig, gewollt und gemacht. Ich bin Erde. Diese schlichte Erkenntnis würde so manchen Diktator vor seiner Selbstüberschätzung bewahren. Aber nicht nur das, sie bewahrt uns vor den steilen Abstürzen, wenn alles im Leben schief gelaufen zu sein scheint. Ich bin Erde in einer Hand, die mich formen kann, geformt hat und jeden Tag formen will. Ich bin Staub, beseelt mit Leben, aus Ton gemacht, aber nicht der letzte Dreck. In mir ist eine Seele wach, die groß genug ist, Spiegelbild zu sein von einem Macher, der größer ist als ich. Ich bin Erde, beschenkt mit Lebensatem Gottes, der mich den Wind auf der Haut spüren läßt, die Sonne sehen und die Blumen riechen, beschenkt mit Leben.

Wir sind

2.          In große Fülle gestellt

Dann legte Gott, der Herr, einen Garten im Osten an, in der Landschaft Eden, und brachte den Menschen, den er geformt hatte, dort hin.

Hier ist das Paradies. Auch wenn man den Bericht der Bibel kritisch sieht, muß man eine Tatsache zugeben: Jeder Mensch, der geboren wird, betritt eine bestehende Welt, einen Ort, der bereits da ist, der vor ihm war und auch nach ihm sein wird. Wir betreten die Erde, die ganz ohne unser Zutun da ist. Der große Baum hinterm Haus steht lange schon vor mir da. Ich hab zwar noch eine ganze Stange Bäume mit dazugepflanzt, aber klar ist, daß die Welt, in der ich lebe, nicht mein Verdienst ist, sondern eher Gabe und Aufgabe. Meine Welt, der Garten Eden, das Paradies, ist Gottes Geschenk an mich. Es ist vorhanden, es gibt genug für alle.

Gott ist nicht mit weniger zufrieden. Es muß ein Garten Eden sein, der Planet, den er geschaffen hat, ist von und in allem reich, reich an Farben, reich an Formen, reich an Reizen, die Mensch genießen kann. Gott ist keiner von denen, der wenig hat oder spart. Gott gibt – Erdbeeren, Himbeeren, Brombeeren  und zu allem Überfluß auch noch Stachelbeeren. Er läßt es nicht mit einer Sorte gut sein. Allein vom Eukalyptus sind 800 Arten bekannt. Da ist nicht mal ein anständiger Hauch von Sparsamkeit, sondern atemberaubende Vielfalt, unfaßbar viel Fülle. Wir erwachen auf einem Planet mit millionen- und milliardenfachem Artenreichtum.

Gott stellt uns nicht in einen Keller mit drei abgeschabten Fliesen an der Wand. Gott stellt uns auch nicht in den Garten, so nach dem Motto: „Sieh mal zu, wie du klar kommst.“ Früchte wachsen um uns herum – auch ohne unser Zutun. Wir sind umgeben von vielem, was Freude macht. Gott will, daß man was zu naschen hat, immer was Neueres, was Anderes, was Schöneres – nicht nur Kartoffelbrei für jeden Tag. Der Garten soll ein Eden sein, in dem man Auswahl hat, Melonen, Pfirsich oder Aprikosen.

Der Hunger in der Welt steht dabei nicht auf Gottes Plan. Er will, daß man Freude an der Auswahl hat über alles das, was man genießen kann. Es geht bei weitem nicht nur ums Essen. Aus der Fülle leben ist ein alles umfassender Lebensplan. Das Edenkonzept ist für alle gemacht, nicht nur für eine kleine Elite, die es sich leisten kann.

Es ist unser Lebensauftrag, diese Fülle zu genießen und durch unser Leben

3.          Mehr daraus zu machen

Gott, der Herr, setzte den Menschen in den Garten Eden. Er gab ihm den Auftrag, den Garten zu bearbeiten und zu schützen.

Die Erde ist als Paradies gemacht. Eden ist ein Programm für alle und jeden. Jeder an seinem Platz kann Paradiese erhalten oder zerstören. Es liegt in unserer Macht, Gärtner oder Zerstörer zu sein. Wir sollen mitgestalten. Gott will ihn nicht alleine machen, diesen viel zu großen Garten. Er will uns mit im Boot haben, mit all unseren Ideen, mit aller unsrer Kraft. Wir sollen diese Paradiesvögel sein, die den Garten schöner, bunter, praller machen. Jeder ist gefragt, auch alle, die die Gabe des Schwitzens gar nicht haben.

Der Theologe Voigt sagt: „Wir solle nicht faule Nutznießer der Gaben Gottes sein.“ Und er führt aus:  „Daß die Arbeit in der Bibel auf dem Gottesfluch über dem sündigen Menschen beruht, ist ein verbreiteter Irrtum. Verflucht wird dort nicht der Mensch, sondern der Acker. Des Fluches Wirkung ist nicht die Arbeit als solches, sondern die damit verbundene Mühsal und Vergeblichkeit. Die Arbeit gehört zum Menschsein.“

Es steht also bei Mose nicht, daß man dafür beten soll, daß andere die Arbeit tun, sondern daß die Arbeit unsere Lebensaufgabe ist, um mehr daraus zu machen, dem Paradies. Noch einmal Voigt: „Arbeit ist nichts anderes, als das Sich-Einschalten in das schöpferische Tun Gottes und das Aufnehmen dessen, was der Schöpfer gibt. Hat Gott kein Erz oder keine Kohle in den Berg gelegt, dann haut und bohrt der Begmann vergeblich.“

Christliches Dasein gehört zusammen. Es gibt keine Trennung von Gebet und Arbeit. Es gibt keinen Schöpfungsauftrag für Gebet allein. Es gibt keinen Schöpfungsauftrag für Arbeit allein. Es gibt keinen Schöpfungsauftrag für Genießen allein. Es gehört alles zusammen, Arbeit und Ertrag, Lust und Last. Im biblischen Verständnis ist alles miteinander verbunden.

Daraus entsteht die Frage, was für eine religiöse Praxis das ist, wenn sie diese Bezüge auseinanderreißt und aus Gottes Schöpfungsauftrag vorbeischrammt. Es ist unser Auftrag, Fülle zu leben, zu schaffen und zu machen. Um uns herum ist so viel Mangel, der das Paradies entstellt, Mangel, der entsteht, wenn die einen auf Kosten der anderen leben, Mangel, der nicht gottgewollt ist, Mangel, den es zu beseitigen gilt. Es ist an uns, unsere Hände mit dafür zu regen, daß das Paradies, in dem wir leben, den Namen dafür auch verdient. Nicht die großen Worte und die frommen Phrasen verändern die Welt, sondern die Arbeit in Gottes Weinberg.

Viel hilft viel – wir sind dazu beauftragt, mehr aus unserer Welt zu machen. Wir können das. Wir können mehr, als verbrannten Boden zu hinterlassen, leergepumpte Ölfelder oder kahlgeschlagenen Regenwald. Wir sind aus Erde gemacht. Wir schaden uns selbst, verlieren wir das aus den Augen. „Bauen und Pflanzen“ – so heißt das Garten-Eden-Prinzip. Das kann man auf die unterschiedlichste Art. Schablonenlösungen gibt es dafür nicht. Es ist nicht damit getan, den immer schnelleren Fortschritt zu verteufeln oder das, was längst Vergangenheit ist. Schöpferische Fülle ist angesagt, die Fülle an Möglichkeiten, nicht die Fülle an Verboten.

Wer selber einen Garten hat, weiß, wie schwierig schon die Frage ist, ob man Schneckenkorn verwendet oder nicht. Es ist unsere Verantwortung, aus der Fülle der Möglichkeiten die richtige auszuwählen, die im Sinne des Schöpfers steht. Es geht darum, mit einem wachen Auge zu leben und sorgfältig anzuschauen, was man tut und was nicht. Es ist ja nicht unsere Idee. Es ist Gottes Auftrag, die Erde zum Blühen zu bringen.

In diesem Sinne sind wir angefragt. Viel hilft viel – selbst dann, wenn wir dabei auf dies und jenes verzichten.

Bringe du den Christus

Lukas 19, 1 – 10

Im vereinten Europa sind die Grenzen gefallen.  Deutsch-holländische Geschichten wie damals gibt es so nicht mehr. Da konnten Beamte am Feierabend einen Kolonialwarenladen eröffnen. Obst, Gemüse, Blumen und Pflanzen und allerlei nützliche Dinge des täglichen Bedarf landeten im Privatwagen. Alles Schmiermittel zur reibungsloseren Abfertigung.

Heute sind wir beim Chef der Zollbehörde in Jericho. Die Leute litten unter der Geldgier dieses neureichen Beamten. Er war einer, der seine Stellung schamlos ausnutzte, um andere in die Knie zu zwingen. Ein einsamer Kotzbrocken, einfach nur verachtet. Diese zweifelhafte Person wollte Jesus sehen.

1. Charmant herausgepickt

Als Jesus dort vorbeikam, entdeckte er ihn. „Zachäus, komm schnell herunter!“, rief Jesus. “ ich muss heute in deinem Haus einkehren!“

Lächeln für einen Gauner!? Wo sich bei uns die Kehle abschnürt, gehen bei Jesus die Augen auf. Ausgerechnet diesem Halsabschneider schenkt er Aufmerksamkeit. Jesus will ihn unbedingt treffen, will sogar mit ihm nach Hause. Er kennt ihn, da er ihn mit Namen anspricht. Jesus interessiert sich für einen egoistischen Menschenverächter. Jesus sieht Menschen, wie Gott sie sieht. Es ist die grenzenlose Ehrfurcht vor dem ersten Morgen, – „bei dem alles sehr gut war.“

Völlig offen stellt er sich dem Widerlichen. Unvorstellbar, Jesus respektiert Zachäus ohne wenn und aber. Er respektiert den, mit dessen Lebenslüge er niemals einig sein kann. Er respektiert Menschen über dessen Verhalten Gott zornig ist. Was für ein starkes Ja. Christus tritt schuldhaftem Verhalten entgegen, als wäre nie Schuld passiert. Jesus will Gast sein, nicht um zu diskutieren sondern um zu feiern. Das ist Gottesdienst, im dem Jesus nicht mal vorbeikommt sondern einkehrt und bleibt. Charmant pickt Jesus sich Leute heraus und wird ihnen zum Christus. Durch sein Kommen katapultiert er die ganze Menschenfreundlichkeit Gottes ins Leben.

2. …und die Galle kocht

Die anderen Leute empörten sich über Jesus:
„Wie kann er das nur tun? Er lädt sich bei einem Gauner und Betrüger ein!“

Wie heißt eine bittere Feststellung, „Die Deutschen bewerten und verurteilen… bewerten und verurteilen… usw. Wir brauchen nicht weit zu gehen, da ist immer einer, der es besser weiß und der es anders gemacht hätte. Wo der andere sich anders verhält, anders denkt als wir es für richtig halten, wird er bekämpft. Keiner macht sich die Mühe, in die Situation des Zachäus den Christus zu bringen. Nein, er wird gnadenlos attackiert und konfrontiert. Selbst Glaubende sind so dreist, dass sie Christus vorwerfen, wo er wen erlösen darf. Jeder von uns beansprucht für sich eine eigene Meinung und geht davon aus, so wie er die Dinge sieht, ist das richtig. Jetzt haben zwei das gleiche Recht und verschiedene Sichtweisen. Die tägliche Erfahrung ­- meistens kracht es!

Jesus ist im Recht, sieht es auch richtig und akzeptiert Zachäus an seinen offensichtlichen Abgründen. Fehlverhalten wurde nicht angegriffen. Es wurde keine Schuld bewertet. Kein Funke von Ablehnen. Da war nur Wertschätzung, die den Menschen selbst in seinem schuldig sein annimmt. Beobachten wir uns mal genau, wie oft wir entrüstet die Hände zusammenschlagen und verächtlich über andere den Kopf schütteln und ihm „unsere“ Wahrheit aufzwingen wollen.

Gottfried Voigt sagt: Die christliche Gemeinde soll sehr gut achtgeben, dass sie nicht gegen besseres Wissen immerzu ein Chor von Murrenden, Entrüsteten, Sich-Distanzierenden und von erbarmungslosen Verächtern sei.

Jesus gibt dem von allen Gemiedenen durch seine Gegenwart den neuen Wert. Wenn die Galle kocht… – lernen wir von Christus wertschätzen und den Christus zu bringen.

3. Die wundersame Medizin

Zachäus aber sagte zu Jesus:
„Herr, ich werde die Hälfte meines Vermögens an die Armen verteilen,
und wem ich am Zoll zu viel abgenommen habe, dem gebe ich es vierfach zurück.“

Das was Zachäus von aller Welt vorgeworfen wurde, erfährt die totale Sinneswandlung, wo Christus einkehrt. Jesu Anwesenheit reicht, damit jemand sein eigenes Leben anklagt. Wo Jesus bei ihm reinplatzt, erkennt er sich selbst. Nicht das Gespräch bringt die Wende, sondern die Christus-Gegenwart. Der, der die Schuld nicht verdammt, sondern vergibt schafft Heil. Ein Christus-Lächeln bewirkt ein 180 Grad-Umdenken. Wer Christus in die Augen schaut, erkennt sich.

Da ist keiner, der die Tische gerade rückt, keiner der versucht, die vergratene Vergangenheit gründlich aufzuarbeiten. Keine Zwangsmaßnahme weckt solche Einsichten, als die offenherzige Christusbegegnung. 

Voigt: „Wir haben es nicht nötig, dass man uns ‚die Leviten liest‘,
denn wir wissen meist nur zu gut, wo unsere dünnen Stellen sind.“

 Zachäus ist kaum wieder zu erkennen. Unter der Christus-Begegnung geht er hart an seinen wunden Punkt. Schonungslos reguliert er seine Finanzskandale. Für ihn und seine Familie – ein empfindlicher Einschnitt in bisher gehobene Lebensverhältnisse. Doch welch ein Fest, wenn ein Selbstgerechter, zu einem von Gott Angeschauten wird.

Durch diese Verwandlung gehört er zu denen, mit denen Gott Geschichte schreibt und der für andere zum Christus wird. Er bleibt im Amt, er bleibt auf dem verlockenden Posten, mit der Gefahr sich erneut zu vergehen, jedoch als einer, der sich an andere verschenkt.

Bringen wir dem andern Vorwürfe, oder bringen wir ihm Christus?

Von Grund auf Christus

1. Kor. 3, 9-15 – Br. Markus

„Wie hätten Sie`s denn gern, mit oder ohne scharf, groß oder klein, grün oder blau?“

Wir sind es gewohnt, zu wählen. Was gefällt oder angenehm ist, wird gekauft, und da ist es schnell passiert, daß die Kirche mit einer Dönerbude verwechselt wird, in der jeder sagt, was er haben will – mit oder ohne scharf. Erstaunlich, daß gerade diejenigen, die nie hingehen, am besten wissen, wie Kirche zu sein hat. Mich wundert es, daß eine Kirche, in der zweitausend Jahre lang alles falsch gemacht wurde, so lange überlebt hat. Wenn das kein Wunder ist, weiß ich auch nicht. Solange es Kirche gibt, gibt es Diskussionen, wie Kirche zu sein hat. Es ist also nix Neues, daß man sich so seine Gedanken macht. Das Schöne daran ist, daß es hunderttausend Möglichkeiten gibt, richtig gute Kirche zu sein, wenn eine einzige Tatsache geklärt ist: Der Grund, auf dem sie steht, muß Christus sein, von Grund auf Christus.

Christuskirche kann nur christlich sein, wenn sie diese Tatsache nicht aus dem Auge verliert.

1.          In Gottes Team

Ihr seid Gottes Ackerland und sein Bauwerk.

Nicht ich bin der Fels in der Brandung. Nicht ich bin der der Leuchtturm an der Küste. Nicht ich bin der Nabel der Welt. Gott ist der Macher. Es ist wichtig, einen genauen Standort zu finden, heißt es doch an anderer Stelle: „Ihr seid das Salz der Erde. Ihr seid das Licht der Welt.“ In Gottes Team herrscht ein klares Bewußtsein, wo der Einzelne steht. Wir sind nicht allein. Wir sind nicht im Schrebergartenverein, wo jeder sein eigenes Radieschen sät. Wir sind ein Teil, ein Team, Mitglied eines größeren Ganzen, das die Erde bewegt. Nicht allein. Kirche ist nicht das, was eine Gruppe von Menschen als richtig erkennt, sondern wesentlich mehr.

Wir sind Gottes Ackerland. Ich bin Teil der Kirche. Ich bin Kirche, aber sie gehört nicht mir. Kirche gehört Gott allein. Nicht ich gehöre mir, sondern wir gehören Gott. Das ist der kleine, aber feine Unterschied. Es wirkt sich aus bis in alle Lebensbereiche. Wir gehören Gott – nicht im Sinne der Sklaverei, aber als wichtige Grunderkenntnis. Kirche ist immer und zuerst Werk Gottes in der Welt, auch in mir und durch mich, aber ich bin nicht die Ursache und der Eigentümer, sondern Mitverurscher und Miteigentümer – will heißen: Es gibt immer noch andere, die mit im Boot sitzen, mit rudern und mit reden wollen, sollen, können und müssen. Wir sind im Team mit Gott. Die Kirche ist größer als ich und meine Idee von mir. Sie war vor mir da, wird auch ganz ohne mich und nach mir noch sein.

Sie will mich aber ganz und durch mich bereichert sein, durch mich einen ganz speziellen Charakter, besondere Note oder unverwechselbare Eigenschaft gewinnen. Ich bin ein ganz kleiner, fast winziger Mosaikstein in einer atemberaubenden Kathedrale, einem Meisterwerk der Baukunst. Ich bin nur der Gärtner im anderen, ganz großen Garten Gottes, der auch ohne mich blühen würde, aber mit mir und durch mich zu seiner wahren Schönheit findet. Wir sind ein Team. Kirche ist gemeinsam stark. Wir sind Gottes Ackerland, evangelische wie katholische oder sonstige Furche auf dem  Grund, der Christus heißt.

Wir gehören Gott. In seinem Team herrscht

2.          Persönliche Gestaltungsfreiheit

… das Fundament, das bei euch gelegt wurde, ist Jesus Christus … Nun kann man mit den unterschiedlichsten Materialien weiterbauen …

In Barcelona steht eine atemberaubende Kathedrale. Dem Architekten ist es auf eine ganz besondere Weise gelungen, auszudrücken, was Kirche ist. Sie ist ein absolutes Meisterwerk. Mehrere Generationen arbeiten schon an ihr. Es wird eine einzigartige Kathedrale, die unter verschiedensten Formen und Materialien durch den außergewöhnlichen Entwurf zu einer faszinierenden Einheit wird.

Es kann nie ein tolles Bauwerk werden, wenn jeder für sich ein Mäuerchen mauert, wo er meint, daß eine Mauer zu stehen hätte. So manch ein Frommer umwickelt sein ganzes Leben mit Maschendrahtzaun, wo keiner nötig gewesen wäre. Kirche kann nicht gedeihen, wo Privatplanungen und eigene Ideen krampfhaft festgehalten werden, herausgenommen aus dem Masterplan. Es braucht Einverständnis in Gott, Einverständnis in seinen viel größeren Lebensplan.

Das Haus des Glaubens steht auf Christus. Ein besseres Fundament gibt es nicht. Da muß ich nichts dazubetonieren oder nachmauern. Es ist ein Fundament, das in sich selber trägt. Wir stehen auf Christus – im wahrsten Sinne des Wortes – nicht nur physikalisch. Besser kann man nicht stehen. Das ist nicht Venedig, wo die Pfosten langsam im Brackwasser abfaulen. Christus trägt die Christenheit. Nicht ich muß sie tragen. Was mal betoniert ist, hält aus.

Der feste Grund soll uns aber nicht zementieren, sondern nur untermauern. Er ist nur die Ausgangsbasis. Wenn ein Haus fertig ist, sieht man vom Fundament nichts mehr, und doch ist es das Fundament, das alles trägt. Es geht um ein Fundament, auf dem die tausend Türmchen, die hohen Gewölbe und Pfeiler, die kühnen Mauern und verschnörkelten Erker stehen. In Christus allein kann Kirche Gottes Eigentum sein. Zu fremd wäre die Welt für Gott ohne ihn. An Christus richtet sich alles aus und pegelt sich ein. Ohne ihn kann Kirche nicht sein, weil Gott sonst wenig Gemeinsamkeiten mit uns hätte.

Wir stehen auf Christus, nicht festgenagelt oder ausgebremst, sondern frei, frei für einen völlig verrückten Plan, ein Haus zu bauen und zu sein, von dem keiner weiß, wie es einmal aussehen wird, weil es sich ständig verändert während des Bauens und durch Diejenigen, die bauen. Keiner von uns weiß heute, wie Kirche morgen aussehen wird oder übermorgen, wenn sie fertig ist oder überhaupt fertig wird. Wer Kirche bauen will, braucht extrem viel Fantasie für einen außerirdischen Bauplan, an einem Haus zu bauen, von dem man nicht weiß, wie es einmal werden wird.

Christus verändert die Welt, damit auch mich. Er macht mich vom Macher zum Mitmacher, vom Arbeiter zum Mitarbeiter, vom Lacher zum Mitlacher und vom Leidenden zum Mitleidenden. Mein Leben bekommt auf einem starken Fundament eine völlig neue Größenordnung und eine bewegte Zukunft. Ein steiler Aufstieg. Das eigene Haus ist im Vergleich zu Gottes Welt wie eine Hundehütte neben der Kathedrale.

„Mitarbeiter in der Kathedrale der unbegrenzten Möglichkeiten“ schreibt Gott mir auf die Visitenkarte. Wer ihm gehört, darf mit dabei sein bei dem Jahrhundertprojekt – schon jahrtausendelang. Gott fordert uns heraus, nicht irgendwo irgendwas Frommes zu tun, sondern zielstrebig kreativ zu sein, mitzumachen an seinem Plan, der meine besten Ideen bei weitem überragt.

Kirche bauen und sein mit

3.          Geprüfter Qualität

13 Doch an dem Tag, an dem Christus sein Urteil spricht, wird sich zeigen, womit jeder gebaut hat. Dann nämlich wird alles im Feuer auf seinen Wert geprüft, und es wird sichtbar, wessen Arbeit dem Feuer standhält.

Wir können und sollen mit dem unterschiedlichsten Materialien bauen. Es weht ein großer Hauch von Freiheit, frischer Wind Gottes für ganz verschiedene Lösungen. Mitarbeit heißt für Gott, auch Mitentwerfen, Miterleben, Mitplanen. Gott will Leute mit Fantasie genauso wie mit Ausdauer, Geschick und Kraft. Der Spielraum ist groß. Gott will durch uns etwas erreichen. Es gibt dabei kein frommes Muster- oder Reihenhaus. Von der primitiven Strohhütte bis zur fetten Villa, vom Glaspalast bis zum Iglu ist alles drin. Gott baut Kirche mit Leuten wie uns.

Wie wir bauen, steht in unserer Verantwortung. Gott engt dabei nicht ein, hat aber ein hohes Qualitätsbewußtsein. Es muß im Feuer standhalten. Unser Glaube soll ein Glaube sein, der nach der Krise noch da ist, die Kirche eine Kirche, die das Feuer übersteht. Es ist unsere Entscheidung, wie wir bauen. Es ist gleichzeitig unsere Verantwortung, die richtigen Baustoffe dafür auszuwählen

Was nach dem Feuer bleibt, ist nicht viel – meistens nur Asche und Ruß – wissen wir erschreckend genau seit dem Brand. Hinten klebt noch an der Wand, was in glücklichen Tagen einmal eine schöne Orgel war. So ein Rest von Pfeife, zerschmolzen in heißer Glut, ist nicht das, was vorzeigbar wäre – selbst wenn es in zerstörter Form noch schön aussieht. Was nach dem Feuer bleibt, kann aber auch eine geschnitzte Holzkrippe sein, die steht, als ob es nie gebrannt hätte und tausend Grad selbst Beton zum Brennen brachten.

Was nach dem Feuer steht, weiß keiner von uns, weiß nur Gott allein. Er ist es, der ganz allein das Echtheitszertifikat vergibt für das, was Glaube ist und was nicht. Gott nimmt sich das Recht heraus, vom Menschen eine Antwort zu fordern. Er fordert einen Rechenschaftsbericht, was geworden ist aus den anvertrauten Pfunden. So stellt er auch den Machern der Kirche und den Mitmachern in ihr die Frage, was daraus geworden ist. Ein extrem steiler Anspruch, dem wohl keiner, wenn man ehrlich ist, genügen kann. Es gibt sie eher nicht, die Gemeinde, die nicht dahinter zurückgeblieben ist hinter dem, was sie hätte sein sollen und können.

So muß das Gütesiegel, das Gott gibt, ein Zertifikat der Barmherzigkeit sein. Anders geht es nicht. Kirche ist mehr. Sie ist ein Ort von viel mehr Gnade, die Gott gibt, als der Mensch begreifen kann. Sie kann nur darin echt sein, daß sie nach dem Siegel der Barmherzigkeit strebt, die allein in Christus lebt, weil es aus eigener Kraft kein Mensch erreichen kann. In diesem Sinne sind wir Kirche – in der Kraft, mit der Gott liebt.  Ein besseres Gütesiegel gibt es nicht. Amen.

Schmetterlinge im Bauch

Römer 11, 30 – 31

Für manch einen ist das schönste Gefühl auf der Welt, frisch verliebt zu sein. Herzrasen, schweißnasse Hände, Schmetterlinge im Bauch, permanent dieses aufgeregte und glückliche Gefühl, wann immer man an sein Herzblatt denkt. Wie bei allem was im Körper passiert, spielen auch bei “Schmetterlingen im Bauch” biochemische Prozesse eine Rolle. Wusstet ihr, dass das Gefühl verliebt zu sein, rein wissenschaftlich gesehen eine Art Krankheit ist? Die Bereiche im Gehirn, die für unsere Gefühle verantwortlich sind, senden eine hohe Anzahl an sogenannten Botenstoffen (Endorphine) aus. Die Weitergabe der Glückshormone verläuft über Nervenbahnen am Bauchraum. So entsteht das berühmte Magenkribbeln, was wir meist als “Schmetterlinge im Bauch” umschreiben.

Gott hat Schmetterlinge im Bauch.

1. Eine unerklärliche Krankheit

Früher habt ihr Gott nicht gehorcht. Jetzt wollen die Juden nicht glauben, dass Gott jedem Menschen durch Christus barmherzig ist.

Die Geliebten sind krank. Ein ganzes Volk ist krank, Israel. Sie können sich nicht lieben lassen, vor allem, wenn Gott der Liebhaber ist. Selbst Gott nahestehende Menschen können ringsum die Schotten dicht machen und davon laufen. Da ist dieses Volk Israel, das in der Welt vor allen anderen von Gott bevorzugt wurde. Sie waren die Begünstigten. An ihnen sieht man eine farbige Geschichte, wie Gott sich an seinen Geliebten austobt. Eine faszinierende Biografie von auf und ab zwischen Segnungen und Züchtigungen, zwischen Bewahrung und Versagen. Es war das glaubensvolle Hoffen und unerträgliche Warten auf den Tag der Erlösung von einem Jahrhundert zum anderen.

Als die Stunde kommt auf die sie zu gelebt hatten, kneift das Volk und verwirft den Erwarteten. Da ist der heilige Moment des Kairos und er wird nicht ergriffen – einfach ignoriert und abgelehnt. Typisch Mensch! Einfach krank, Gott erhält wieder mal die Abfuhr. Menschliche Arroganz, Unbeweglichkeit und Verschlossenheit, verpassen dem Reich Gottes täglich empfindliche Seitenhiebe. Geschichte ist kein mustergültiges Drehbuch, mit einem klaren roten Faden, schon gar nicht wo es darin um einen Gekreuzigten geht.

So war´s gedacht: Israel müsste „den der da kommt“ erkennen und sich um ihn versammeln. Danach explodiert die gute Botschaft über die ganze Erde und breitet sich flächendeckend aus. Bilderbuchhaft entsteht Gottes Reich. Mit Christus gehört zuerst das auserwählte Volk dazu und dann der Rest der Welt.

Denkste Puppe. Ganz so glatt läuft es selbst für Gott nicht. Wo die einen abriegeln, werden Gottes Pläne zwar durchkreuzt, jedoch nicht aufgehalten. Wo Israel sich krankhaft weigert, macht es den Weg zu den Heiden frei.

2. Das berühmte Kribbeln

Aber weil die Juden Christus ablehnten, hat Gott euch seine Barmherzigkeit erfahren lassen.  

Gott ist verrückt nach dieser kranken Kreatur. Wer richtig verliebt ist, lässt sich nicht so einfach abspeisen. Bei Gott gibt es keinen Schaltkasten, in dem die Sicherung durchbrennen kann. Er ist unschockierbar. Einmal geliebt – immer geliebt. Gott glaubt an das Unmögliche. Er schafft das Unmögliche. Kranke Ablehnung kuriert er mit Christus. Mit Christus hält Gott sich immer eine Türe zum Menschen offen. Er ist da bevor wir überhaupt glaubten und bleibt da, ohne dass wir glauben. Gott wird man nicht mehr los, auch wenn man ihn leugnet oder ihm davonlaufen will. Wo sich die einen weigern, geht sie zu den anderen. Das ist das Prinzip, unter dem Evangelium Geschichte macht. Gott ist bei allem Brennen kein Zwangsvollstrecker, der mit aller Gewalt die ganze Welt christianisiert. Das ist das unfassliche, auch wenn Israel geht, Gottes Verheißung bleibt.

Auch wenn wir nicht glauben, zieht sich Gott nicht zurück und glaubt alles und hofft alles. Sollte Gottes Treue von unserer Untreue abhängen? – niemals. Solange dieses berühmte Kribbeln da ist, bleiben wir geliebte Feinde, damit aus Unglaube Glaube wird. Gottes Geschichte geht weiter, mit uns, ohne uns und gegen uns.

3. Frische Endorphine

 Die Juden wollen nicht glauben, obwohl sie es doch an euch sehen. Aber auch sie sollen schließlich Gottes Barmherzigkeit erfahren.

Barmherzigkeit kommt garantiert zum Ziel. Mit diesen unverdienten Endorphinen erreicht Gott alles, was er sich vorgenommen hat. Barmherzigkeit ist eine vorweggenommene Wahrheit, die Menschen so behandelt, als hätten sie schon die Umkehr vollzogen. Sie sieht schon den Schmetterling, auch wenn sich die Raupe noch durch den Kohl frisst. Die Endorphine des Evangeliums überschütten gerade die, die noch ungehorsam sind.

Erbarmen ist Christusausschüttung. Da wird ein zukünftiges Ereignis zugeschossen. Barmherzigkeit hat nichts mit Schwäche zu tun, die alle Unarten der Menschen erduldet und sich von Auflehnung in den Dreck treten lässt. Barmherzigkeit ist keine Trägheit, die über unhaltbaren Zuständen das Genick einzieht. Sie ist friedfertige Unbeugsamkeit mit Weitblick. Sie sieht den Sünder durch die Brille der Erlösung. Sie ist die grandiose Leistung, das Unvollkommene ins Vollkommene zu versetzen.

Paulus besitzt die Kühnheit, die ganze Weltgeschichte aus der Perspektive des Erbarmens zu sehen. Wenn aller Glaube versagt, die Barmherzigkeit hält aus. Unglauben wird nicht durch Glauben überwunden, sondern mit Gottes Barmherzigkeit. Das ist Gottes kostspielige Art, die Dinge nicht laufen zu lassen, sondern zurückzugewinnen. Lassen wir die Schmetterlinge fliegen. Wir haben für jeden Tag genügend Christus, über den wir uns nur wundern können. Damit haben wir eine große Zukunft, auch wenn alles hoffnungslos aussieht.

Wenn wir unsere Schwierigkeiten als die Raupe im Kohl betrachten, wie könnte dann der Schmetterling aussehen?

Wecke das feurige Kind in dir

Ein persönlicher Brief an die Vollwertfrühstücker
 
Hallo ihr Lieben,
 
Danke
Lasst euch in dieser verrückten Zeit mal ein dickes Danke sagen. Es freut mich ungeheuer, dass ich viele von euch, schon jahrelang mit meinem morgendlichen „Vollwertfrühstück“ begleiten darf. In ein paar Wochen werden es fünf Jahre, dass ich diesen Dienst mache, der nach einem Motorradunfall unserer ehemaligen Mitarbeiterin im Blumenhaus begonnen hatte. Mit dem Wunsch, aus dem Wort heraus, einer jungen Frau in ihrer Querschnittslähmung Mut zu machen, entstand eine Arbeit, die nie so gedacht war. Ich bin so was von platt, dass hieraus ein Leserkreis von nahezu 500 Personen, ohne eure Weiterleitungen, auf verschiedenen Kanälen entstanden ist. 
 
Danke für euer starkes Feedback, das mir immer Energiequelle war. Eure Gebete und Rückmeldungen sind es, die mich antreiben, nicht nachzulassen. Ich nehme Anteil an eurem Werdegang und Fragen. Wo sie auf mich treffen, suche ich nach griffigen, verständlichen Antworten, die weiterbringen. Durch dieses Miteinander, das in keiner Weise nur eine Einbahnstraße meinerseits ist, tragt ihr an meiner persönlichen Entwicklung bei. Wir bereichern uns gegenseitig, und wachsen im Glauben. Für mich eine starke Erfahrung, die ich dankbar an euch weitergebe. Ihr seid für mich eine Wucht, die gewaltiges in Bewegung bringt. Ihr seid eine aktive Lebensverbindung, in der das eine, das andere bedingt. Danke. Danke. Danke.
 
Sicherlich wird manch einer auch über manche Aussagen stolpern und gar nicht damit einig sein, das ist völlig in Ordnung. Vielleicht hat manch einer mit einem gewissen Stil seine Probleme, die nicht immer unbedingt kirchentypisch sind, dann legt es einfach beiseite und greift das heraus, was für euch passt. Versteht diese Auslegungen wie ein Buffet, die dem einen manchmal mehr schmecken als dem anderen. Auf jeden Fall steht hinter allem mein tiefes Anliegen, mich vom Heiligen Geist berühren zu lassen und das an euch weiterzugeben. Es geht nicht um mich, sondern um das, was jeden von euch ganz persönlich ansprechen will. 
 
Ihr fordert mich
Eure Ermutigungen treiben mich an, an dem Erreichten nicht stehen zu bleiben. Ich bin der tiefen Überzeugung: Da geht noch mehr! Da will noch mehr kommen. Das sehe ich an euch, das sehe ich an mir. Gerade jetzt, wo jedem auf irgendeine Weise die Corona-Krise ans Eingemachte geht, steigt vieles in mir auf, das leben will und nach neuen Formen sucht. Aktuell sind bei uns im Hause 27 Corona-Fälle im Haus Geborgenheit und 2 in der Bruderschaft. Wir als Gemeinschaft sind 14 Tage in häuslicher Quarantäne und Blumenhaus und Märkte werden von unseren Mitarbeitern bestritten. Ich öffne mich unter dem, was uns aufschrecken will, dem zur Ruhe kommen, dem wach werden des Geistes. Durch all das, was ich mit euch erlebe, knistert die Sehnsucht in mir, der Kraft, die in uns leben will, noch eine viel größere Plattform zu geben. Gerade jetzt, spüren wir alle, wie wichtig und hilfreich es ist, in Krisen fundierte Antworten aus dem Glauben zu schöpfen und das zu entdecken, was uns mächtig macht. Jetzt sehen wir, dass wir nicht alleine unterwegs sind, sondern viele unter einem Geist sind, der die Welt bewegen will. Gerade jetzt will das größte Licht in uns aufleuchten.
 
Online Kurse kommen
Ich plane Online Kurse, die Menschen in Krisen, kraftvoll machen. Von Blumen können wir lernen, wie sie mit Stress umgehen. Sie sind Urbilder der Schöpfung, die nicht vergessen haben, wer sie sind. Sie wissen, wie man mit Hagel und Frost umgeht und interagieren selbstverständlich mit dem Licht und blühen. Aus unserer Branderfahrung kann ich spannende Wege von Phönix aus der Asche aufzeigen. Viele von uns gehen einen beschwerlichen Weg von Pflichten, sehen sich als Rädchen im Getriebe, müssen überall funktionieren, und sehen oft wenig Raum, wo da die Freiheit des Evangeliums sichtbar werden kann. Die Freude will auflodern, die in unseren streng geregelten Abläufen unter den Tisch gefallen ist. Viele fragen sich, wie redet Gott und wie kann ich die Berufung meines Lebens entdecken, weil ich das machen will, für das ich geschaffen bin. Wie wirkt der Heilige Geist in einem menschlichen Geist, um eine ungeahnte himmlische Wirkung in eine reale, irdische Welt hineinzutragen, sind Fragen, wo Menschen in ihre Größe wachsen können. 

Themenbeispiele
– aus der Krise auferstehen
– lerne Kind zu werden und geh der Freude nach
– ja, du bist berufen – fragt sich nur wozu
– verschwende dich, damit du mehr hast
– Hilfe, ich empfange Signale
usw.
Die Kurse sollen das Wachsen im Glauben anregen, persönlich weiterbringen und ungeheuer Spaß machen. In mir brennt es, für diese schöpferische Kraft ein Hafen zu sein und anderen damit zu dienen, ebenso in diese Kraft zu kommen. 
 
Dazu brauche ich euch. 
Um die Kurse so berührend und aufbauend wie möglich zu konzipieren, möchte ich euch noch besser kennenlernen. Mich interessiert, mit welchen Fragen ihr euch herumschlagt. Worauf sucht ihr für euch schon lange eine Antwort?
 
Danke, dass du bis hierher durchgehalten und dich nicht ausgeklinkt hast. Danke, dass du mit daran interessiert bist, Glaube zum Blühen zu bringen und Licht anzuzünden. Es gibt nichts Schöneres, als in leuchtende Augen von Menschen zu schauen, die wach geworden sind und Energie der ewigen Welt in unsere Tage fließen lassen.
 
Fragen an euch
Es würde mich sehr freuen, wenn ihr mir ein paar Fragen beantwortet. 
 
1. Unter welchen Umständen und warum würdest du so einen Kurs kaufen, wie ich ihn anbieten möchte?
2. Welche Themen wären für dich am hilfreichsten?
3. Was magst du am meisten an so einem Online-Kurs?
4. Was kannst du am wenigsten an so einem Online-Kurs leiden?
5. Gibt es eine andere Dienstleistung, die du dir als Angebot von mir wünschen würdest?
6. Wenn du drei Wünsche frei hättest, was würdest du dir von diesen Kursen wünschen?

7. Welche Probleme, Herausforderungen würden dich dazu bringen, einen solchen Kurs zu kaufen?

Wer hat eine inspirierende Idee, wie solche Kurse heißen könnten? 🙂 

 
Ihr könnt die Antworten im Kommentarfeld hinterlassen, oder mir per E-Mail schicken.
 
Danke mit Blumen
Danke für eure Zeit und Mühe und das Zusammenarbeiten. Für die tollsten Ideen und Ergebnisse gibt´s Blumen. Dafür bekommt ihr einen Gutschein für einen Strauß, den ihr in unserem Shop auswählen dürft. ♥ 😘