Niemand klagt dich an

In meinem Zorn habe ich dich geschlagen, aber in meiner Gnade erbarme ich mich über dich. Jes 60,10

Was wäre, wenn es das Thema Schuld gar nicht gibt? Was wäre, wenn dieses alles belastende Thema, ein rein menschliches Problem ist? Beim Unfall suchen wir den Schuldigen, damit klar ist, welche Versicherung zu zahlen hat. Beim Hagelschaden ist das Unwetter schuldig. Bei einer Brandkatastrophe wird die Ursache ermittelt, um die Haftungsfrage zu klären. Wie viele Vorwürfe steigen in uns auf, gegen diejenigen, von denen wir uns ungerecht behandelt fühlen? Es ist notwendig, einen Schaden eindeutig juristisch zu klären und die Folgen eines Vergehens auszutragen, jedoch von Schuld verfolgt zu werden, ist im Leben nicht vorgesehen.

Bei Gott gibt es keine Schuld. Von ihm aus gibt es nichts was uns anklagt. Über ihm ist der Himmel immer offen. Sobald ich einen Vorwurf gegen jemand erhebe, muss ich mich an Vergangenes erinnern. Um Schuld zu benennen, muss ich die Gegenwart verlassen und mich in die Vergangenheit begeben. Gott ist gegenwärtig, da gibt es kein gestern. Die reine Gottesgegenwart ist eine schuldfreie Zone. Wo ich auf Vergangenes zurückblicke, stelle ich mich selbst ins Drama. Das ist das unfassbare Geschenk der Gnade, dass mich im Hier und Jetzt nichts anklagt. Wenn Gott mich in seinem Zorn geschlagen hat, dann hat mich glühende Retterliebe im Schicksal in die Gegenwart geholt. Das ungerechte Urteil will uns wie Jesus an unser Kreuz heften, dass dadurch das Leben erwacht.

Nichts im Leben steht gegen dich. Selbst im Unrecht, das dir widerfährt, will dich Erbarmen umarmen. Dein Leben ist frei von der Anklage, du wärst nicht gut genug. In der Gegenwart bist du in erlösende Gnade gehüllt. 

Wo kann ich heute befreit aufatmen, wenn mich niemand anklagt?

Erlaube dir, ganz du selbst zu sein! Gott segne dich!


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