Minimalismus ist maximal

Arm der Mensch, der nur sich selber lebt.

In Gottes Hand ist die Seele von allem, was lebt.“
Hiob 12, 10

Wenn Hiob von umborgenen, getragenen Leben spricht, dann hat das besonderes Gewicht. Ein Mann, dem im Äußeren alles weggebrochen ist, dessen Leben auf seine nackte Existenz reduziert wurde, empfindet Heimat und Geborgenheit. Im völligen Aus erfährt er, was das Leben im Eigentlichen ausmacht. Im puren Minimalismus erfährt er die maximale Fülle. Die Hand Gottes ist sein größtes Kapital. Da kommen keine Reichtümer mit, kein Besitz, kein funktionierender Wirtschaftsbetrieb, letztlich keine menschlichen Beziehungen, die wahres Leben garantieren. Leben hat überhaupt nichts mit dem zu tun, was uns umgibt. Im Äußeren lebt die Ablenkung, die die Hand Gottes zudeckt. Erst wenn der Mensch nichts hat, entdeckt er, dass Gottes Hand alles ist. Nach unserem Brand, waren wir herunterreduziert auf das pure Leben. Auf der einen Seite hat man nichts mehr und doch in der Tiefe hat man sich und seinen Glauben an Gott. Das war die faszinierendste Erfahrung, dass genau dieses Nichts alles ist, was man braucht. Wo eine Seele in Gottes Hand liegt, fehlt es an nichts, um das volle, ganze Leben auszuschöpfen. Darin liegt alles Potenzial, das im Äußeren nie zu finden ist. Da ist das Leben das größte Geschenk, aus dem sich eine unvorstellbare Zukunft entfalten kann. Die Seele in Gottes Hand, ist eine weltverändernde Macht. Wo unser Geist und unsere Seele in Gott ruht, handelt Gott durch uns. Paulus schreibt: Keiner von uns lebt für sich selbst, und keiner stirbt für sich selbst. Leben wir, so leben wir dem Herrn, sterben wir, so sterben wir dem Herrn. Leben ist kein Selbstzweck, sondern Gottes Verwirklichung auf Erden. Unser Leben hat nichts mit uns selbst zu tun, es ist lebendiger Gottesdienst. Mit uns beschenkt Gott die Welt. Wir sind Gabe und Aufgabe. Mit uns befruchtet Gott seine Schöpfung. Mit uns dient Gott der Welt zum Heil. Durch uns berührt seine Lebendigkeit die Erde. Wachsen, schaffen, gedeihen, geschieht durch Seelen, die in Gottes Händen ruhen.

Wo ein Mensch sich selber lebt, wo er das Leben krampfhaft an sich zieht, entzieht es sich dem Segensfluss. Nicht im Haben wollen, sondern im sein dürfen manifestiert sich menschliches Dasein. Es ist die größte Armut, sich selbst leben zu müssen. Bei dem was aus mir kommt, ist der Mangel vorprogrammiert. Da bewege ich mich in den Grenzen, die mir gesetzt sind. Da bauen wir Stress auf, weil wir immer in der Gefahr stehen, dass uns die Felle davonschwimmen. Da wäre bei Hiob jede Kuh, die ihm wegstirbt ein Weltuntergang, oder bei den Blumenmönchen ein abgebranntes Kloster, Grund dafür, psychologische Betreuung zu suchen. Die Seelen in Gottes Hand erfahren eine unendliche Ruhe, wenn die äußeren Dinge toben. Sie können sich auch in den größten Stürmen noch in das Leben einbringen, weil sie das Leben nicht aus sich selber haben.

Welche Ängste begleiten uns, wenn manches in unserem Leben abgeschnitten wird?

Gott segne dich.
Liebe Grüße Theophilos 💐😇

Eine Glocke will wieder Danke sagen
www.ebk-blumenmönche.de/bruderschafts_seiten/blumenmoenche__glocke.aspx
Auslegungen für jeden Tag
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