Worte die beugen und bauen

Manchmal erfordert es Mut, klar zum Wort zu stehen.

„So wahr der Herr lebt: Was mein Gott sagen wird, das will ich reden.“
2.Chr. 18, 13

Ein starkes Bekenntnis, das hier der Prophet Micha von sich gibt. Das Wort Gottes ist sein unverrückbarer Maßstab. Das Wort ist verbindlich für all sein Reden und Tun. Da ist nicht wichtig, was weder König noch Volk hören möchte, sondern die einzige Wahrheit, die von Gott kommt. Diese Auseinandersetzung war damals nicht anders als dann später bei Paulus, der Timotheus anhielt, nur das Wort zu predigen, zur Zeit und zur Unzeit. Von Karl Barth kam der Satz: Nur die Predigt des Wortes Gottes ist Gottes Wort. Menschen stehen immer in der Gefahr, das Wort abzuschwächen, es an den Mainstream anzupassen. So dass es noch interessant klingt, aber niemand wehtut und vor allem nicht irgendwie herausfordert. Dabei ist das gerade die Botschaft des Wortes, dass es den Menschen mit einer Wahrheit konfrontiert, die nicht schmeckt, die ungemütlich ist, die sich gegen die eigenen Vorstellungen wendet. Gottes Wort will wachrütteln, will ermahnen, will aufwühlen, will sich dem Bösen widersetzen. Wo die Klarheit dieses Wortes in diese Welt dringt, soll ein Umdenken, soll eine Neuorientierung ausgelöst werden. Das Wort ist ein Umbruch der Schöpfung, um sie zur eigentlichen Schöpfung zu machen. Dazu muss das Wort tiefe Schollen graben, es muss gewaltige Erdhaufen bewegen, es muss dazu Menschen völlig umkrempeln. Das ist beileibe nicht angenehm. Das sind dann oft harte und bittere Worte. Es sind Worte, die Menschen in den Grundfesten ihrer Überzeugung ins Wanken bringen. Es sind Worte, die im Unheil immer unterwegs sind, das Heil zu schaffen. Da wird Menschen-Wahrheit mit Gottes-Wahrheit konfrontiert. Was Gott sagen wird ist das Beste, was einem Menschen passieren kann, auch wenn es ihm auf den Zahn fühlt. Daher braucht es Menschen, die das reden, was Gott sagen will.

Wir leben in einer Zeit, in der das Individuum seinen Triumph feiert. Alles soll dem entsprechen, was mich fördert und mir gut tut. Selbst die Glaubenden suchen „Ihren“ Prediger aus. „Genau nach meinem Geschmack.“ „In diesem Gottesdienst kann ich mich wiederfinden.“ „Das ist für mich passend und angenehm.“ Doch was ist, wenn Gott nicht in unser Konzept passt? Was, wenn er etwas sagt, was wir nicht hören wollen? Was, wenn der Pfarrer uns plötzlich einmal auf die Füße tritt? Wie gehen wir damit um, wenn ein vollmächtiger Verkündiger uns sagt: So kannst du nicht weitermachen! Da muss jetzt etwas Grundlegendes in deinem Leben passieren. Dieses Stehvermögen braucht jeder, der mit dem Wort umgeht. Das Wort von Gott bleibt ein, den Menschen konfrontierendes Wort. Wir dürfen es nicht weichspülen, damit es angenehmer wird. Wo das Wort seine Eindeutigkeit verliert, ist es nicht mehr die Wahrheit, die von Gott kommt und hat nicht mehr die erlösende Kraft, die von Grund auf etwas heil werden lässt. Wo wir das Wort weitergeben, darf sich nie das Wort verbiegen, sondern muss der Mensch sich beugen.

Wo stehen wir in der Gefahr, das Wort zu verwässern, um niemand zu nahe zu treten?

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