Ein hoher Wechselkurs

Wer Erbarmen erfahren hat, kann selbst nicht mehr gnadenlos sein.

Wie soll ich dem Herrn vergelten all seine Wohltat, die er an mir tut?
Ps. 116, 12

Vergelten gebrauchen wir meist im negativen Sinne. Es geht um einen Vergeltungsschlag, um eine Antwort auf erfahrenes Unrecht. Der Beleidigung soll etwas entgegengesetzt werden, weil sie Grenzen überschritten und verletzt hat. Dem Herr seine Wohltat zu vergelten, zielt in die total entgegengesetzte Richtung. Da sucht ein Mensch an sich selbst eine Reaktion auf erfahrenes Wohlwollen. Er erkennt an sich keinen Gegenwert zu Gottes Erbarmen, das sich an ihm vollzieht. Das Gute von Gott ist eine Währung, für die es keine Gegenleistung gibt. Wo ein Mensch auf Wohlwollen reagieren will, erkennt er sein ganzes Defizit. Da ist nichts, was ich auch nur annähernd dem entgegensetzen kann. Bei diesem Wertevergleich, erkennt er wie groß die Gnade ist. Wohltat ist Gottes vergelten an den schuldig gewordenen Menschen. Auf Unrecht folgt nicht Verachtung, sondern Erbarmen. Gott rechnet nicht eins zu eins ab, sondern tausend zu eins. Wenn Gott nach unserer Leistung vergelten würde, wäre ein dickes Minus unter dem Strich; da wäre der Mensch ein hoffnungsloser Fall. Gott vergilt mit Mehrwert. Da wird das Konto satt aufgefüllt. Da steht unter dem Strich ein fettes Plus. Wohlwollen ist immer eine überdurchschnittliche Zugabe. Da fallen die Gewinne des Leben unproportional höher aus als die Investitionen. Wo Christus unser Bruder geworden ist, ist das Böse mit Gutem vergolten. Da gibt es in allem menschlichen Miteinander einen neuen Wechselkurs. Wer solch eine Gnade erfährt, kann nicht mit Ungnade vergelten.

Wo wir Antworten auf unser christliches Verhalten suchen, finden wir in diesem Wort einen Maßstab. Wo wir um das „Wie“ unserer Vergeltungsschläge ringen, kann nur das christusgemäß die Antwort sein. Unser eigenes Leben wird dann zu einer heilsamen Investition für das Leben anderer. Da können scharfe Worte auch leiser fallen und vor Wohlwollen strotzen. Da kann die Vergebung einen neuen Versuch wagen, wo sonst nur die Trennung das passende Zukunftsmodell war. Da schonen wir die Schwächen der anderen und nutzen sie nicht gnadenlos aus. Wo wir uns fragen, wie wir vergelten, fängt in uns eine Umgestaltung an. Da entsteht eine Verhaltensänderung, die von Wohlwollen geprägt ist. Wo wir diese Frage zulassen, distanzieren wir uns mehr und mehr von dem Vergelten, das gegenseitig erniedrigt. Da legen sich die aufbrausenden Wellen, die vor den Untaten anderer, eiserne Konsequenzen ziehen und alle Schotten dicht machen. Unter solch einem Vergelten ist es undenkbar, dass man endgültige Striche zieht.

Wie können unsere Handlungen noch viel mehr zu Vergeltungsschlägen der Wohltat werden?

Auslegungen für jeden Tag
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