In der schlimmsten Krise kreativ

Im Atmen liegt das Geheimnis des Lebens.

„Leben und Wohltat hast du an mir getan, und deine Obhut hat meinen Odem bewahrt.“
Hiob 10, 12

Da ist dem Hiob durch all das, was in seinem Leben weggebrochen ist, regelrecht die Luft ausgegangen, und dann spricht er davon, dass Gott seinen Odem bewahrt. Solange wir atmen, kann kommen was will, wir sind noch am Leben. Wenn wir atmen schlägt das Herz. Nirgends erfahren wir stärker, wie das Leben in Gottes Hand liegt, als beim Ein- und Ausatmen. „Gott blies ihnen seinen Odem ein,“ heißt es bei Adam und Eva. Der erste eigene Atemzug ist bei der Geburt das Zeichen, dass die Nabelschnur getrennt werden kann. Atmen ist die Gnade des Lebens. Da hält Gott seine Hände auf. Das war für uns die ganz starke Erfahrung nach dem Brand. Nichts mehr zu haben, doch im eigenen Leben alles zu haben. Da war das Haus weg, mein schönes kleines Zimmer, die Kleider und meine geliebte Kamera, doch ich war da. Ich stand da und atmete und hatte somit alles. Solange der Atem nicht wegbricht ist alles da. Wir sind in den Lebensraum Gottes eingehüllt, das ist das Allergrößte. Solange ein Atemzug die Lunge aufbläst, pulsiert das Leben. Atmen ist in Gott sein. Mit jedem Zug saugen wir die Gnade ein. Wir können das Heben und Senken des Brustkorbes nicht beeinflussen, es bleibt unser Lebensgeschenk. Darin zeigt sich das Wohlwollen, in das wir eingehüllt sind. Gott bewahrt, er ist der Erhalter des Atems. So dicht ist jeder Augenblick mit dem Schöpfer verbunden. Zwischen seinem Bewahren und uns liegt nichts dazwischen. Daher kann Hiob dieses starke Bekenntnis abgeben. Solange der Atem nicht wegbricht, bricht Gott nicht weg, auch wenn um mich herum alles in Schutt und Asche liegt.

Wenn Atmen solch ein großes Geschenk ist, worüber muss sich dann ein Mensch noch sorgen? Mit jedem Atemzug, der uns geschenkt ist, setzt sich das Leben gegen allen Widerwärtigkeiten durch. Solange Atem da ist, gibt es keine stärkere Macht, die dem Leben zu schaffen machen kann. Egal wie schwer manche Wege sind, wer atmet hat nicht verloren. Solange wir Atem holen, geht die Hoffnung nicht aus. Weil wir diese Gnade haben, haben wir viel mehr in der Hand, als wir in schweren Stunden vermuten. Wo Gott den Odem bewahrt, stehen uns all seine Heilsmittel zur Verfügung. Wir können Trost schöpfen, Vergebung in Anspruch nehmen und gewähren. Wir können Mut fassen und über Trümmer lachen. Wir können Freude entwickeln, wenn wir die verkohlten Balken des Kirchendaches entsorgen und die geschmolzenen Orgelpfeifen zu Kunstwerken zusammenstellen. Wo der Atem bewahrt ist, bleibt das Leben in der schlimmsten Krise kreativ. Der Atem ist das Trotzdem Gottes, wo außer Scherben nichts mehr übrig geblieben ist.

Was haben wir zu befürchten, wenn wir noch atmen und das ganze Leben in unseren Adern pulsiert?

Auslegungen für jeden Tag
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