Worte, die Licht anmachen

Für Gott ist es völlig normal, den Schuldigen zurechtzulieben.

„Du sollst nicht falsch Zeugnis reden wider deinen Nächsten.“
2.Mose 20, 16

Gott arbeitet tagtäglich mit Abweichlern. Gott kennt keine anderen Menschen als solche, die nach dem Apfel greifen. Er arbeitet an denen, die ihren Bruder erschlagen, mit anderen, die ihn verschachern und zum Sklaven machen, oder solchen, die den Vater ums Erbe betrügen. Er macht Geschichte mit denen die ihn verspotten und verlachen und mit denen, die ihn ans Kreuz nageln. Er pflegt einen völlig anderen Umgang mit den Widerspenstigen, mit den Trixern und Mördern. Er bleibt sich selbst treu und lässt sich nicht von Schuld prägen, lässt sich nicht vom Spott zum Spötter machen. Liebe lässt sich nicht abschrecken und bleibt dem Sünder zugewandt. Die umwerfende Art der Liebe ist aufzurichten statt zu verdammen. Jede Verfehlung zeigt ihm nur noch mehr wieviel Hilfe nötig ist. Schuldig werden heißt für ihn nicht, die Liebe zu entziehen. Im Gegenteil, das sieht er sich richtig gefordert. Versagen braucht die Handreichung nicht die Verurteilung. Gott will das geknickte Rohr nicht zerbrechen. Er hat in der Tiefe des Abgrundes noch immer Versöhnung vor Augen. Er will im Unfrieden Frieden schaffen, im Irrtum die Wahrheit aufleuchten lassen, im Hass die Liebe verschwenden.

Das ist der Auftrag der Glaubenden, Werkzeuge des Friedens zu sein. Somit ist der Umgang mit den Verfehlungen des Nächsten sogar in den zehn Geboten geregelt. Wo Menschen leben gibt es genügend Zündstoff, bei dem man sich ständig in die Haare kriegen kann. Es funkt und scheppert, es wird beleidigt und missachtet, man selbst ist verletzt und gekränkt und schon ist das schönste Feuer unter dem Dach. Dieses persönliche beleidigt sein, treibt dann herrliche Blüten. Die Zunge weiß dann sehr schnell, wie unerträglich und ungemütlich der andere ist. Paulus dreht hier den Spieß um: Wenn ein Mensch von einer Verfehlung ereilt wird, so helft ihm wieder zurecht mit sanftmütigem Geist. Nicht zuschlagen, sondern zurechthelfen. Das falsche Zeugnis macht den andern kleiner, die Liebe macht ihn größer. Die Liebe entwickelt Phantasie und Gespür, was in einer verfahrenen Situation die Hilfe sein kann. Manchmal schweigt die Liebe einfach und erträgt geduldig die Schläge, wie ein Amboss viele Hämmer zerbricht, weil er willig ihre Schläge erträgt. Wenn wir über andere reden, ist es hilfreicher nur das Gute weiterzugeben und wenn wir im Augenblick nichts Gutes sehen, einfach zu schweigen. Andere verbal in die Pfanne hauen, kann niemals Hilfe sein. In allen mitmenschlichen Spannungen kann das Franziskus-Gebet Hilfe sein. Herr, mache mich zum Werkzeug deines Friedens, dass ich Liebe übe, wo man sich hasst, dass ich Licht anzünde, wo die Finsternis regiert. Dann haben wir das richtige Zeugnis auf unseren Lippen.

Wo sind unsere subtilen, oft fein versteckten Worte, die Lichter ausgehen lassen, statt anzünden?

Auslegungen für jeden Tag
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