Trost braucht Leere

Wer getröstet ist, hat Mut für den nächsten Schritt.

„Siehe, um Trost war mir sehr bange. Du aber hast dich meiner Seele herzlich angenommen, dass sie nicht verdürbe; denn du wirfst alle meine Sünden hinter dich zurück.“
Jes. 38, 17

Der König Hiskia erlebte todkrank, den gesund machenden Gott. Der Prophet sagte ihm: Bestelle dein Haus, du wirst nicht mehr lange am Leben bleiben. Sein Leben sollte abschnitten werden, wie ein fertig gewobenes Tuch. Eigentlich eine Hiobsbotschaft, die jeden normalen Menschen in die letzte Verzweiflung bringt. Doch Hiskia bestellte sein Haus, nicht indem er sich auf seinen Abschied vorbereitete, sondern indem er sein ganzes Herz vor seinem Gott ausschütte. Er hat regelrecht mit seinem Gott gerungen
und sprach: Ach, HERR, gedenke doch, wie ich vor dir in Treue und ungeteilten Herzens gewandelt bin und getan habe, was dir gefällt. Und Hiskia weinte sehr. Gott erhörte sein Flehen und ließ ihm ausrichten: ich will dir noch fünfzehn Jahre auf deine Tage zulegen und will dich samt dieser Stadt erretten aus der Hand des Königs von Assyrien und will diese Stadt beschirmen. Was für ein Umbruch, was für eine Erhörung? Nicht jeder erfährt einen derartigen Trost, doch es zeigt, welch eine Macht im Vertrauen liegt. An der Grenze seiner Existenz, vertraute sich dieser König nicht nur ein bisschen, sondern radikal Gott an. Nicht nur sein Leben, sondern sein Herz war gebrochen, das er voll und ganz Gott hinwarf. Sein letztes bisschen Dasein wurde zu einem Knäuel in Gottes Hand. In dieser allerletzten Hingabe, wo in ihm nichts mehr war als nur Leere, erfuhr er Trost, erfuhr er wie seine Seele angenommen wird. Es war die totale Veräußerung, die Gott aufgefangen hat. Getröstet werden und angenommen sein, hängt mit dem ganzen leer sein vor Gott zusammen. Trost fällt dort hinein, wo die Schalen leer und bereit sind sich füllen zu lassen. Wenn Gott tröstet, lässt er den Tröster in offene Gefäße fallen. Sie können dann wie ein Schwamm das Heil aufsaugen. Die ausweglose Situation ist dann die Geburtsstunde für das Genesen in Christus. Dieser Trost wendet das Verderben. Dieser Trost überwindet den Sterbensprozess allen vergänglichen Lebens.

Getröstet sein braucht die ganze Leere. Dort wo ein Flüchtling die ganzen Schandtaten der Menschheit über sich hat ergehen lassen, wo er Monate und Jahre auf Heimat verzichtet hat, wo seine Seele ausgebrannt ist bis auf die Knochen, wo er als Häufchen Elend vor unserer Türe steht, wird ihm Trost, wenn diese Türe aufgeht. Da beginnen Augen wieder zu lachen, die wochenlang geweint haben. Da entsteht Trost, wenn die heimatlichen Klänge der eritreischen orthodoxen Gesänge über ein Handyvideo erklingen. Dieses Trösten dringt dann tief in die verwundeten, kranken Seelen hinein.
Wir sind aufgefangen, wo wir diesen Trost zulassen. Wir sind beauftragt die Hoffnung, die in diesem Trösten liegt zu verschwenden. Gott hat genug davon.

Wenn es uns um Trost sehr bange ist, glauben wir, wir könnten uns selbst trösten und die Hoffnung aus uns schöpfen?

Auslegungen für jeden Tag
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