Der überschwappende Gott

Ohne Segen wäre die Welt halbfertig.

„Gott sei uns gnädig und segne uns, er lassen sein Angesicht leuchten bei uns, dass man auf Erden dein Weg erkenne, unter allen Nationen deine Hilfe.“
Ps. 67, 2-3

Gesegnete haben einen Sonderstatus. Sie stehen unter dem ganzen Wohlwollen eines Anderen. Da gibt einer zu dem was wir haben, noch einen weit größeren Anteil dazu. Segen ist Gottes Mehrwert für seine Geschöpfe. Da strömt etwas auf uns zu, das uns ausmacht, jedoch nichts mit uns selbst zu tun hat. Es ist das Dazugeben aus einer geheimnisvollen Schatzkammer. Da füllt uns jemand die Hände, mit etwas, was wir nicht erwirtschaftet haben. Unter dem Segen geht der Witwe von Zarpat das Mehl nicht aus. Durch Segen werden von zwei Fischen und fünf Broten tausende Menschen satt. Unter dem Segen geht es nicht mit rechten Dingen zu. Da passiert etwas, was außerhalb unseres Radius liegt und von uns nicht beeinflusst werden kann. Da fallen die Brosamen der ewigen Welt auf die Erde. Segen ist Gottes Überflussprinzip, an dem er die Seinen teilhaben lässt. Segen ist der überschwappende Gott. Da ist eine Batterie, die nie leer wird, ein Energiefeld, das nicht den Gesetzen unserer Erde unterstellt ist. Wo wir wissen, von nichts kommt nichts, kommt beim Segen alles aus dem Nichts. Da ist ein Wort, und es wurde die Schöpfung. Aus dem Nichts hat Gott das Weltall geschaffen, lag doch kein Urstoff bereit neben dir, so wie du, heißt es in einer unserer Abendliturgien. Wenn Alles aus dem Nichts kommt, steht die ganze Welt unter dem Segen. Sie lebt aus dem, was Gott in seiner Grenzenlosigkeit dazugibt.

Ein Leben ohne Segen wäre nicht denkbar. Wäre der Mensch allein auf sich angewiesen, wäre er eine armselige Kreatur. Er würde an sich selbst verarmen. Er wäre rein auf sich bezogen und auf das was er kann und vermag. Der Mensch als nüchterne Rohware, ohne den Hauch des Lebens, der ihm eingepustet wurde. Wo der Segen fehlt, fehlt die Fülle, das Ausfüllende, der ganze Reichtum, der in einem Leben liegen kann. Wo der Mensch allein auf seine Errungenschaften baut, fehlen die hunderttausend Prozent die Gott dazu geben würde. Unter dem Segen vermehrt sich das was der Mensch hat. Unter dem Segen entwerfen unsere Brüder als gelernte Werkzeugmacher ein Sakralzentrum, dass Architekten sich fragen, wozu habe ich da studiert. Unter dem Segen bleibt ein Mensch nicht bei sich selbst, sondern wächst über sich hinaus. Er wird zu einem Diener des Verschwenders. Er kann Dinge erkennen, die dem normalen Menschen verschlossen bleiben. Im Segen wird der begrenzte Mensch mit dem lebensschaffenden Christus zusammengeführt. Darin potenzieren sich die Energien Gottes.

Wenn solch ein Angesicht über uns leuchtet, wollen wir da diesen Segen an uns vorüberziehen lassen? Wollen wir da als die Gesegneten nicht zu Segnenden werden?

Auslegungen für jeden Tag
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