Wenn die Suppe nicht schmeckt

Christus will keine Bewunderer, sondern Nachfolger. Sören Kierkegaard

„Gott der Herr hat mir das Ohr geöffnet. Und ich bin nicht ungehorsam und weiche nicht zurück.“
Jes. 50, 5

Wo der Herr das Ohr öffnet, passiert etwas mit dem Menschen. Da dringen Worte ein, die nicht nur nett sind, sondern das ganze Gottes Handeln offenbaren. Da wird der Mensch von dem erfasst, was Gott mit ihm vor hat. Er wird zum Instrument und Werkzeug Gottes. Gott fängt damit an die Welt zu operieren; er gestaltet, er erschafft und erneuert. Wo Gott Ohren öffnet, erfasst er einen Menschen total und vollbringt mit ihm sein Werk. Er verschafft sich damit die Komplettzugang im Menschen. Mit geöffneten Ohren werden Berufungen ausgesprochen. Da hört ein einfacher Schreiner den Ruf: Geh ins Kloster! Da heißt er Wege zu gehen, die völlig anders aussehen als wir uns gedacht haben. Da macht das Wort zu einem Teil von Gottes Auftrag. Da hört Mose den Ruf: Geh zum Pharao und befreie mein Volk aus der Gefangenschaft der Ägypter. Wo Ohren aufgehen wird ein Saulus zum Paulus. Da wird der Gottesknecht zum Erlöser.

Wo die Ohren aufgehen, kann es ganz schön ungemütlich werden. Da werden unsere Wege und Pläne durchkreuzt. Da tanzen wir nicht mehr nach unserer Pfeife. Wo Gott Hand anlegt, sagt er: Du bist mein! Ich brauche dich, ich jetzt etwas mit dir vor. Da kommen schnell die größten Ausreden und Erklärungen, weshalb das nicht geht. Mose hat heftige Diskussionen mit Gott begonnen, als er den Pharao überzeugen sollte. Ich kann nicht reden, ich bin nicht sprachbegabt, ich habe eine schwere Zunge. Schlicht, Lieber Gott, suche dir einen anderen, ich bin nicht der Richtige für solch eine Aufgabe. Ich selbst sagte mir: Kloster ist für dich als freiheitsliebender Mensch nichts, das kann ich mir nicht vorstellen. Doch es geht nicht darum, was wir uns vorstellen können. Selbst Jesus sagte: Wenn es irgendwie geht, lass diesen Kelch an mir vorübergehen. Wo die Ohren aufgehen, hören wir Dinge, die wir lieber nicht hören möchten, weil es ans Eingemachte geht.

Doch Jesaja sagt: ich bin nicht ungehorsam und weiche nicht zurück. Wow, welch eine Standhaftigkeit. Welch eine Bereitschaft Wege zu gehen, die ungemütlich werden und vielleicht kein Zuckerschlecken sind. Ungehorsam und zurückweichen, sind das größte Übel, wenn die Ohren aufgehen, wenn das Wort uns triff und Gott ganz konkret etwas mit uns vor hat. Jesus sagte: Dein Wille geschehe. Damit war er bereit für den Kreuzweg. Genauso sagt er: Wer mir dienen will, der folge mit auf dem Kreuzweg. Im Gehorsam und nicht zurückweichen geschieht das was Gott mit dieser Welt vor hat. Es geht in der Nachfolge immer wieder darum, unseren Widerstand gegen das was Gott von uns will, zu begraben.

Was passiert in uns, wenn uns das Wort die Ohren öffnet? Welche Abwehrmechanismen setzen da ein?

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