Hoffen heißt umkehren

Wer hoffen will, kann nicht weitermachen wie bisher.

Bist du es nicht, Herr, unser Gott, auf den wir hoffen?
Jer. 14, 22

Bei Jeremia gibt es gerade nichts zu hoffen. Das erwählte Volk ist Gott mal wieder davongelaufen. Das ganze Land ist daher in Unruhe, von Dürre überzogen, von Kriegen geplagt und von Seuchen heimgesucht. Dazwischen pflegen Propheten beschwichtigende Reden und versuchen mit schön reden die Menschen zu trösten. Alles nicht so schlimm, es wird alles wieder gut! So ein Geschwätz ist der größte Quatsch, wenn es um die Folgen von Ungehorsam und Unglauben geht. Sie vermitteln dabei den Eindruck, es ist völlig egal wie wir leben und wie wir uns verhalten, Gott ist so barmherzig, dass er immer durch fünf Finger schauen wird. Welch ein gewaltiger Irrtum. Gott aus der Schule laufen kann nicht gut gehen. Das lässt sich nicht beschönigen oder verharmlosen. Jeremia trauert über diese untröstlichen Zustände. Er kann es nicht mit ansehen, wie sich das Gottesvolk selbst zerfleischt und dann noch beschwichtigt wird. Er ist der Einzige, der diesen Spuk nicht mitmacht und schreit nach Gottes Erbarmen. Doch Gott erhört ihn nicht. Er kann ihn gar nicht erhören, solange sich Menschen von ihm abwenden. Würde er Jeremia jetzt erhören, würde er sagen: Es spielt keine Rolle, wie sich mein Volk verhält, ich drücke einfach mal die Augen zu. Gott sagt ihm: Ich bin so heilig, dass ich nicht einfach über Schuld hinweggehen kann. Damit ein Mensch in seinem Elend hoffen kann, ist Umkehr nötig. Er braucht in seiner verrannten Lage einen Christus, damit es wieder gut werden kann. Heil und hoffen liegt allein in Gott, zu dem sich der Abgewandte wieder hinwendet. Christus macht aus einem gottfernen einen gottnahen Menschen. Hoffnung kommt nicht automatisch, sondern liegt in der Selbsterkenntnis; ich habe mich verrannt und ich brauche einen gnädigen Gott. Wo dieser Umbruch und innerer Zerbruch nicht stattfindet, kann selbst ein Gott der Hoffnung keine Hoffnung schenken.

Wie ernst es Gott damit ist, konnten wir vergangene Woche erschreckend erfahren. Wir erfuhren vom Tod eines ehemaligen Bruders, der in der Gründungszeit zum Kern unserer Bruderschaft gehörte. Er war der erste, der aus persönlichen Gründen aus der Gemeinschaft ausgetreten ist. In den letzten Jahren nahm er wieder Kontakt zu uns auf und wollte uns durch finanzielle Forderungen das Leben schwer machen. Dann diese Nachricht, dass er nicht mehr lebt. Ein Schock, selbst für uns, wie heilig Gott ist und sich nicht spotten lässt.

Hoffen heißt nicht die Umstände ignorieren und einfach weitermachen, in der billigen Hoffnung, dass irgendwann sowieso alles gut wird. Hoffen liegt in der bewussten Hinwendung zu Christus. In uns muss immer neu dieser Wille zu dieser Veränderung geschehen. Wir haben einen Gott auf den wir hoffen können, der uns in unserem anders wollen in Christus begegnet.

Kann Gott das Gebet überhören, wo wir auf Christus hoffen?

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