Schreien macht gesund

Christus steht nicht hinter uns als unsere Vergangenheit, sondern vor uns als unsere Hoffnung. Fr. v. Bodelschwingh

„Herr, mein Gott, da ich schrie zu dir, machtest du mich gesund.“
Ps. 30, 3

Wo ein Mensch zu Gott schreit, trägt er seine ganze Verzweiflung an die höchste Stelle. Der Schreiende ist nicht fertig, sondern erwartet noch etwas. Darin liegt das ganze innere Aufbegehren, sich nicht mit der augenblicklichen Situation abzufinden. Da kocht die Not auf Gott zu. In dem Moment gibt es nichts zu danken und zu loben, sondern nur noch zu weinen und zu klagen. Wir können auch als Glaubende nicht immer nur gut drauf sein. Als Erdenbürger ist es völlig normal, an Gott und den Menschen irre zu werden. Es braucht sich keiner schämen, der zu Gott schreit. Wer im Elend schreit, hat Gott noch nicht aufgegeben. Manchmal ist der Schrei das einzige Gebet, das von Menschen zu Gott dringt. Schreien klammert sich an Hilfe. Aus wieviel Schützengräben, aus wieviel Kliniken sind die Schreie in den Himmel aufgestiegen. Wer seinen Jammer herausbrüllt, bleibt nicht unerhört. Wo das Schreien auf Gott trifft, ist die Hilfe sicher. Die Schreie, die zu Gott aufsteigen, werden bereits zum Lob. Das klagende Herz ehrt damit den, in dessen Hand alles Leben liegt. Der Schrei ist wie ein offenes Gefäß, das bereit ist sich füllen zu lassen. Dieses hilflose, verzweifelte sich öffnen, macht Platz, dass Heilung geschehen kann. Da beginnt die verwandelnde Kraft, die Passionswege mit Osterwegen verbindet. Da werden Schreie in die Auferstehungskraft verwandelt. In dem Schreien zu Gott, wird die Christusgegenwart an uns lebendig.

Damit entsteht eine viel größere Gesundheit, als dass Blinde wieder sehen und Lahme wieder gehen können. Da erkennt der Blinde das Heil in Christus, egal ob er die Schönheit der Berge, Blumen und Pflanzen wahrnehmen kann, oder ihm das natürliche Augenlicht verschlossen bleibt. Gesund geworden sind nicht die, die den Kugelhagel in den Schützengräben „nur“ überlebt haben, sondern die, deren Leben sich total geändert hat, nachdem sie die Uniform ausgezogen hatten. Das ist gesund, unter Lasten zu leben, seine Not zu Gott zu schreien, darin Hoffnung zu entwickeln und Gott die Ehre zu geben. Das Lob kommt nicht nur von den Starken, sondern gerade von den Ohnmächtigen, die ihre Not vor Gott schreien. Das ist die größte Gesundheit, durch Christus in der verzweifelten Lage, neu hoffen zu können. Gesund ist, mit Krankem und Belastendem gesund umgehen zu können. Dafür können wir zu Gott schreien.

Woher wollen wir noch mehr Hilfe bekommen, wenn wir uns ausweinen?

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