Gesang zwischen Bettdecke und Hausschuhen

Wer das Morgenrot weckt, hofft und dankt, auch wenn´s ungemütlich wird.

„Gott, mein Herz ist bereit, ich will singen und spielen. Wach auf, meine Seele!“
Ps. 108, 2

Das Morgenritual prägt den ganzen Tag. Das Lied, das wir auf der Bettkante anstimmen, wird zum Kang für die nächsten Stunden. „Wach auf, meine Seele! Wach auf, Harfe und Saitenspiel, ich will das Morgenrot wecken.“ Das wird zum Gesang zwischen Bettdecke und Hausschuhen. Aufwachen, und bereit sein für ein großes Konzert. Aufwachen wird zum Gottesdienst. Mit dem ersten Atemzug am Morgen beginnt ein virtuoses Spiel. Atmen geht in Klingen über, und dieser Klang verfärbt den Himmel in ein leuchtendes Orange-rot, der die Sonne aufweckt. Die Musik versetzt mit ihren Resonanzen alles in Schwingung. Wo die Seele aufwacht und das Herz bereit ist, beginnt das große Halleluja von Händel. Wer aufwacht, ist zum Loben geboren. Vom ersten Augenblick, an dem wir morgens die Augen aufwachen, sind wir ein Klangkörper der das Leben weckt. Wir sind Gesang und Spiel, das die Welt in Schwingung versetzt. Gottes Ja zum Leben, macht uns zu Harfen und Violinen. Der Einklang des Schöpfers mit seinen Instrumenten, wird zur neuen deutschen Welle. Wir sind der Psalmsender 108,2. Das Weckradio zum Gotteslob und zur musikalischen Erbauung seiner Zuhörer. Unser Leben ist ein klingendes Gebet.

Was klingt am Morgen auf unserer Bettkante? Ist es das Drama einer unruhigen, durchwachten Nacht? Ist es die Trauerarie über die Sorgen, die diesen Tag wieder über uns hereinbrechen werden? Ist es der Schmerz, der uns keine Ruhe lässt und Moll-Akkorde setzt? Wir klingen, so oder so. Unser Eigenklang ist mal schrill, mal dumpf, der nicht das Morgenrot weckt, sondern schwarze Wolken über sich herzieht. Das bereite Herz und die aufgeweckte Seele macht den Unterschied im Klang. Wo Gott bespielt, werden wir zum Spiel. Jeden Morgen neu, entscheiden wir, klingt die schlechte Nacht weiter, oder darf das Lob unsere matten Töne übertönen. Jeder Augenblick will zu einem Gebet werden. Gott klingt gerade in unseren Misstönen. Dazu sucht er die Bereiten. Der Lehrtext sagt: Leidet jemand unter euch, der bete; ist jemand guten Mutes, der singe Psalmen.

Können wir die Welt mit unseren Klageliedern wecken?

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