Heilige Orte verändern

Es gibt Orte, die haben eine besonders prägende Kraft.

Als Jakob von seinem Schlaf aufwachte, sprach er: Wie heilig ist dieses Stätte! Hier ist nichts anderes als Gottes Haus, und hier ist die Pforte des Himmels.“
1.Mose 28, 17

Wer die Sagrada Familia in Barcelona betritt, kennt das Gefühl, in die Pforten des Himmels einzugehen. Man könnte sagen, man erlebt in Stein gemeißelte Gottesgegenwart. Das ist nicht nur ein faszinierendes Bauwerk, sondern ein Ort, der Menschen verändert und tiefe Spuren hinterlässt. Heilige Räume sind verändernde Räume. Darin liegt Ruhe und Kraft, die in den Himmel zieht, inmitten von Menschenmassen, an denen ähnliches geschieht. Jeder Ort, an dem Gott mit dem Menschen eine Geschichte schreibt, ist ein heiliger Ort. Es sind Orte, an denen Heilungswunder geschehen sind und nur zu Walfahrtsorten geworden sind. Wo Gott handelt, hinterlässt er Spuren von Ewigkeit. Was einmal an einem Ort geschehen ist, wird diesen Ort für alle Zeiten prägen. Viktor Frankl sagt: Einmal gezeitigt, ist für immer verewigt. Das was einmal geschehen ist, bleibt für alle Zeiten existent. Selbst wenn die Baracken in Dachau abgerissen sind, überfällt es einen mit Unbehagen, wenn man durch diese Anlage der KZ-Gedenkstätte läuft. Orte prägen, Orte haben Macht, Orte lösen Emotionen aus, ein Ort ist von Schwingungen und Atmosphäre durchdrungen. Man spürt den Geist der hier weht. Gott selbst schafft immer wieder solche besonderen Orte der Begegnung mit ihm. Er schafft Orte der Veränderung, an denen er an den Menschen Hand anlegt und weiterführende Erkenntnisse schafft. Jede Kirche will solch ein Ort sein. Sie ist heiliger Raum, Gottes Offenbarungsbereich, an dem Leib und Blut Christi in den Menschen eingehen. Hier geschieht Umfassendes für Zeit und Ewigkeit. Es ist der Raum, in dem sich die ganze Kraft des Wortes entfaltet, das lebendig ist und lebendig macht. An diesem Ort kommt der Mensch zum Schweigen und trägt seine wortlose Anbetung im Weihrauch vor den Altar.

Wir alle leben von heiligen Orten. Wir leben von ihrer wohltuenden und verändernden Kraft. Wir leben von dem Ort, an dem Christus unter den Menschen wohnt. Wir brauchen Räume in denen wir Herrlichkeit sehen uns spüren. Hier entsteht dann die Frage, ob es dem Geist des Hauses entspricht, wenn zur Gemeinschaftsförderung in der Kirche ein Stehempfang stattfindet. Kann da das Gotteshaus eine Friseurstube sein? Ist das im Gemeindehaus nicht Zweck entsprechender. Wo wir die Menschen der heiligen Räume berauben, verliert der Glaube seine Heimat. Gerade der Glaube braucht Orte, die ihn über die irdischen Räume hinausführen. Die gilt es zu bewahren und aufzusuchen.

Wie können wir unser Leben noch viel stärker in heiligen Stätten verankern, dass wir von dieser verändernden Kraft durchdrungen werden?

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Eine Antwort

  1. danke für diesen wichtigen Beitrag, Ich hatte schon immer das Bedürfnis an solchen Orten zu sein und bald darf ich wieder ein paar Tage an einem solchen besonderen Ort verweilen. Ich freue mich sehr darauf.

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