Für alle Fälle festlich angezogen

Die Gnadensonne überkleidet mit Festtagsgewändern.

„Der Herr hat mich gesandt, zu schaffen den Trauernden zu Zion, dass ihnen Schmuck statt Asche, Freudenöl statt Trauer, schöne Kleider statt eines betrübten Geistes gegeben werden.“

Jes. 61, 1.3
Sonntagmorgen in der Sakristei der Blumenmönche geschieht ein Überkleidungsritual. Da werden die diensttuenden Brüder für den Gottesdienst mit Albe, Kasel und Stola eingekleidet. Sie werden von dem Allerhöchsten in seinen Dienst genommen. Damit ist einem jeden klar, er betritt die Kirche nicht in eigener Sache, sondern in der Beauftragung des Allmächtigen. Es ist das starke Symbol dafür, dass ein Sünder von Christus überkleidet, oder zugedeckt wird und von ihm in Dienst genommen. Christus macht schick. Er legt den Armseligen Schmuck, Freudenöl und schöne Kleider an. Christus vollzieht einen Kleiderwechsel, der dem unwerten Menschen einen neuen Stand gibt. Die äußere Verwandlung vollzieht eine innere Verwandlung. Innen und außen bedingen sich gegenseitig. Gott hat immer den ganzen Menschen im Blick. Nicht umsonst haben wir an den vergangenen Festtagen auch festlicher angezogen. Die Äußerlichkeiten sind nicht egal. So wie eine innere Einstellung sich in leuchtenden Augen, in lebendigen Gesten nach außen äußert, geschieht das auch umgekehrt. Eine entsprechende Kleidung, eine bewusst gewählte aufrechte Körperhaltung wirkt auch nach innen. 
Beispielsweise, können wir wenn wir, wenn wir schlecht drauf sind oder uns geärgert haben, was ja einen inneren Zustand aufzeigt, ihn von außen nach innen beeinflussen. Auch wenn wir uns gerade überhaupt nicht danach fühlen, einfach vor einen Spiegel stellen und sich selber angrinsen. Man kommt sich dabei völlig blöd vor, weil einem nicht nach Lachen zumute ist, und das Grinsen ist auch eher eine Grimasse als ein Lachen, doch dabei drücken die angespannten Backenknochen auf die Zirbeldrüse und lösen Freudenhormone aus. Die Anspannung lässt nach einer Weile und wir werden wieder gesellschaftsfähig. 🙂
Wenn Christus uns überkleidet, betrifft das den ganzen Menschen. Da verwandeln sich Asche, Trauer und trübe Geister. Bei Christus werden die Beladenen erfrischt. Der von außen einwirkende Christus steht für einen inneren Umbruch. Mit ihm, mit seinem Wort, werden unsere schweren Tage therapiert. Wenn er uns anzieht, haben wir auch in diesem Jahr viel Freude.
Wenn solch ein Festgewand im Schrank hängt, haben wir dann wirklich nichts mehr anzuziehen?   

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