Beten verändert

Beten heißt, Gott zu Wort kommen lassen.
„Sei nicht schnell mit deinem Munde und lass dein Herz nicht eilen, etwas zu reden vor Gott; denn Gott ist im Himmel und du auf Erden; darum lass deiner Worte wenig sein.“

Pred. 5, 1
Im Beten, treten wir in Gottes Hoheitsbereich ein. Da treten wir in einen heiligen Raum, der wie der Säulenwald der Sagrada Familia in Barcelona unsere Sinne in das Allerheiligste zieht. Da steht der Erdenbürger, dessen Unscheinbarkeit in den Himmel gezogen wird. Herz und Mund verstummen und werden in Anbetung verwandelt. Der unruhige Mensch tritt in Gottes Herrlichkeit ein. Licht und Farbe übermannen alles schattenhafte Dasein. Im Stillhalten und Aushalten verwandelt Gott seine Kinder. Unsere Worte werden immer weniger und unser Herz von dem Wunder des Allmächtigen erfasst. Beten ist das Hinübergleiten in den staunenden Lobgesang. Alles Laute und Stürmische des Alltags verliert in dieser Gottesgegenwart an Macht. Da wird in uns ein anderer mächtiger. Da werden die Schwergewichte des Lebens geordnet und neu verteilt. Beten verwandet, nicht zuerst die Umstände, die wir mitbringen, sondern uns selbst.
Wenn wir auf Jesus sehen, wie er seinen Jüngern das Beten gelehrt hat, reißt er mit dem Vater unser den Himmel auf. Da wird Gott in die Mitte platziert. „Geheiligt werde dein Name“, „dein Reich komme“, „dein Wille geschehe“! Da wird Gott nicht zuerst mit unseren Problemen zugetextet. Da bekommt der problemgeladene Mensch zuerst einen allmächtigen Gott. Gott wird nicht mit der Not der Welt zugeschwallt, sondern darüber angebetet. Aus dem vom Terror bedrohten, hektischen Raum, der durch riesige Polizeipräsenz gesichert ist, tritt der Mensch unter Antonio Gaudis Meisterwerk in die Gottespräsenz. 
Im Gebet verändert sich die Richtung. Da kommt nicht der Mensch zu Gott, sondern Gott zum Menschen. Damit ändert sich alles.
Wollen wir Gott die Zeitung vorlesen, damit er weiß, wie es auf der Erde zu geht?

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