Leiden ist Reifen 

Wo steht, dass Leben ein Erfolgskurs ist?
„Gott, schweige doch nicht! Gott, bleib nicht so still und ruhig! Denn siehe deine Feinde toben, und die dich hassen, erheben das Haupt.“

Ps. 83, 2-3


Wenn Gott schweigt, leidet der Mensch. Wenn Gott still ist, geht der Mensch am Rande des Wahnsinns entlang. Dieses Schweigen ist unerträglich. Schweigen ist Hölle. Darin spiegelt sich die ganze Gottverlassenheit wieder. Naturkatastrophen, Krieg, persönliches Schicksal, und Gott schweigt. Das Schweigen erleben wir besonders starkt, wenn wir an unserer Hilflosigkeit leiden. Wenn wir gegen bestehende Situationen nichts mehr ausrichten können. Wir leiden. Wir empfinden Schmerz. Wir klagen. 
Erfolgsmenschen tun sich mit Leiden schwer. In unserer Vorstellung lebt der Gedanke: Erfolg ist gut – Leiden ist schlecht. Vielleicht ist es gut, sich etwas mehr mit Leiden zu beschäftigen. Adalbert Stifter sagte: „Das Leid ist ein heiliger Engel, durch das Menschen unvergleichlich größer geworden sind, als durch alle Freuden dieser Welt.“ Leiden hat einen Sinn. Sinn verwirklicht sich nicht nur in den schöpferischen Werten von etwas Gestalten und Schaffen. Sinn ist auch nicht nur die Möglichkeit zu lieben, zu erleben und zu genießen, was die großen Werte des Menschen sind, sondern auch im Leiden. Viktor Frankl  bezeichnet das Leiden als nicht nur eine Möglichkeit, sondern die Möglichkeit den höchsten Wert zu verwirklichen, um den tiefsten Sinn zu erfüllen. Er sagt: „Wo keine Handlung mehr möglich ist – die das Schicksal zu gestalten vermöchte – , dort ist es nötig, in der rechten Haltung dem Schicksal zu begegnen.“
Leiden ist eine Lernaufgabe, um zur höchsten Würde des Menschen zu gelangen. Daher muss Gott schweigen, daher muss der Mensch leiden. Jesus hat sich durch das Schweigen Gottes durchgelitten. Das musste geschehen, um die Erlösung vollkommen zu machen. Leidenswege sind Heilswege. Sie tragen, wie nichts anderes zur Veredelung des Menschen bei. 
Daher flüchten wir uns nicht vor den schmerzhaften Wegen. Lassen wir uns im Leiden zur größten Reife verwandeln. Über die Kreuzwege, macht uns Gott für seine Herrlichkeit tauglich.
Wird nicht gerade das Schweigen Gottes, für uns zum Schrei nach Erlösung?

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Eine Antwort

  1. Das ist das Schlimmste, vielleicht das einzig wirklich Schlimme… wenn Gott nicht mehr mit mir spricht… zum Glück ist das zur Zeit nicht so bei mir 🙂

    und ich hab auch richtig gute Neuigkeiten, in meinem – körperlichen – Leidens- und Gesundungs-Weg, den ich seit 15 Monaten gegangen bin, ist jetzt der letzte Schritt passiert – es ist gerade eben noch auf den letzten Drücker das passiert, was mir ermöglicht, in Urlaub zu fahren – und das war bei aller Übung an Wunschlosigkeit das Einzige, woran ich noch fest hing… bis ich dann vor ein paar Tagen endlich die Kurve kriegte „Okay, wenn es nicht sein soll, bleib ich halt hier und mach Urlaub zu Hause“ – hatte mir schon angefangen die Vorteile aufzuzählen und mir zu überlegen, was ich hier so alles mach… und dann 🙂 jetzt darf ich doch an’s Meer 🙂

    Ich schreib dir ’ne Postkarte <3

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