Es gibt viel aufzuleiden

Wir haben Anteil an Gottes Leiden.
„Warum nimmt mein Leiden kein Ende? Warum will meine Wunde nicht heilen? Ich setze meine ganze Hoffnung auf dich; aber du lässt mich im Stich wie ein Bach, der im Sommer versiegt!“

Jer. 15, 18
So richtig unverschämt und verzweifelt haut Jeremia Gott die Ohren voll. Diese Vorwürfe sind kaum noch zu überbieten. Du lässt mich im Stich und völlig vertrocknen! Das klngt wie Abrechnung. Hier ist einer fertig mit Gott und der Welt. Jeremia war aufgelaufen an seinem Auftrag. Er hatte zur Umkehr gerufen und ist daran schier irre geworden, weil sich so wenig veränderte. Er klagt darüber Gott an, obwohl er damit genau im Zentrum von Gottes Leiden stand. Gott leidet an der Dickfälligkeit der Menschen. Er leidet unter dem Mangel an Einsicht und Erkenntnis. Er trauert über Hartherzigkeit und Uneinsichtigkeit. Die Haltung der Menschen macht nicht nur Menschen krank, sie geht auch Gott an die Nieren. Jeremia ist auf den Schmerz getroffen, den Gott mit seinen Kindern hat. Er leidet an dem Gott-Mensch-Konfikt. Er leidet an der von Gott losgelösten Schöpfung, in der alles Leid seinen Ursprung hat. Er spürt körperlich, wie weh das tut, wenn Leben nicht unter Gottes Führung abläuft. Unter diesem Auseinanderklaffen leidet der Mensch und Gott. 
Leiden wird immer zur Gottesgeschichte und zur Menschheitsgeschichte gehören. Viktor Frankl sagt: Es gibt viel aufzuleiden! Aufzuleiden im Sinne von aufarbeiten. Leiden ist Arbeit. Leiden ist Kampf. Leiden ist Auseinandersetzung der sich Gott stellt und der wir uns zu stellen haben.
Gott hat das Aufleiden in die Hand genommen. Er hat sich bis zur Wurzel des Übels durchgelitten. Jesus Christus ist Gottes Aufleiden. Er hat den schmerzhaften Trennungsbruch zum Menschen überwunden. Auf die Frage von Jeremia; nimmt mein Leiden kein Ende, hat Gott die Antwort gegeben. In Christus kann diese Wunde heilen. Unser zwanghaftes sündigen müssen und dadurch Schmerzen auslösen, ist durchbrochen. In Christus lässt der Schmerz nach, weil etwas in Ordnung kommt. So steht über allem Unheil nicht nur der Schmerz, sondern immer auch die Hoffnung. Auch wenn es in dieser Welt noch viel aufzuleiden gibt, haben wir in Christus keinen Grund mehr daran zu verzweifeln.
Durch Christus sind wir einen Schritt weiter als Jeremia. Wollen wir trotzdem noch gegen Gott Amok laufen?

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Eine Antwort

  1. ich sagte das letztens schon mal … wenn ich am Ende meiner Nerven bin und zu Gott schreie – nein, dann wird nicht das Leiden schlagartig beendet, aber ich bekomme eine Antwort und auf eine Weise wird MEIN Leiden dann beendet

    Alles Liebe <3

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