Zum Glück sind wir durstig

der Durst treibt uns an die Quelle.
„Meine Seele dürstet nach Gott, nach dem lebendigen Gott. Wann werde ich dahin kommen, dass ich Gottes Angesicht schaue?“

Ps. 42, 3
Durststrecken gehören zum Leben. Bei uns gibt es das geflügelte Wort: das Leben ist ein Gehen von Krise zu Krise. Leben verläuft dynamisch; nach Hochzeiten kommen Trauertage. Manchesmal beides gleichzeitig und parallel. Da ist auf der einen Seite die sterbende Mutter, die sich durch ihre letzten Tag quält, auf der anderen Seite ein Neugeborenes, das uns ständig Anlaß zur Freude gibt. Auch der Glaube kennt diese Wellenbewegungen zwischen hoch und tief. Da ist ein großartiges Gemeinschaftserlebnis ein besonderer Gottesdienst, der über uns einen offenen Himmel aufgespannt hat; am nächsten Morgen sind wir über uns selbst verwundert, wie hoffnunglos und träge wir in einen neuen Tag blicken. Von dem Erlebten ist alles verflogen und wir zweifeln an uns selbst.
Ausgehungert und durstig sein hat zwei Seiten. Es zeigt den Mangel, von dem was uns fehlt, es ist jedoch gleichzeitig eine Sehnsucht nach dem, was wir schon einmal hatten. Durst ist nicht nur die Not, sondern auch immer ein Drang. Wenn wir keinen Durst hätten, könnten wir keine Sehnsucht aufbauen.  Wenn wir keine Nachterfahrung hätten, würden wir uns nicht nach dem Licht ausstrecken. Daher treibt uns die Durststrecke direkt in Gottes Arme. Wir müssen den Mangel spüren, damit die Sehnsucht wächst. Wir müssen am Boden liegen, dass unsere Seele nach dem Heil verlangt. Durst ist eine segensreiche Einrichtung. Wenn wir keinen Durst empfinden würden, würden wir sang und klanglos zugrunde gehen.
Es ist gut, wenn wir durstig sind. Das ist der Anfang zur neuen Lebendigkeit. Wo wir uns von Gott weit weg vorkommen, wächst der Drang nach Nähe. Manch einer verspürt, wenn er einige Zeit nicht im Gottesdienst war, – mir fehlt etwas. Genau das ist der Antrieb, nach Wegen zu suchen, wieder einen Gottesdienst zu besuchen. Durststrecken stehen wir mit den täglichen Losungsworten durch. Wo der Durst treibt, ist uns Gott bereits ganz nahe.
Führt uns unser Durst eher in die Verzweiflung, oder verstärkt er die Sehnsucht nach Gottesbegegnung?

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