Fröhlich sündigen 

Schluss mit Versteck spielen.
Unsere Missetaten stellst du vor dich, unsere unerkannte Sünde ins Licht vor deinem Angesicht.“

Ps. 90, 8
Unsere Welt lebt von Skandalen. Wenn sich einer mal hochgearbeitet hat und vielleicht sogar eine öffentliche Stellung erreicht, kommt ein findiger Journalist und findet den Makel. Die feinen kleinen Ungereimtheiten werden an den Pranger gestellt und gnadenlos in die Pfanne gehauen. Wir haben gelernt, man darf sich keine Fehler leisten, sonst ist man weg vom Fenster. Wehe, es kommen Schwachstellen ans Tageslicht, dann ist Schluss mit lustig.
Wer meint, Gott handle nach dem gleichen Prinzip, irrt gewaltig. Gott macht die Menschen nicht zu Sündern um sie klein zu halten. Die Kirche deckt nicht Schuld auf, um damit ihre Schäfchen gefügig zu machen, nein, darin liegt die eigentliche Größe Gottes. Wir moderne Menschen tun uns schwer, uns als Sünder zu betrachten, doch genau darin liegt unsere Chance. Dadurch, dass wir gerne zudecken und die Ungereimtheiten verheimlichen, verspielen wir oft ein großes Geheimnis des Glaubens. Wer Gott erkennt, entdeckt gleichzeitig seinen Mangel. Wir stellen fest, dass wir ihm nicht im Geringsten genügen können, dass wir immer hinter seinen guten Maßstäben zurückbleiben. Wir müssen erkennen, die Liebe die Gott ist, ist bei uns immer Mangelware. Wir sind Sünder und mangeln des Ruhmes, den wir bei Gott haben sollen, sagt Paulus und Luther sagt: Wir sind Bettler, das ist wahr. Wo wir diese Erkenntnis zulassen, sind wir einen rießigen Schritt näher bei Gott.
Gott macht uns das nicht bewusst, um uns zu demütigen, sondern um für sein Erbarmen Platz zu schaffen. Je größer die Sündenerkenntnis um so größer wird unsere Gottabhängigkeit. Je mehr Schwäche wir zulassen, umso gewaltiger formt uns das Erbarmen. Somit ist der größte Sünder der glücklichste Mensch, weil die Barmherzigkeit im Überfluss in ihm wohnt. Echte Sündenerkenntnis ist die größte Befreiung, die ein Mensch erleben kann. Es ist das Ende des Versteckspiels. Wir brauchen uns und anderen nichts mehr krampfhaft vormachen. Sündenerkenntnis entspannt, weil sie allen Mangel mit Erbarmen füllt.
Wo treiben wir noch dieses Versteckspiel und betrügen uns um ein großartiges, befreites Dasein?

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Eine Antwort

  1. Mir scheint, Sünde ist ein so unbeliebter Begriff, weil wir uns ja jetzt davon befreit haben, Ablassbriefe zu kaufen und so … für mich persönlich benutz ich den Begriff Sünde aber schon noch…. mir selbst gegenüber ehrlich sein – mir nichts vormachen über meine Taten und vor allem auch über meine Intentionen… ich muss ja nicht perfekt sein – das gerade eben nicht – MERKEN: Ananda muss nicht perfekt sein!!! 😉
    aber… ein gutes Gewissen ist ein fröhliches Kissen… oder so… öööh….wie hieß das noch 😆

    Einen fröhlichen Tag dir 🙂

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