Tausend zu eins

wer besitzt die Kühnheit, sich gegen Gott einen Anwalt zu nehmen?
„Ich weiß sehr gut, dass ein Mensch nicht recht behalten kann gegen Gott. Hat er Lust, mit ihm zu streiten, so kann er Ihm auf tausend nicht eins antworten.“

Hiob 9, 2-3
Wir kennen die Lust mit Gott zu streiten. Er muss für alles herhalten, was nicht so läuft, wir wir uns das denken. Gott ist am Elend der Welt und meines Lebens Schuld. Es hätte doch schon lange das arme Kind wieder gesund machen können, den Krieg in Syrien beenden und die sich unter Schmerzen quälende alte Frau sterben lassen. Wir wissen oft zu genau, was Gott hätte tun sollen. Wir zeigen mit Finger auf ihn und machen ihn für alles verantwortlich. Mit welchem Recht stellen wir ihn an den Pranger? Wer gibt uns die Autorität über Gott das Urteil zu sprechen? Woher nehmen wir die Vermessenheit, Gott für sein Handeln oder Nichthandeln zur Rechenschaft zu ziehen? Der Unglaube klagt an.
Der glaubende Hiob sagt: Ich kann nicht recht behalten gegen Gott. Ausgerechnet Hiob, der allen Grund hätte Gott Vorwürfe zu machen, weil er wie ein geprügelter Hund dasteht. Er sagt, die Sache zwischen Gott und mir steht tausend zu eins. In einem Rechtsstreit hätte ich keine Chance. Auf tausend Fragen könnte ich nicht eine beantworten. Er steht am gedemütigsten Punkt seines Lebens vor einer Größe, die für ihn unantastbar bleibt. Wie sollte ich ermessen können, was da bei Gott hinter den Kulissen alles abläuft? Wenn ich schon meine Zusammenhänge nicht verstehe, wie sollte ich dann schöpferische Dimensionen begreifen. Für ihn wächst die Erkenntnis, dass die Wahrheit nicht in dem liegt, was ich verstehe oder nicht verstehe, sondern meine Wahrnehmung übersteigt. In der schrecklichsten Verfassung seines Lebens verwandelt sich unter diesem Erkennen alle Anklage in Vertrauen. In seiner Kleinheit wird ihm Gott größer. Er lässt sich im Schicksal nicht zu Buhmann machen, der einen Schuldigen sucht, sondern fängt an, in seiner Ohnmacht an Gott zu reifen. Er klagt nicht an, sondern stellt sich dieser Größe. Er verlässt seine jammernde Opferrolle und wagt im Glauben das über sich und die augenblickliche Situation hinausdenken. Im Glauben und Vertrauen bringen wir unser anklagendes Herz zum Schweigen.
Wir haben die Wahl, entweder in unserer Auflehnung zu verzweifeln, oder im Glauben zu einer neuen Größe heranzuwachsen.  
Einen gesegneten Sonntag wünsche ich euch. 

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Eine Antwort

  1. „Für ihn wächst die Erkenntnis, dass die Wahrheit nicht in dem liegt, was ich verstehe oder nicht verstehe, sondern meine Wahrnehmung übersteigt. In der schrecklichsten Verfassung seines Lebens verwandelt sich unter diesem Erkennen alle Anklage in Vertrauen.“
    !!!!

    ich gestern:
    „Stelle fest: Bringt nix, gegen Gott zu kämpfen, Er ist stärker😉 “

    und ich kann ja verstockt sein – konnte, ich glaub, es ist besser geworden – und dann kann ich ja leiden, lange, schlimm – bis ich endlich aufgeb ….Hiob ist mein zweiter Name – liegt bei uns in der Familie – sagte ich dem Pfarrer auch, als meine Mutter gestorben war „erzählen sie die Geschichte von Hiob“ – und das tat er – nicht als Geschichte des Leidens, sondern als Geschichte der Erlösung !

    Auch dir einen gesegneten Tag <3
    von einer schon wieder ganz durchgerührten Ananda 😉

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