5. Mose 7, 6-9a
Denn du bist ein heiliges Volk dem HERRN, deinem Gott. Dich hat der HERR, dein Gott, erwählt zum Volk des Eigentums aus allen Völkern, die auf Erden sind. Nicht hat euch der HERR angenommen und euch erwählt, weil ihr größer wäret als alle Völker – denn du bist das kleinste unter allen Völkern – sondern weil er euch geliebt hat und damit er seinen Eid hielte, den er euren Vätern geschworen hat. Darum hat der HERR euch herausgeführt mit mächtiger Hand und hat dich erlöst von der Knechtschaft, aus der Hand des Pharao, des Königs von Ägypten. So sollst du nun wissen, dass der HERR, dein Gott, allein Gott ist.
Verbunden
„Falsch verbunden“ – schön, wenn sich dann die andere Seite am Telefon meldet und nicht einfach auflegt.
Verbunden – es gibt verschiedene Formen der Verbindung. Das Lexikon führt aus:
Der Begriff „verbunden“ kann je nach Kontext physisch, emotional oder formell verbunden bedeuten:
Physisch: Etwas ist physisch oder logisch verknüpft (z. B. „Der Drucker ist mit dem PC verbunden“).
Emotional: Ein Gefühl der Zusammengehörigkeit oder Zuneigung (z. B. „Ich fühle mich meiner Familie sehr verbunden“).
Formell: Eine höfliche, formelle Formulierung für Dank (z. B. „Ich wäre Ihnen für eine Antwort sehr verbunden“)
Verbunden in unserem Text ist Gott mit seinem Volk, mit dem Menschen und somit auch mit uns.
Drei Punkte wollen uns dies verdeutlichen:
- Grundlos
- Treu
- Verpflichtend
1 Grundlos
Nicht weil ihr größer wäret als alle Völker – denn du bist das kleinste unter allen Völkern – sondern weil er euch geliebt hat
Gott ist dem Menschen, jedem Menschen, in ganzer Liebe zugewandt – verbunden.
Er ist an jedem Menschen interessiert und will Gemeinschaft mit ihm. Seine Liebe, frei aus eigenen Stücken, ist immer geheimnisvoll und unerklärbar.
Gottfried Voigt führt aus: Wie jede freie Tat ist seine Liebe ein Wunder, nicht ableitbar, nicht voraussehbar, nicht zu fordern, schon gar nicht einzuklagen.
Gott richtet sich bei seiner Wahl nicht danach, ob wir es wert sind oder nicht. Es geschieht in seiner grundlosen Liebe und hat kein menschlich einsehbares Warum.
Gottes Liebe – grundlos – ist etwas Besonderes, Einzigartiges.
egal, wer wir sind, wie wir sind, was wir sind,
egal, ob wir viel oder wenig leisten können,
egal ob wir einen guten Charakter haben oder immer wieder feststellen, wir sind „Versager“, wir sind Menschen mit Fehlern behaftet.
Gottes Liebe ist dem kleinsten Volk zugewandt, dem unscheinbaren.
Er erwählt – menschlich nicht logisch.
Seine Liebe: gewaltig, emotional, überragend.
Liebe unter Menschen ist oft nicht eine Sache der Vernunft, der Erklärbarkeit. Es funkt – für einen Außenstehenden nicht nachvollziehbar.
Bei Gott ist es ein großes Stück anders – seine Liebe ist zwar grundlos, aber sie gilt allen, jedem Einzelnen. Sie ist nirgendwo ableitbar, eine freie Entscheidung von Gott für uns Menschen.
Diese grundlose Liebe zeigt sich
2 In seiner Treue
damit er seinen Eid hielte, den er euren Vätern geschworen hat. Darum hat der HERR euch herausgeführt mit mächtiger Hand und hat dich erlöst von der Knechtschaft, aus der Hand des Pharao, des Königs von Ägypten.
Gott verpflichtet sich selbst und gibt nicht auf.
Er hat den Vätern schon geschworen, eine eidesstattliche Versicherung abgegeben, dass er von seiner Verbundenheit nicht zurücktritt.
Seine Treue erweist sich in seiner Tat, in seinem Handeln. Gott führte sein Volk aus der Gefangenschaft des Pharao. Er steht zu seinen Zusagen und zu seiner Erwählung. Gottes Treue lässt sich durch nichts abhalten.
Sie ist selbst dort stark, wo er abgelehnt, verleugnet, ignoriert wird.
Gottes Treue ist und bleibt, auch wenn wir ihm aus der Schule laufen, ihn nicht mehr hören oder hören wollen, ihn vernachlässigen, an ihm zweifeln, ihn anklagen.
In seiner Treue und Liebe wartet Gott, dass wir zu ihm zurückkehren. Wir sind ihm nicht egal. Deshalb gehören Prüfungen, Katastrophen und Schwierigkeiten im Leben mit dazu.
Mit Gott geht es nicht nur auf sonnigen Höhen, schweben wir nicht auf Wolke 7, herausgelöst aus allem Niederdrückenden.
Gott ist treu – in jeder Situation – selbst wenn wir ihn nicht verstehen oder begreifen in seinem Handeln.
Gottes Treue: Keine Enttäuschung, die er mit uns erleben muss, kann ihn veranlassen, dass er von seiner grundlosen Verbundenheit mit uns zurücktritt oder uns aufgibt.
Gottfried Voigt drückt es so aus: Gott bleibt sich treu. Ich habe losgelassen, aber er hat um so fester zugefasst. Er hat mich schwach werden sehen, immer wieder; aber seine Einstellung zu mir hat er nicht revidiert. Ich geriet in Zweifel, er stand umso fester zu mir.
Gottes grundlose Liebe und Treue mündet ein in die Verpflichtung.
3 Verpflichtend
Denn du bist ein heiliges Volk dem HERRN, deinem Gott. So sollst du nun wissen, dass der HERR, dein Gott, allein Gott ist.
Gott hat sich für sein Volk verpflichtet. Er hat gehandelt.
So wartet er auf den Widerhall bei seinem Volk. Er hat es erwählt, er hat mit ihm Geschichte gemacht in der Heidenwelt und sich erzeigt als der Verlässliche, der Handelnde in seiner Macht und Stärke.
Gottes liebevolle Erwählung gipfelt in Jesus Christus. In ihm verpflichtet er sich in letzter Konsequenz. Mit Kreuz und Auferstehung schafft er die Grundlagen – für uns alle nachvollziehbar, einsichtig, erfahrbar.
Gott ist mit uns verbunden, er will mit uns und freut sich über eine Reaktion von uns.
Voigt: Wendet Gott uns seine Liebe zu, dann ist es das Normale, dass wir ihn wiederlieben.
Du bist ein heiliges Volk – Heilig, für Gott bereit, ausgesondert, um sich ihm zuzuwenden.
Heilig: Wir lassen uns auf Gott und sein Wollen ein.
Seine Zuwendung, sein Verbunden-sein mit uns, gerade in allen Schwächen und in aller Unzulänglichkeit, geben uns Kraft und Vertrauen, dass er es recht macht.
Mit Gott verbunden heißt für uns, dass wir ganze Konsequenz an den Tag legen. Es ist kein Leben in Gleichgültigkeit und Bequemlichkeit.
Verpflichtend – nicht ein frommes Muss, sondern weil wir von Gottes grundloser Treue und Liebe überwältigt sind, unsere Antwort, weil er uns zugeneigt ist.
Wir lassen uns ein auf sein Führen. Wir stellen uns der Frage: Was willst Du, was ich tun soll – in ganzer Freiheit, aber mit ganzer Entschlossenheit.
Für uns immer wieder die Herausforderung, wenn sich so vieles eingeschliffen hat, soviel Routine dabei ist, so viel Selbstverständlichkeit.
Oft entdecken wir, dass uns das Brennen für seine Sache abhandengekommen ist.
Unser Text führt aus, dass Gott uns in seiner Liebe grundlos erwählt hat, mit uns verbunden ist, und er in ganzer Treue zu uns steht. Gott wartet auf uns. Er ist der einzig wahre, lebendige und handelnde Gott.
Nehmen wir seine Einladung als die Ausgesonderten, Heiligen, an. AMEN