4. Mose 6, 22-27
Der Herr segne dich und behüte dich; der Herr lasse sein Angesicht leuchten über dir und sei dir gnädig; der Herr hebe sein Angesicht über dich und gebe dir Frieden.
Denn ihr sollt meinen Namen auf die Israeliten legen, dass ich sie segne“
Nur einer kann
Ein absolutes Thema „Nur einer kann“ – die Frage ist: Was?
„Wenn ihr dieses Mittel kauft, wird die Wäsche so sauber wie nie zuvor.“
„Wenn ihr diese Medizin anwendet, verschwinden die Schmerzen.“
„Wenn ihr mich wählt, werde ich die politische Landschaft verändern.“
So können wir fortsetzen. Schon viele haben behauptet, sie könnten in die Zukunft schauen, sie hätten Kräfte zur Heilung … und die Realität?
Nur einer kann – dies im Zusammenhang mit der Segensformel unseres heutigen Predigttextes. Hier sind wir mittendrin.
Mittels drei Punkten schauen wir uns an, was nur einer kann – nämlich Gott.
- Er schafft
- Er wirkt
- Er schenkt
1 Er schafft
„Denn ihr sollt meinen Namen auf die Israeliten legen, dass ich sie segne“
Meinen Namen – es geht um Jahwe „Ich werde sein, der ich sein werde“ – der Schöpfer und Erhalter der Welt.
Gott, der Allgewaltige, Mächtige, einzig Wahre und Handelnde.
Gott der Liebende, der sein Gegenüber, den Menschen, uns Menschen, sucht und sie gerne beschenkt.
Dass ich sie segne
Segen-
Im Alltag begegnet uns das Wort „Segen“ bei Geburtstagen und Jubiläen: „Viel Glück und viel Segen“ wird gesungen, herzliche Segenswünsche ausgesprochen, Gottes Segen gewünscht.
Oder:
„Dazu kann ich meinen Segen geben“
„Es muss erst noch abgesegnet werden.“
„Der Haussegen hängt schief.“
In der Bibel treffen wir Segen schon bei der Schöpfungsgeschichte an: Gott segnete den siebten Tag.
Bei Abraham: „Ich will dich segnen und in dir sollen gesegnet werden alle Geschlechter.
Oder Jakob nach dem Kampf mit dem Mann Gottes: „Ich lasse dich nicht, du segnest mich denn.“
Segen – ist es nur eine Floskel, ein Gruß, eine Überlieferung? Segen ist weit mehr – in ihm wirkt Gott. Nur er selbst kann segnen.
Sein Segen sind nicht leere Worte. Was Gott spricht, geschieht. Segen ist mehr als ein frommer Wunsch. Er ist auch mehr als ein Gebet.
„Segen ist die Zuwendung von göttlichem Heilsgut an Menschen“ so sagt das Bibellexikon. Gott wendet sich in seiner ganzen Liebe und Treue dem Menschen zu.
„Gott segnete Mann und Frau und sprach: Seid fruchtbar und mehrt euch. Macht die Erde euch dienstbar, bebaut und bewahrt sie.“
Der Mensch ist dazu ausgestattet, dass er an Gottes Segenshandeln mitwirken und -gestalten kann. Leider tat und tut er dies nicht immer in der ihm anvertrauten Verantwortung. Oft schafft er Zerstörung und Bedrohung. Er greift über die ihm gesetzten Grenzen.
Gott legt dem Menschen vor: „Wenn du auf mich eingehst, mich wirken lässt, dann soll gesegnet sein…. Dann wird dir Fülle geschenkt. Wenn du aber eigene Wege gehst, wenn du nicht auf das hörst, was ich dir sage, dann soll misslingen, dann soll es keinen reichen Ertrag geben.“ Segen und Fluch heißt es in der Bibel.
Gottes Beauftragung an Menschen: seinen Segen – seine Heilszuwendungen – auf andere Menschen zu legen. Hier sind wir bei
2. Er wirkt
„Der Herr segne dich und behüte dich – er gebe dir Frieden“
Voigt: Während das Wort „segnen“ von dem redet, was Gott in unser Leben hineinschenkt, geht es bei „behüten“ darum, dass er Störendes und Gefahrbringendes ausschaltet. Behüten meint so viel wie bewahren, schützend umgeben, Geborgenheit schaffen.
Gott ist nicht nur auf unser innerstes Wohl bedacht, sondern genauso auf unseren äußeren Schutz.
„Behüten“ – auf etwas mit allem Fleiß und Sorgfalt Acht geben, in Acht nehmen, bewahren, dass es nicht in Schaden oder Unglück kommt“ – so führt die Konkordanz aus.
Gottes Behüten – er stellt seine Engelmacht um uns. Sicherlich kann jeder von uns von Situationen bezeugen: Hier hat er mich bewahrt.
Behüten – selbst in Katastrophen und schwierigen Ereignissen.
Behüten schließt das Bewahren in Versuchungen und Prüfungen ein. Wie schnell kommen wir in unserem Leben in die Situation, wo wir seine Führungen nicht mehr begreifen können. Wo wir den Glauben aufkündigen wollen. Gut, wenn es dann bei uns nicht heißt „warum“, sondern „wozu“. Denn Gott will uns nie hinrichten, sondern herrichten. Gott sieht alles vom Ziel her und macht so keine Fehler.
Carlo Caretto führt aus: „Gott ist mein Vater, in der Stunde der Not und Gefahr, Gott ist mein Vater, selbst wenn mein Haus einstürzt.“
Behüten – einer kann – Gott ist da und bleibt mein Vater in jeder Situation.
Gottes Fürsorge – Gottes Geleit – Gottes Schutz – Gott steht über allem.
Gott schafft Frieden – der Mensch und Gott sind wieder im Einklang. Gott überwindet die Kluft, die zwischen uns und ihm steht.
Wenn wir mit Gott im Reinen sind, dann sind wir es auch untereinander. Dann kommt es zum Frieden zwischen den Menschen.
Wo uns vergeben wird, können wir anderen vergeben. Nur so kann Harmonie, Einigung und Gleichklang möglich werden.
Die vielen Kriege, die Terroranschläge, alle Gewaltanwendungen – Zeichen, dass Menschen nicht im Einklang sind. Hass, Neid, Eifersucht, Egoismus sind bestimmend und so kommt es zu den Exzessen.
Gott will den inneren und äußeren Frieden.
Er setzt sich ein, indem er segnet und all das, was schief liegt mit seinen Wohltaten vernichtet.
Nur einer kann –
3. Er schenkt
„Er lasse sein Angesicht leuchten über dir und sei dir gnädig, er hebe sein Angesicht über dich“.
Angesicht – wenn wir von einem Menschen angeschaut werden, können wir vieles daraus ablesen. Sind es leere, stumpfe, verbissene, offene oder freundliche Gesichtszüge?
Wie schön, wenn uns strahlende Kinderaugen entgegenleuchten.
„Aus dem Angesicht, besonders aus den Augen, spricht das Herz“ sagt Voigt.
Gottes Angesicht leuchtet im Segen über uns – Gott ist uns in seiner ganzen Güte zugewandt. Er strahlt uns an – wir erkennen sein Wohlwollen und seine Gunst.
Gott ist uns zugewandt. Er kennt uns sieht uns. Er sieht die Freuden, genauso die Probleme, Nöte, die Krankheit, die Lasten, die uns bedrücken. Indem Gott im Segen über uns leuchtet, erhellt er unser Dunkel, verändert er unser Schattendasein.
Der Herr hebe sein Angesicht über dich.
Dazu Voigt: Erhebt Gott sein Angesicht auf uns, dann wendet er uns die Aufmerksamkeit seiner Liebe zu. Darin liegt: Du bist mir wichtig, ich suche die Verbindung mit dir, ich lass dich nicht aus den Augen. Als Gesegnete gehen wir anders weg, als wir gekommen sind. Gott schenkt uns seine Güte.
Nur einer kann – Im Segen sind wir ständig unter Gottes „Beobachtung“, unter seinem liebenden Blick. Er ist uns gnädig.
Sein stärkster Gnadenbeweis: sein Sohn Jesus Christus. Durch ihn können wir „Vater“ sagen und ihm als Kind begegnen.
Gott ist uns gnädig. Er nimmt uns täglich an, selbst wenn wir es wieder einmal nicht geschafft haben. Er nimmt uns an, ob wir arm oder reich, stark oder schwach sind. Für ihn spielt die Hautfarbe keine Rolle, genau so wenig, ob wir alt oder jung sind.
Nur einer kann – Gottes Segen – Das deutsche Wort „segnen“ hat die gleiche Wurzel wie das Wort „signieren“ – etwas mit einem Zeichen versehen. Wenn wir den Segen mit dem Zeichen des Kreuzes spenden, machen wir deutlich, dass wir uns unter den Wirkungskreis des Kreuzes, des dreieinigen Gottes, stellen.
Trinitatis – wir stellen uns beim Segen unter den dreieinigen Gott:
Gott der Vater, der Schöpfer, der unseren Ausgang und Eingang behütet
Gott der Sohn, der uns durch und mit seinem Kreuz das Leben erhält
Und Gott, der Heilige Geist, der uns Frieden schenkt mit Gott, mit uns selbst und mit den anderen.
Wenn wir Gottes Segen empfangen, können wir diesen weitergeben – jeder an seinem Platz, und sei es nur in der Stille, dass wir Menschen Gott anbefehlen
Menschen, die uns lieb und wert sind
Menschen, die voller Bosheit und List stecken
Menschen, die unter Lasten gehen
Menschen, die schwierige Entscheidungen zu treffen haben.
Wir dürfen und können alles Gott anvertrauen. Seien wir täglich die Gesegneten von Gott.
Nur einer kann – und er will. Befehlen wir uns seinen guten, treusorgenden Händen an. Stellen wir uns unter seinen Schutz und sein Erbarmen. AMEN