Johannes 15, 1-8
1 „Ich bin der wahre Weinstock und mein Vater ist der Weingärtner.
3 Ihr allerdings seid schon rein, weil ihr mein Wort gehört und angenommen habt.
4 Bleibt in mir, und ich bleibe in euch! Eine Rebe kann nicht aus sich selbst heraus Frucht bringen; sie muss am Weinstock bleiben. Auch ihr könnt keine Frucht bringen, wenn ihr nicht mit mir verbunden bleibt.
5 Ich bin der Weinstock; ihr seid die Reben. Wer in mir bleibt und ich in ihm, der bringt reichlich Frucht. Denn getrennt von mir könnt ihr gar nichts bewirken.
6 Wer nicht mit mir verbunden bleibt, wird weggeworfen und verdorrt wie eine ‹nutzlose› Rebe. Solche Reben sammelt man nur noch auf, um sie zu verbrennen.
7 Wenn ihr in mir bleibt und wenn meine Worte in euch bleiben, dann könnt ihr bitten, um was ihr wollt: Ihr werdet es bekommen.
Das Erfolgsrezept
„Man nehme“ – so das Rezept. Nur wer es einhält, kann damit rechnen, dass es gelingt.
Genauso ein Erfolgsrezept für die Industrie: „Made in Germany“ war das Markenzeichen, der Erfolgsgarant.
Viele Nachahmer gibt es, die dies einfach versuchen zu kopieren, aber allein das Original hat die wichtigen Eigenschaften.
Von einem Erfolgsrezept besonderer Art anhand des Weinstocks spricht Jesus in unserem Text heute.
- Alles da
- Nutzlos weg
- Fest verbunden
1 Alles da
Ich bin der wahre Weinstock und mein Vater ist der Weingärtner
Eine Rebe kann nicht aus sich selbst heraus Frucht bringen; sie muss am Weinstock bleiben. Auch ihr könnt keine Frucht bringen, wenn ihr nicht mit mir verbunden bleibt.
Mit diesem „Ich bin-Wort“ läutet Jesus die ganze Dramatik der Menschen ein.
Wieviel Einbildung, Überschätzung und Überheblichkeit bei so vielen Herrschern und einfachen Menschen.
Sie meinen, alles aus sich selbst heraus zu können. Sehr vieles kann der Mensch ohne Jesus tun. Es scheinen keine Grenzen da zu sein.
Jesus zeigt aber auf: Alles hängt letztendlich vom Weingärtner ab. Er bestimmt, er pflegt und hegt und hofft auf Frucht.
Gott, der Schöpfer allein, schafft die Grundlage.
Ohne ihn wird nichts, ohne ihn besteht nichts, ohne ihn gibt es keine Frucht.
Gott stellt in seiner Liebe in Jesus mit seinem Tod und seiner Auferstehung den Lebenssaft wieder her, dass am Weinstock etwas reifen kann.
Nur wenn die Rebe mit dem Weinstock verbunden ist, kann Frucht entstehen. Die Rebe kann nichts aus sich selbst, sie würde verdorren.
Dies bedeutet: Wir leben nicht aus uns selber und auch nicht nur für uns selber.
Frucht – somit ein Geschenk, weil der Lebenssaft, die Verbindung, dies ermöglicht.
Alles da – wir dürfen nehmen und empfangen. Wir bekommen Gaben, Hilfe, Trost, Erquickung und Wegführung.
Damit aber Frucht und nicht nur Blätter an der Rebe sind, ist es nötig, dass alles Unnütze wegkommt.
2 Nutzlos weg
Jede Rebe an mir, die keine Frucht bringt, schneidet er weg, und jede, die Frucht bringt, schneidet er zurück. So wird sie gereinigt, damit sie noch mehr Frucht bringt.
Wir alle kennen den Wildwuchs bei Pflanzen, der das Eigentliche zerstört oder verhindert. Er muss weg, abgeschnitten werden.
So auch im Weinbau. Dort wird ausgelichtet, verdünnt, damit Frucht reifen kann.
Gott sucht Frucht. Worin das Fruchtbringen besteht, wird nicht ausdrücklich gesagt. Er erwartet aber die Verbundenheit mit ihm.
Nur in ihr können wir Früchte wie Liebe, Freude, Frieden, Geduld, Glaube, Freundlichkeit, Gütigkeit … erlangen, nicht aus uns selbst heraus.
Voigt: Es ist wahr, dass wir allein aus dem leben, was Gott an uns tut; wir können uns bei ihm nichts verdienen. Aber derselbe Gott, der freigiebig schenkt, wartet darauf, dass bei unserem Christsein etwas herauskommt.
Gott: der Weingärtner, der bei jedem sieht, was das Fruchtbringen stört oder stören kann.
So nimmt er die Schere und schneidet weg – bei jedem anders, aber immer mit dem Ziel, dass Frucht reifen kann
weg – unseren Stolz und unsere Empfindlichkeit
weg mit dem „Nicht-vergeben-können“ und dem ewigen Nachtragen
weg – manchmal die Schaffenskraft
weg – sogar den geliebten Nächsten
weg- das sichere Einkommen …
Das Erfolgsrezept für uns Menschen geht nur über
3 Fest verbunden
Bleibt in mir, und ich bleibe in euch! Eine Rebe kann nicht aus sich selbst heraus Frucht bringen; sie muss am Weinstock bleiben. Auch ihr könnt keine Frucht bringen, wenn ihr nicht mit mir verbunden bleibt.
Wahre Frucht können wir nur mit ihm verbunden bringen. Dort, wo wir von ihm durchdrungen sind. Dort, wo wir sein Wort hören und es umsetzen.
Voigt Christus bleibt in uns, indem seine Worte in uns bleiben. Sie wollen bleibend in uns verwahrt, sie wollen ständig meditiert sein, sie wollen mit uns gehen, so dass diese helfende, und weckende und tröstende Stimme nie stumm wird.
Verbunden – das Göttliche mit dem Menschlichen. Gott mit uns, in Jesus verbunden – wir erfahren dies in ganzer Stärke bei jeder Eucharistie.
Genauso fest verbunden im Gebet. Er hört auf seine Kinder, auch wenn er nicht alles erhört. „Ihr werdet bekommen, was ihr wollt“ sagt Jesus
Voigt: Gemeint ist das Gebet, das in Christus bzw. in seinem Namen gebetet wird. … In innerer Übereinstimmung mit ihm, in der wir nichts anderes wollen, als was er in seiner freigiebigen Güte uns zugedacht hat.
Das Erfolgsrezept kann nur bedeuten, dass wir uns ganz auf ihn einlassen und eine feste geistliche Lebensordnung praktizieren.
Nur so sind wir mit ihm verbunden. Verbunden mit dem, der uns immer wieder in seiner Geduld und Liebe, in seiner Barmherzigkeit und Gnade sucht.
Gott wird verherrlicht, dort wo wir uns von ihm beschenken lassen.
Die Herrlichkeit meines Vaters wird dadurch sichtbar, dass ihr viel Frucht bringt und euch so als meine Jünger erweist.
Wir als Jünger Jesu, als Beschenkte, als Reben am wahren Weinstock – Gottes Güte erzeigt sich in unserer Schwachheit, in unserem Unvermögen, in dem, was er uns schenkt, in der Fülle der Gaben, die er austeilt.
Ein Erfolgsrezept – wenn er in uns, mit uns wirken kann. Er schenke uns die Offenheit, die tägliche Bereitschaft, dass er verherrlicht werden kann.
Wir können und sollen Frucht bringen, Frucht aus der Verbindung mit ihm.
Seien wir bereit, wenn er das Winzermesser ansetzt und genauso, wenn er uns die Fülle schenkt, – Ihm allein zur Ehre.
AMEN