Durch nichts aufzuhalten

1. Korinther 15, 19-28 (auszugsweise)

Wenn der Glaube an Christus uns nur für dieses Leben Hoffnung gibt, sind wir die bedauernswertesten unter allen Menschen.

Tatsächlich aber ist Christus als erster von den Toten auferstanden.

Wir sind Nachkommen Adams und müssen alle sterben. Doch alle, die Christus nachfolgen, werden durch ihn zu neuem Leben auferweckt.

Danach kommt das Ende. Christus wird alles vernichten, was Gewalt und Macht für sich beansprucht.

Als letzten Feind wird er den Tod vernichten. So wird Gott der Herr sein, der durch alles und in allem wirkt.

Durch nichts aufzuhalten

Wieviele Menschen mit schweren Beeinträchtigungen bringen Höchstleistungen. Durch nichts, nicht einmal durch ihre Beeinträchtigung, sind sie aufzuhalten.

Eine Lawine rollt den Berg hinunter. Kein Hindernis kann sie aufhalten.

Durch nichts aufzuhalten: auch immer wieder Ostern. Weder Verleumdung noch Totschweigen, weder Ablehnung oder Ignoranz – nichts kann das Osterereignis aufhalten.

Irgendwann wird es so stark, dass es alles überrollt.

Ostern – das Ereignis, das letztendlich über allem steht.

  1. Der neue Anfang
  2. Das neue Darin
  3. Die letzte Vollendung

1 Der neue Anfang

Tatsächlich aber ist Christus als erster von den Toten auferstanden.

Ostern – gerne verbinden wir damit den anbrechenden Frühling mit dem Erwachen der Natur. Kälte und Starre werden abgelöst vom Leben.

Ostern ist der absolute Wendepunkt zum Leben. Dies ist menschlich nicht erreichbar, nicht mit Kraftanstrengungen oder besseren Vorsätzen.

Gott allein schafft dies. Er hat in seiner unendlichen Liebe wieder einen Schritt auf die Menschen, auf uns, zu gemacht. In seinem Sohn stoppt er den Abwärtstrend, das Sterben.

Indem er ihn am Kreuz opfert und von den Toten auferweckt, geschieht der Neuanfang, das neue Leben.

Jesus Christus, der Todüberwinder, er lebt, er ist wahrhaftig auferstanden.

Gott ist Leben, er will Leben. Er will auch, dass wir leben können.

In seinem Wunderwirken lässt er Christus auferstehen. Er triumphiert damit über den Tod, über all das Negative.

Durch die Ursünde sind wir alle dem Tod geweiht. Gott, der Herr über Leben und Tod, ist aber uns Menschen zugewandt.

In seinem Sohn öffnet er die Tür zum neuen Leben. Er schafft die Grundlage. Er gibt uns sein Ja. Mit Jesus Christus ist eine neue Kraft in die Welt gekommen, um uns von der Sünde und dem Tod freizumachen.

Ostern ist mit dem Verstand nicht durchdringbar, es bleibt ein Geheimnis. Es kann nicht begründet oder bewiesen werden. Nur im Glauben wird es erfasst. Dies bezeugen wir:  Christus ist auferstanden.

Ostern – der Tod ist besiegt, das Neue, das Eigentliche kann beginnen.

2 Das neue Darin

Wenn der Glaube an Christus uns nur für dieses Leben Hoffnung gibt, sind wir die bedauernswertesten unter allen Menschen.

Alle, die Christus nachfolgen, werden durch ihn zu neuem Leben auferweckt.

Mit dem Tod und der Auferstehung, mit Ostern, ist uns Christen die neue Möglichkeit geschenkt.

Ohne die Auferstehung bliebe die Welt, was sie ist. Gott hat in der Auferstehung des Gekreuzigten den Kampf gegen den Tod begonnen.

Nicht mehr das Alte regiert. Es ist besiegt.

Voigt:   Die Mächte sind noch da, unter ihnen der letzte Feind, der Tod. … Sie können uns noch piesacken, aber unser heilgewordenes Verhältnis zu Gott können sie nicht mehr stören.

Ostern: Der Tod ist besiegt. Uns wurde damit die Zukunftshoffnung geschenkt.

Christus: unsere Rettung, unser Heil, unsere Chance – nicht im naiven Glauben, sondern deshalb, weil Gott sich in seiner Liebe verpflichtet hat.

Er wirbt um uns, er will sich verschenken.

Voigt: Wir müssen das Christusheil und damit das ewige Leben im bewussten, persönlichen Akt des Glaubens ergreifen. Auferstehung wird uns nicht übergestülpt, sie wird im Glauben angenommen.

Dabei ist klar, dass unser Glaube an den Auferstandenen nicht auf Anhieb alles besser macht.

Mit dem Auferstehungssieg ist eben noch nicht alles ins Reine gekommen. Die Schöpfung ist noch nicht endgültig erlöst, die neue Welt noch nicht vollendet.

Aber der entscheidende Anfang ist geschehen.

Wir können uns auf feste, unerschütterliche Gottesverheißungen stützen.

Gottes liebendes Herz schlägt für uns, für einen jeden einzelnen Menschen.

Im auferstandenen Christus hat somit unsere Zukunft schon begonnen. Er ereignet sich in unserer Welt, obwohl er ihr nicht angehört. In seinem Wort und in seinen Sakramenten wirkt er in ihr.

In jeder Eucharistie bekommen wir Teil an ihm, ereignet sich Auferstehung, Triumpf und Freude.

Letztes – Eigentliches – Vollendung steht noch aus.

3 Die letzte Vollendung

Danach kommt das Ende. Christus wird alles vernichten, was Gewalt und Macht für sich beansprucht.

Als letzten Feind wird er den Tod vernichten. So wird Gott der Herr sein, der durch alles und in allem wirkt.

Jesus Christus, der Sieger, der Retter – er wird vernichten. Er steht als Garant in unserer Mitte.

Im Augenblick sind wir in einem Übergang und im Kampf.

Oder wie es Karl Barth formuliert:   Wir sind im Reich Christi, im Verhältnis der Offenbarung und des Glaubens, darinnen Gott regiert. Man sieht die Sonne durch eine Wolke. Da sieht man wohl das Licht, aber die Sonne selbst nicht.

Durch nichts aufzuhalten:  Gott wird der Herr sein, das Licht, das alles überstrahlt.

Mit Ostern beginnt Gott die letzte Vollendung.

Ostern steht somit auf gegen jegliche Zerstörung und Ausbeutung, gegen Unterdrückung und Gewalt.  

Ostern gibt Hoffnung, will Leben, will Frieden, Verstehen.

Ostern steht für Harmonie, für Freude.

Karl Barth: Das Versöhnungswerk ist vollbracht … Die Vollendung des Reiches ist der Anfang unendlicher Möglichkeiten Gottes, die von keinem Widerspruch mehr durchkreuzt werden … Der Anfang der unbestrittenen Möglichkeiten Gottes ist für uns der Anbruch der unendlichen Freiheit.

Jedes Ostern somit eine Proklamation der Freiheit.

Durch nichts aufzuhalten – Gott hat den Schritt in Jesus Christus gewagt. Er hat den Anfang gesetzt für einen jeden einzelnen von uns.

Nur durch Gottes Liebe zu uns gibt es Ostern – durch nichts aufzuhalten.

Für uns alle zur Freude, zum Staunen, zum Jubeln, zum Feiern und zum Besingen.

In diesem Sinne wünschen wir allen: Frohe Ostern!

     AMEN

 

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