Meditative Betrachtung vom 03.08.2025
Johannes, 6, 30-35
30 „Wenn wir an dich glauben sollen“, wandten sie ein, „musst du uns schon beweisen, dass du im Auftrag Gottes handelst! Kannst du nicht ein Wunder tun? Vielleicht so eines wie damals,
31 als unsere Vorfahren in der Wüste jeden Tag Brot aßen? Es heißt doch in der Heiligen Schrift: ‚Er gab ihnen Brot vom Himmel.
32 Jesus entgegnete: „Ich versichere euch: Nicht Mose gab euch das Brot vom Himmel! Das wahre Brot vom Himmel gibt euch jetzt mein Vater.
33 Und nur dieses Brot, das vom Himmel kommt, schenkt der Welt das Leben.“
34 „Herr, gib uns jeden Tag dieses Brot!“, baten ihn alle.
35 „Ich bin das Brot des Lebens“, sagte Jesus zu ihnen. „Wer zu mir kommt, wird niemals wieder Hunger leiden, und wer an mich glaubt, wird nie wieder Durst haben.
Immersatt
Daß es nicht reicht zum Leben – diese Angst begleitet viele Menschen durch Tage, Nächte, Jahre, Jahrhunderte und Jahrtausende.
Besonders dort
wo Feuer, Flut und Hagel die Ernte vernichten
wo nicht genügend wachsen und gedeihen kann
wo Krieg und Katastrophen das Nötigste zum Leben zerstört und weggenommen haben
Aber auch dort, wo eigentlich alles da ist:
Butterberg, Milchsee und Konserven
teures Auto, schickes Haus und schöne Frau
nette Kinder, toller Job, super Urlaub
Da ist sie trotzdem da
Die Angst, nicht genug zu haben
Die Angst, daß das Sparkonto nicht reicht, wenn das Alter kommt.
Die Angst, daß die Kraft nicht reicht, wenn die Gesundheit bröckelt.
Die Angst zu verlieren, was man sich mühsam erworben hat.
Immer satt sein, immer alles haben, was zum Leben nötig ist – selbst die Superreichen unserer Zeit hätten gerne eine solche Garantie.
In unserem Text soll das Brotwunder, das den Israeliten in der Wüste das Überleben sicherte, zur Legitimation für Jesus als Gottessohn dienen.
„Herr, gib uns Brot“
Christus ist aufgefordert, zu beweisen, wer er ist.
Christus ist aufgefordert, zu beweisen, was er kann.
Christus ist aufgefordert, zu gewährleisten, was jeder Mensch zum Leben braucht.
35 „Ich bin das Brot des Lebens“, sagte Jesus zu ihnen. „Wer zu mir kommt, wird niemals wieder Hunger leiden, und wer an mich glaubt, wird nie wieder Durst haben.“
Christus will mehr sein, als die Nahrung, die wir brauchen,
um atmen und reden
lachen und weinen
singen und tanzen
beten und arbeiten
zu können.
„Er will in uns ein- und in uns aufgehen“ sagt der Theologe Gottfried Voigt
Er will das Nötigste und Eigentliche unseres Lebens sein – wie Brot und Wasser, das nie ausgehen darf und unser leibliches Wohlergehen sichert.
Er will die Kraft sein
die uns trägt, wenn Schmerz und Krankheit uns zermürben wollen
Er will die Kraft sein, die uns hält
wenn unser Haus einstürzt und unsere Stadt abbrennt.
Er will die Kraft sein, die uns hilft
zu dienen und zu wirken
zu lieben und zu trösten
zu bejahen und zu verwerfen
zu verzeihen und zu versöhnen.
zu erdulden und zu überwinden.
Er will der Anker sein in unseren Lebensstürmen
Er will die Antwort sein in unseren Lebensfragen.
Er will das Licht sein in den Finsternissen unserer Ängste.
Er will das Brot des Lebens für uns sein – Manna der Ewigkeit für unser zeitliches, begrenztes, belastetes, bedrängtes Dasein.
Immersatt – in der Bezogenheit auf Jesus Christus findet unser Herz zu seiner eigentlichen Bestimmung: zum Einklang mit dem Gott, der uns den Lebensatem gab. Das alleine kann ihn wirklich stillen: den Hunger und Durst unseres Lebens. Amen.