Matthäus 11, 28
« Kommet her zu mir alle, die ihr mühselig und beladen seid, ich will euch erquicken »
Ein Beispiel, das ich gelesen habe :
Da kommt eines Tages ein Mann zum Arzt mit einer gewissen Atemlosigkeit. Er ist völlig fertig. Der Arzt untersucht ihn gründlich, einschließlich Röntgenaufnahme und Zuckertest. Die Blutabnahme wird ins Labor geschickt. Nach vier Tagen wird er nochmals bestellt. Der Arzt untersucht ihn nochmals. Herz, Kreislauf, Blutdruck, Röntgenaufnahme und die Blutwerte werden abgeglichen.
« Tja » .. sagt der Doktor. « Organisch kann ich nichts feststellen. Das ist bei ihnen ein psychosomatisches Problem, aber ich hätte da eine Therapie für Sie: Es ist gerade ein guter Zirkus in der Stadt – mit allem, was zu einem guten Zirkus gehört: Pferde, Elefanten, Trapezkünstler und einem wirklich guten Clown. Kaufen Sie sich eine Zirkuskarte, wählen Sie einen guten Platz. Achten Sie auf den Clown, nicht auf die Menschen um Sie herum und lachen Sie, entspannen Sie sich, seien Sie ganz relaxed. Das könnte Ihre Therapie sein. »
Der Mann schaut den Doktor an, zögert einen kleinen Augenblick und sagt: « Da gibt es ein Problem, Herr Doktor : Ich bin der Clown !!!! »
Mein Text heute aus Matthäus 11, 28 : « Jesus spricht kommet her zu mir alle, die ihr mühselig und beladen seid, ich will euch erquicken. »
Drei Gedanken möchte ich ausbreiten dazu …… ..
- Probleme, die es gibt …
- Die Lösung: Das Angebot des Jesus
- Menschliche Lösungen
1. Probleme, die es gibt
Was trifft auf mich zu ?
Wo sind die Lösungen, die Antworten auf Fragen ?
Wer hilft ?
So unterschiedlich die Menschen sind, ebenso die Probleme, Fragen, Herausforderungen ….
Der Clown sagt : « Ich bin der Clown.
der immer gut drauf ist ?
der alle mitreißen soll ?
derjenige, der für die nötige Stimmung sorgen soll – gerade bei all denen, die sich zuviel aufgeladen haben oder denen man zuviel aufgeladen hat ?
Bin ich derjenige, der alles annimmt und den Karren zieht ? Viele Menschen leben einen lebensfeindlichen Zeitdruck. Atemlose Menschen sind Menschen, die krank werden.
Die Einladung Jesu gilt auch dem Clown.
Ich frage : ….Was nehmen wir denn wahr als Belastung in unserem Alltag – mitunter ohne daß wir das groß merken ?? oder doch merken ??
Stress, das oft gebrauchte Wort in diesem Zusammenhang, ich kenne das noch aus früheren Zeiten.
Wer macht den Stress ? Wir selber, weil wir uns zuviel zumuten ? Weil wir den Tag zu 100 % verplanen und dann keine Lücken haben ?
Oder die Sorgen um Menschen, die uns anvertraut sind, bzw Menschen, mit denen wir umgehen, an deren Leben wir Anteil nehmen, die bei uns evtl auf der Fürbittliste stehen und deren weitere Entwicklung wir begleiten im Gebet und wir warten, dem Betroffenen gleich, auf Hilfe von Gott und Änderung der Situation.
Oder das Leiden an einer Krankheit, mit der wir leben müssen, auf die es keine Heilung gibt, zumindest nach menschlicher Enschätzung und nach ärztlicher Auskunft – eine Krankheit, die wir bestenfalls durch Medikamente in ihrem Fortschreiten verlangsamen können, Leben verlängern sozusagen.
« Austherapiert » ist so ein Wort, da krieg ich Gänsehaut.
Oder belastet uns eine Schuld, die uns immer wieder bewußt wird, wir haben uns etwas aufgeladen und kommen mit dem anderen Menschen, der beteiligt ist, nicht zurecht ? Wir müssten auf ihn zugehen, um Vergebung bitten, oder umgekehrt, ein anderer hat uns verletzt und wir müssten vergeben ? – Können wir vergeben ?? aber nicht vergessen ??
Der tägliche Umgang mit Menschen unserer Umgebung, oder ganz generell …. Wo ist der gegenseitige Respekt geblieben ?? Was gilt der einzelne Mensch noch ??
Belasten uns all die Wunden, die uns das Leben im Lauf der Zeit gebracht hat ??
Belasten uns aber auch die Ansprüche, die wir an uns selber stellen und uns damit unter Druck setzen ? Oder haben wir uns an etwas herangetraut das einfach einige Nummern zu groß für uns war ??
Eine Vielzahl von Komponenten, eine ganze Menge, die uns bange machen kann, wenn wir nach vorne schauen ….
Was hilft ? Wer oder was kann das ändern ??
Finden wir denn unseren Alltag als mühselig und beladen ??
Unser Leben enthält beides, Glück und Belastungen, allerdings sind die positiven und die negativen Erfahrungen nicht immer gleichmäßig verteilt. Es gibt Tage, an denen wir meinen, daß nur Schweres hereinbricht und uns an Grenzen unserer Tragfähigkeit bringt. Gut, wenn wir dann Wege und Möglichkeiten haben trotzdem neue Kräfte zu entfalten, um Stress und Entäuschungen abzubauen.
Was trifft auf mich zu ?? Wer hilft ?? Was ist zu tun ?? Wo finde ich mich wieder ?
Bedenken wir: In jeder Krise sollen wir uns damit aussöhnen, daß unser Leben begrenzt ist und daß wir nicht alle Möglichkeiten leben können … dennoch ..
Lohnt das weiter leben ?? immer ….wie kann das gehen ??
2. Das Angebot des Jesus von Nazareth
« Kommet her zu mir alle, die ihr mühselig und beladen seid, ich will euch erquicken … »
Was für ein Angebot – Da möchte ich genauer hinschauen. Hat Jesus das mit dem Vater abgestimmt ?? – Muss wohl, sonst könnte er das nicht so einfach sagen.
Fühlen wir uns davon angesprochen – heute Morgen, in diesem Augenblick ??
« Kommet alle » … Was für eine Menge Menschen muss das sein, wo können die sich treffen und Jesus mitten drin ??
Zu viele ungelöste Probleme können Menschen den Atem nehmen, oder zumindest schwer machen, dann kann es eng werden. Solche Situationen muss es zur Zeit Jesu auch schon gegeben haben. Jesus sagt: Atemlose Menschen können kommen. Bei mir kannst du Mensch aufatmen und frei sein. Bei mir musst du Mensch nicht stark, clever, witzig unterhaltsam, erfolgreich oder sogar unfehlbar sein.
Dieses Wort: « Kommet her zu mir, die ihr mühselig und beladen seid » sagt Jesus zu fehlerhaften Menschen.
Wenn Jesus sagt « Komm! », dann meint er das auch so.
Wieder Zeit haben um mit Jesus im Gespräch, im Gebet zu sein, auf sein Wort hören, Jesus anschauen und nicht nur meine eigenen Probleme – das verwandelt mein Leben.
Ein deutscher Theologe – Prof Ebeling–_hat einmal gesagt : « Die Sünde des modernen Menschen zeigt sich in seiner pausenlosen Aktivität ».
Zu Jesus kommen, das ist der Ort, an dem Menschen ein anderes Ansehen haben.
Hier muss ich nicht nachweisen, was ich alles habe, was ich kann.
Hier kann ich aufatmen und frei sein.
Hier gibt es Wertschätzung, die nicht dem menschlichen Erfolgsdenken unterworfen ist.
Hier muß sich keiner einen Namen machen, denn Gott kennt ihre Namen.
Hier muß niemand um sein Ansehen kämpfen, denn Gott kennt ihr Gesicht.
Hier müssen Menschen nicht ihr Selbstwertgefühl aufmotzen, sondern sie sind in den Augen Jesu mehr wertgeachtet. Das lässt atemlose Meschen aufatmen und frei sein.
Nochmal …. Eigentlich ganz einfach :
Beladen mit all meinen Problemen kreise ich nur um mich selbst. Gefangen in der Gedankenspirale meines Unglücks finde ich keinen Ausweg. Was ich brauche, ist ein Perspektivenwechsel.
« Kommet her zu mir » lädt Jesus ein. Wenn ich mich zu ihm wende, sortiert sich meine Last neu. Sie ist verschwunden, Ja, Krankheit bleibt Krankheit, Kummer braucht weiter Trost, aber die Mauer, die ich mit meinen Klagen um mich errichtet hatte, ist zerbrochen.
Nicht mehr meine Probleme sind das Wichtigste auf der Welt, sondern die Geborgenheit in der Gemeinschaft mit Gott, die in all meiner Unvollkommenheit schon beginnt und damit alles andere auf die Plätze rückt. Damit sind Krankheiten und Probleme nicht verschwunden, aber sie machen nicht mehr mein ganzes Leben aus.
Jesus erquickt, das heißt : Er breitet Kraft, Ruhe, Freude, Gelassenheit, Geborgenheit aus. Wie könnte ich dieses Angebot ausschlagen. ??
Jesus will die, die zu ihm kommen, erquicken.
Was ist denn das ? Kennen wir dieses Wort heute noch überhaupt ?? Ich habe mal nachgelesen was es bedeutet..
Ich zitiere einige Deutungen :
Beleben, beruhigen, ablenken, aufrichten, zerstreuen, ermutigen, trösten, Mut geben, wieder hoffen lassen, froher stimmen, aufmöbeln, erfreuen, anregen, stimulieren ….etc aber auch ein kühler Trank an heissen Tagen, eine Ruhepause guter Schlaf, kühler Wind. Sicher könntet Ihr noch etliches ergänzen….
Das alles ist schon bedenkenswert, nehme ich an ?? Versuche ich es mal einfach, schaden kann es ja nicht, riskieren tue ich auch nicht viel, also los.
3. Menschliche Lösungen – Gibt es sie ??
Halte ich mich lieber an die Medizin, meinen Arzt oder die Homöopatie oder lasse mir Nadeln setzen, gehe ich zum Psychologen …oder oder..
Oder versuche ich mal, die Einladung Jesu anzunehmen, wie groß meine Last auch sein mag, unter der ich leide.
Sie anzunehmen heißt, Jesus zu vertrauen, dass er für all meine Wunden und Lasten zuständig ist. Er weist mich nicht ab und kommt auch nicht an Grenzen seiner Hilfsmöglichkeiten.
Als Mühsehliger erbitte ich von ihm neue Kraft und er hat sie mir nicht versagt. Das haben viele Christen genauso erfahren. Leider begegnen wir oft der Einladung von Jesus skeptisch. Wir fragen, ob das denn wirklich etwas für uns ist ?? Kann Gott sich um jeden Einzelnen der Menschen auf dieser Erde kümmern ??
Ja, er kann es, denn er ist der allmächtige Gott. Er hat eben weitaus mehr Möglichkeiten, das ist immer nur unser Problem. Jesus dagegen steht zu seinem Wort und somit auch zur Einladung, die er in unserem Bibelvers ausspricht : « Kommet her ! ».
Wie er denn hilft, liegt in seinen Möglichkeiten. Mag sein, dass es ein Wort der Bibel ist, oder dass es auch Menschen sind, die er mir in den Weg stellt und die mich ermutigen und aufrichten, entscheidend ist für mich dass ich seiner Einladung folge
« Das Gebet ist ein Ort der Verwandlung » las ich neulich.
Von Ernst Wichert kenne ich : »Ich bin noch nicht ungläubig, aber ich bin auf der Seufzerbrücke, die sich zwischen Glauben und Unglauben düster spannt. »
Menschen in allen Situationen dürfen dieses Bibelwort annehmen und daran glauben. Jesus verspricht nicht, deine Schwierigkeiten wegzuzaubern, aber er verspricht dir, für dich da zu sein und deine Last zu erleichtern und dir gut zu tun.
Ja, Gott schützt mich wie ein starker Fels, bei ihm bin ich geborgen, je besser ich ihn kenne, umso leichter kann ich ihm vertrauen.
Bedenken wir: Leben ist so viel mehr als nur der Moment, der kurzfristige Erfolg oder das schnelle Vergnügen.
Leben ist Langstrecke. Es ist bedächtig, und sich darauf einlassen macht nachdenklich : Wie will ich mein Leben gestalten ? Und wie frei bin ich in meiner Entscheidung, diesen Lebensweg zu gehen ? Und denke ich dabei auch an die Zeit nach meinem Ableben aus dieser Welt ???
Nehmen wir das an ?? Amen.