Sich ducken, ist nicht immer gut

Es ist möglich, sich bis auf Letzte aufzuopfern und dabei doch nicht das Richtige zu tun.

Recht und Gerechtigkeit tun ist dem Herrn lieber als Opfer.“
Spr. 21, 3

In der Nachfolge ist oft viel von Opfer und sich selbst in eine Sache hineinopfern die Rede. Jetzt begegnet uns hier eine Aussage, die stutzig machen kann. Gott, der selbst das größte Opfer für die Menschen gegeben hat, sagt, dass es noch etwas größeres als das Opfer gibt. Opfer ist gut, Opfer ist groß, doch das Opfer führt nicht zur Gerechtigkeit. Man kann sich aufopfern und dabei das Falsche tun. Im Extrem, konnte man das im 3. Reich beobachten. Im Opfer, in der Hingabe für Volk und Vaterland, wurden die größten Verbrechen begangen. Der Gehorsam schaffte bestialisches Unrecht. Es gibt auch in den christlichen Gemeinden und Gemeinschaften viel Opfer, das Unrecht damit zudeckt. Wenn eine geistliche Leitung, nicht im Sinne seines Amtes, seine Aufgaben wahrnimmt und Menschen verletzt, besteht oft die biedere, fromme Meinung, das haben wir eben zu ertragen. „Das ist eben unser Opfer- und Leidensweg, den wir zu erdulden haben.“ „Jeder hat eben sein Kreuz zu tragen.“ An dieser Stelle wird das Opfer heiliggesprochen. Man merkt dabei gar nicht mehr, dass man in seiner Duldsamkeit das Unrecht zudeckt. Dass hier eine Führungskraft, vor allem wenn es um geistliche Leitung geht, ungerecht handelt. Darunter wird sich geduckt. Durch sein Opfer ist man bereit, das Unrecht zuzulassen. Daher ist es dem Herrn lieber, sich nach Recht und Gerechtigkeit auszurichten. Er selbst ist Gerechtigkeit und hat sein Opfer dafür erbracht, dass sie als das höchste Gut angesehen wird. Wo Unrecht geschieht, werden Menschen zum Opfer. Genau daraus will er die Menschen befreien. Es geht in diesem Leben nicht ohne Leidenswege und ohne Opfer ab, da menschliches Recht immer auch Grenzen hat, doch Gott will in allem Unrecht Gerechtigkeit schaffen. Er will die Gebeugten aufrichten.

Gerechtigkeit ist der höhere Wert als das Opfer. Manch ein Glaubender meint, wenn er sich umso mehr aufopfert, könne er zu seiner Gerechtigkeit beitragen. Er will sich dabei gut fühlen, wenn er sich gnadenlos für eine gute Sache einsetzt. Doch genau von diesem Irrtum sollen wir befreit werden. Die Gerechtigkeit kann sich keiner verdienen, sondern sich nur von Gott schenken lassen. Wo wir mit zu unserem Heil betragen wollen, stehen wir im mittelalterlichen Ablasshandel. Mit keinem Opfer können wir das erbringen, was uns vor Gott gerecht macht. Es ist allein sein Opfer, das dieses Recht schafft. Dort wo wir mit dieser Gerechtigkeit beschenkt sind, wo das Recht in uns stärker ist als der Opferwille, können wir gegen Unrecht aufstehen. Da kann es sein, dass wir gegen das von einer Leitung ausgeübte Unrecht angehen müssen, ohne dabei das Genick einzuziehen. Gott liebt die Gerechtigkeit mehr als das Opfer.

Kann es sein, dass wir uns zu falscher Zeit noch ducken, wo wir für das Recht eintreten sollten?

Gott segne dich.

Die Glocke freut sich, wenn Dein Herz schlägt
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