Wenn der Friehof redet

Wenn Gott redet, ist davon die ganze Welt schwanger.

Warum willst du mit Gott hadern, weil er auf Menschenworte nicht Antwort gibt? Denn auf eine Weise redet Gott und auf eine zweite; nur beachtet man´s nicht.“
Hiob 33, 13-14

Wir sind nicht dazu da, dem Leben Fragen zu stellen; das Leben stellt uns die Fragen, die wir zu beantworten haben, das sagt Viktor Frankl. Gott redet und das unablässig. Er stellt uns andauernd Fragen und wartet, wie wir darauf antworten. So wie er allgegenwärtig ist, so ist auch sein Reden präsent. Wo wir meinen Gott schweigt, liegt das Problem nicht bei ihm. Er redet auf eine Weise und auf eine zweite, die wir nicht beachten. Da gibt es vielerlei Arten, wie er redet. Es liegt an unserer Wahrnehmung, ob wir ihn hören und verstehen. Er hat eine riesige Bandbreite, auf der er sich mitteilt. Er tönt auf allen Kanälen. Sicher kommt sein Reden durch sein Wort, durch Gebet, durch den Bruder und die Schwester, durch die Feier im Gottesdienst, durch eine uns ansprechende Auslegung, jedoch das ist die eine Weise. Die andere Weise ist das ganze Leben. Reden Gottes lässt sich nicht auf unseren frommen Lebensraum beschränken. Um Gott zu verstehen, müssen wir zu Hörenden werden. Immer und überall. Er redet in einem Sonnenaufgang am Meer, in einer malerischen Herbstfärbung in den Bergen und wenn ich durch einen Herzinfarkt im Krankenhaus liege. Alles was mir begegnet ist Ansprache, ist Rede, ist Frage. Wenn man eine Woche im absoluten Schweigen verbringt, mit keinem Menschen redet, entdeckt man, wieviel Reden um uns und in uns da ist. Da wird man gar nicht fertig mit hören. Selbst auf einer einsamen Bank auf dem Friedhof, bewegen sich Welten, wenn man in die Stille hineinhorcht und dabei erlebt, auf welch eine Reise man da mitgenommen wird. Wo wir Hörende werden, ist Reden ohne Ende da.

Warum willst du mit Gott hadern? Warum klagst du, dass nichts oder so wenig von seinem Reden bei dir ankommt? Liegt es wirklich an Gott oder an deinen Vorstellungen, wie er sich zu melden hat? Wo wir hadern, wo wir uns auflehnen, setzen wir die Bedingungen, wie er sich uns mitzuteilen hat. Wir wehren uns gegen das Prinzip, dass wir ein Leben lang Hörende und Lernende sind. Wir sind dazu da, in das Leben hineinzuhören und uns dann als Antwort zu geben. Wir antworten auf das, was wir gehört haben. Um antworten zu können, müssen wir die Frage verstanden haben. Alles was wir erleben dient uns zur Lehre. Was hindert uns, am Ende eines Tages, alles Erlebte und Geschehene noch einmal in Erinnerung zu rufen und nach meiner ganz speziellen Lehre zu fragen. Da war so viel Rede, so viele Geschichten, die mir Fragen stellten. Was lerne ich aus dem Konflikt mit meinem Mitarbeiter, was aus der Diagnose, die mir der Arzt stellte? Im Hineinhören und Festhalten erkennen wir, wie Gott viel näher an mir dran ist, als ich je denken kann.

Warum willst du mit Gott hadern, wenn er anders redet als du es erwartest?

Gott segne dich.

Die Glocke freut sich, wenn Dein Herz schlägt
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