Ein bisschen mehr ausflippen, bitte

Schon der alte Friedrich Nietzsche beklagte: Die Christen müssten mir erlöster aussehen, damit ich an ihren Erlöser glauben könnte.

Halleluja! Ich danke dem Herrn von ganzem Herzen im Rate der Frommen und in der Gemeinde.“
Ps. 111, 1

Wann sind bei uns die Emotionen zum letzten Mal so richtig hochgekocht und das Herz voller Begeisterung übergeschwappt? Dabei meine ich nicht beim Oktoberfest in München, sondern den Gottesdienst bei uns zuhause. Ja, ich meine den Sonntagmorgen, den wir feierlich in eine Agenda gepresst haben. Halleluja, das ist ein total emotionaler frommer Ausraster. Da ist ein begeisterter Aufschrei durch die Kirchenbänke, der den ganzen alten Staub aufwirbelt. Da sprüht die Freude und Dankbarkeit zum Himmel. Da sprengt ein überschäumendes Herz alle fein geregelten Formen von Liturgie. Ja, wir haben das feiern gelernt, doch alles in schön geordneten Abläufen. Würde dieser ausgeflippte Psalmist durch unsere Reihen tanzen, würde ihn der Mesner zu besänftigen versuchen und beschwichtigend hinausbegleiten. Schließlich sind wir ja fröhlich, aber alles mit Maß und Ziel. Man muss ja nicht gleich übertreiben, und das Verständnis der älteren Gemeindemitglieder nicht überstrapazieren. Halleluja klingt bei uns viel vornehmer und viel getragener, dass uns niemand in eine schräge Schublade schieben kann. Jubel muss bieder und brav sein und Gefühle immer schön unter Kontrolle bleiben.

Hier ist auf jeden Fall ein glaubender Beter völlig begeistert. Hier glüht etwas vor Dynamik. Ein Herz platzt vor lauter Betroffenheit aus allen Nähten. Echte Gottesbegegnung lässt nicht kalt. Berührungen durch den Heiligen Geist lassen Menschen überlaufen. Da wird ein Feuer angezündet und Explosionen ausgelöst. Wenn jemand sein Halleluja ausstößt, hat es ihn vom Sessel gerissen. Da ist Christus zur Quelle geworden, die einfach sprudelt. Gottesbegegnung ist unsachlich und höchst emotional. Wo Gott berührt, will er nicht den Verstand, sondern das Herz bewegen. Er will das Menschsein durchdringen und erfassen. Liebe geht nicht im 4/4 Takt. Halleluja, dass Gott Gefühle auslöst und unser fromm sein, von seinen oft zu geregelten Formen erlöst.
Dankbarkeit soll nicht wie ein Auszug aus dem Telefonbuch ablaufen.

Wo wir keine Gefühle mehr zeigen, verstecken wir uns hinter einer tief gläubigen Nüchternheit. Wir betonen die Ernsthaftigkeit des Lebens und verlieren dabei unser herzhaftes Lachen. Lob und Anbetung ist der Augenblick bei dem Christus und ich sich in die Augen blicken. Er schaut mich an, ich schaue ihn an. Da kann man nicht ruhig bleiben. Das muss zu einem emotionalen Ausbruch kommen – Halleluja.

Warum getrauen wir uns so wenig auszuflippen, wenn uns Gott auf unserer Gefühlsebene begegnen will?

Gott segne dich.
Blühende Grüße Theophilos 💐😇

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