Begnadet Lachen

Wie befreit kann ein Leben sein, das unendliche Anerkennung und Wertschätzung genießt.

Sei mir gnädig, Gott, sei mir gnädig! Denn auf dich traut meine Seele.“
Ps. 57, 2

Luther fragte vor 500 Jahren: Wie bekomme ich einen gnädigen Gott? Das war für ihn der Durchbruch zu einem ganz neuen Glauben und zusätzlich für die Kirche und Gesellschaft ein riesiger Erneuerungsprozess. Zu entdecken, Glaube und Kirche ist keine Leistung, zu erkennen, bei Gott muss man sich keine Sporen verdienen, war eine Revolution des Herzens. Welche Lasten fallen da ab, wenn man sich erkennt, dass man nie in der Lage sein wird, zu lieben, wie Gott liebt, und darin zu erfahren, Gottes Zuneigung zu mir ist ungebrochen. Normalerweise muss man sich seine Anerkennung durch gute Eigenschaften oder herausragende Leistungen verdienen, doch Gottes Wertschätzung ist bedingungslos. In einem gnädigen Gott liegt etwas Unfassbares. Da kommt eine grundlose Zuneigung auf uns zu. Gnädig sein ist nichts Billiges, das durch alle fünf Finger schaut, sondern da steht ein Vater zu seinem Kind, egal welchen Bock es geschossen hat. Gott steht zu seiner Vaterschaft. Die steht, die kann er nicht verleugnen. Die gilt auch dann noch, wenn die Kinder untreu sind. Gnade ist die Eigenschaft Gottes, die, egal was kommt, nie einen Strich zieht. Wo wir auch stehen, ob mit oder ohne Gott, wir sind andauernd in diese Wertschätzung eingehüllt. Dass da eine Liebe so stark ist, die sich nicht abstellen lässt, das ist der Wahnsinn der Gnade. Wir sind noch wer, auch wenn wir nichts sind. Vor Gott zählt einzig unser Sein und keinerlei Leistung und Verhalten. Weil wir sind, sind wir in das ganze Wohlwollen Gottes gestellt.

Als Luther das begriffen hatte, sind von ihm Felsbrocken abgefallen, die ein Erdbeben ausgelöst haben. Sünder und Begnadigter zu sein, muss eine Kirche reformieren. Da hatte der gute Martin wieder eine Menge zu lachen. Das hat den ganzen frommen Stress weggenommen. Das hat das belastete Gewissen entlastet. Da war der gnädige Gott mein Ablass, der befreite. Da musste keiner mehr als das schleichende Elend herumlaufen. Mit Gnade, mit Wertschätzung baut Gott die Menschen wieder auf. Er entspannt alle Ungnade, in die wir unter Menschen fallen, wenn die Leistung nicht stimmt. Die Gnade baut gesunde Persönlichkeiten auf, die über ihre eigenen Fehler lachen können. Da muss keiner seine Schandflecken zudecken, um nicht die Anerkennung zu verlieren. Wie befreit wird ein Leben, wenn dieser Stress wegfällt. Wir können hundert Mal hinfallen, wieder aufstehen und quitschfidel unseren Weg gehen. Wer einen gnädigen Gott kennt, braucht nur noch die Türe aufmachen, dass diese befreiende Kraft unsere Herzen reformiert.

Warum ist unser frommes Dasein so oft mit einer erdrückenden Ernsthaftigkeit verbunden, die so wenig von dieser umkrempelnden Macht der Gnade sichtbar werden lässt?

Gott segne dich.
Liebe Grüße Theophilos 💐😇

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